Tagungen, Workshops, Call for Papers

Teilnehmer eines international besetzten Gesprächs am runden Tisch im Freylinghausen-Saal

Die Stabsstelle Forschung veranstaltet regelmäßig Tagungen, Workshops sowie Vorträge zu unterschiedlichen Themenfeldern und nimmt selbst an international besetzten Konferenzen teil.

Frühneuzeitliche Bildungsarchitekturen. Die »Schulstadt« Franckesche Stiftungen im Vergleich

Internationale und interdisziplinäre Tagung, 13.–15. Oktober 2022, Franckesche Stiftungen (Haus 1)

Eine außergewöhnliche Bildungseinrichtung des 18. Jahrhunderts waren die Glauchaschen Anstalten, die heutigen Franckeschen Stiftungen in Halle in Brandenburg-Preußen. Hier wurden junge Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem sozialen Status und ihrem Geschlecht erzogen und ausgebildet. Das zugrundeliegende pietistische Erziehungskonzept ist in den erhaltenen Gebäuden der Stiftungen, die auch heute noch für pädagogische Zwecke genutzt werden, noch ablesbar. Doch wie außergewöhnlich waren die Stiftungen in einer übergreifenden, vergleichenden und internationalen Perspektive?

Schaut man sich die Forschung an, so gewinnt man den Eindruck, dass es eine Vielzahl lokaler Studien zur Geschichte des Schulbaus vor 1800 gibt, die jedoch bisher - vor allem in internationaler Perspektive - unverbunden nebeneinander stehen. Umfassende und vergleichende Studien zu Schulbauten und Bildungsarchitektur in der Frühen Neuzeit gibt es jedoch kaum. Wie kann also eine vergleichende Architekturgeschichte von Schulbauten und Bildungsräumen auf der Basis der Sozial-, Kultur-, Religions- und Bildungsgeschichte konzipiert werden?

Ausgehend von diesen Befunden und Fragestellungen wird sich die internationale Tagung aus interdisziplinärer Perspektive mit der Bildungsarchitektur der Frühen Neuzeit in Theorie und Praxis auseinandersetzen. Zugleich soll ein internationaler Arbeitszusammenhang zum Thema hergestellt werden, der fruchtbare und differenzierte Forschungen in verschiedenen Ländern miteinander verbindet.

Um Anmeldung wird bis zum 10.10.2022 gebeten unter grunewald(at)francke-halle.de.

Zum Programm.

 

Tagung zum Thema »Hallescher und Herrnhuter Pietismus im globalen Kontext: Theologien und Praktiken – Strategien und Konflikte«

23.–25. November 2023, Franckesche Stiftungen

Call for Papers

Bewerbungsschluss: 30. Mai 2022

In den letzten Jahrzehnten hat die Aufmerksamkeit der internationalen und interdisziplinären Forschung für den Halleschen und den Herrnhuter Pietismus erheblich zugenommen. Eine Reihe von Studien hat deutlich werden lassen, dass ein immanenter Teil beider Geschichten deren wechselseitige Verwobenheit darstellt – und zwar in regionalen als auch interkontinentalen Settings. Unterschiedliche Forschungsansätze in beiden Pietismusfeldern haben sich anregend auf den jeweils anderen ausgewirkt, doch sind noch immer viele Fragestellungen offen oder erst partiell bearbeitet und vor allem fehlt trotz erster Ansätze eine umfassendere und vertiefte – sowohl interdisziplinäre als auch internationale – vergleichende Perspektive.

Die Tagung will daher aktuelle übergreifende Forschungsansätze sowie Fragestellungen und Ansätze aus den Partikulargeschichten des Halleschen und Herrnhuter Pietismus aufgreifen und kritisch miteinander in Beziehung setzen. Sie will erkunden,

  • wo das historische Neben- und Nacheinander der beiden Pietismen zu vergleichenden Fragestellungen einlädt,
  • inwiefern Fragestellungen und Zugänge, die in einem der beiden Felder präferiert werden, auch für das jeweils andere fruchtbar gemacht werden können und
  • wie und in welchem Maße übergreifende Ansätze und Themen in vergleichender Perspektive bestehende Fragestellungen anreichern und vertiefen können.

Auch die Frage nach Wechselwirkungen zwischen Halle und Herrnhut sind von Interesse.

Veranstalter: Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Franckesche Stiftungen zu Halle, Bucknell University Lewisburg, Moravian Archives Bethlehem, Evangelisch-Theologische Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Herrnhuter Brüdergemeine

 

Tagung zum Thema »Mission Baltikum? Hallescher Pietismus und Herrnhutertum in den baltischen Territorien im langen 18. Jahrhundert«

1.–3. Juni 2023, Lettische Nationalbibliothek, Riga

(For an English version see below. Versiju latviešu valodā skatīt zemāk.)

Call for Papers

Bewerbungsschluss: 26. August 2022

Erst die Reformation Luthers ermöglichte den Druck und die Herausgabe von Büchern in lettischer und estnischer Sprache vor 500 Jahren. Dieses Ereignis von bedeutender Tragweite für die baltische Sozial- und Kulturgeschichte ermöglichte die Reformation der Reformation durch Hallesche Pietisten und Herrnhuter in Livland im 18. Jahrhundert.

Anders als die Aufklärungsforschung, die in den letzten Jahren gewichtige und facettenreiche Studien zur Aufklärung im Baltikum vorgelegt hat, ist dieser Kulturraum von der Pietismusforschung kaum entdeckt worden.

Die gemeinsame internationale Tagung, veranstaltet von der Nationalbibliothek Lettlands, der Theologischen Fakultät der Universität Lettlands, den Franckeschen Stiftungen zu Halle und dem Interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, stellt sich deshalb zum Ziel, die Wirkungsfelder von Halleschem Pietismus und Herrnhutertum im Baltikum / in Livland im langen 18. Jahrhundert in vergleichender Perspektive zu thematisieren.

 

Conference on »Baltic Mission? Halle Pietism and the Moravians in the Baltics in the long 18th century«

June 1–3, 2023, National Library of Latvia, Riga

Call for Papers

Application deadline: August 26, 2022

500 years ago, it was Luther's Reformation that enabled the printing and publishing of books in the Latvian and Estonian languages. This event of significant importance for Baltic social and cultural history in turn enabled the 18th century reform of the Reformation by Halle Pietists and Moravians in Livonia.

Unlike Enlightenment research, which in recent years has presented significant and multi-faceted studies on the Enlightenment in the Baltic, this cultural area has hardly been explored by researchers of Pietism.

Therefore, this international conference, jointly organized by the National Library of Latvia, the Faculty of Theology of the University of Latvia, the Francke Foundations in Halle and the Interdisciplinary Centre for Pietism Research at the Martin Luther University Halle-Wittenberg, aims to address the fields of activity of Halle Pietism and the Moravians in the Baltic region / in Livonia in the long 18th century from a comparative perspective.

 

Sanāksme par »Baltijas misija? Halles piētisms un hernhūtisms Baltijā garajā 18. gadsimtā«

1.–3. jūnijs, 2023. gads, Latvijas Nacionālā bibliotēka, Rīga

Konferences idejas apraksts

Pieteikšanās termiņš: 2022. gada 26. augusts

Tieši Lutera Reformācijas iespaidā pirms 500 gadiem sākās grāmatu druka latviešu un igauņu valodā. Lutera Reformācijas izplatība Baltijā ļāva iesakņoties Halles piētistu un hernhūtiešu idejām par luteriskās baznīcas pārmaiņu un atjaunošanās nepieciešamību 18. gadsimta Vidzemē.

Atšķirībā no pēdējās desmitgadēs plaši aplūkotās Baltijas apgaismības tēmas, starptautiskā piētisma pētniecība nav plašāk nodarbojusies ar šī reģiona izpēti.

Latvijas Nacionālās bibliotēkas, sadarbībā ar LU Teoloģijas fakultāti, Halles Frankes fondiem un Halles–Vitenbergas Mārtiņa Lutera Universitātes Starpdisciplināro piētisma pētniecības centru organizētā konference salīdzinošā skatījumā pievērsīsies Halles piētisma un hernhūtisma darbības jomām Baltijā/Vidzemē ilgajā 18. gadsimtā.