Tagungen, Workshops, Call for Papers

Teilnehmer eines international besetzten Gesprächs am runden Tisch im Freylinghausen-Saal

Die Stabsstelle Forschung veranstaltet regelmäßig Tagungen, Workshops sowie Vorträge zu unterschiedlichen Themenfeldern und nimmt selbst an international besetzten Konferenzen teil.

Der Medicus Malabaricus von 1712 – Medizin und Mission im globalen Kontext

Montag, 6. September 2021, 9:00–17:00 Uhr, digital

Der in Kooperation mit dem Zentrum für Wissenschaftsforschung der Leopoldina durchgeführte multidisziplinäre Workshop widmet sich der missionsgeschichtlich wie medizin-/pharmaziehistorisch herausragenden Quelle des Medicus Malabaricus von 1712, die im Archiv der Franckeschen Stiftungen aufbewahrt wird.

Der im Rahmen der Dänisch-Halleschen Mission in Tharangambadi in Südindien aktive Missionar Johann Ernst Gründler (1677–1720) hat in Zusammenarbeit mit einem indischen Schreiber und einem Brahmanen vor Ort medizinisches und
pharmazeutisches Wissen aus unterschiedlichen Textquellen gesammelt, übersetzt und zusammengestellt. Die daraus resultierende Handschrift trägt den Titel Medicus Malabaricus und datiert auf das Jahr 1712. Das Manuskript umfasst 186 beschriebene Seiten, wovon 33 Seiten auf eine Vorrede sowie 19 Seiten auf ein Wörterverzeichnis entfallen. Der Hauptteil von 132 Seiten gliedert sich in zwei Bereiche: zum einen die Darstellung von Krankheiten, deren Ursachen und Diagnosen, zum anderen die Wiedergabe der Zusammensetzungen von Arzneien. Der Workshop hat zum Ziel, Perspektiven und Fragen zu entwickeln und zu diskutieren, die dazu dienen, ein Design für eine kritisch-fachwissenschaftliche Edition zu entwerfen.

Konzeption und Leitung:
Prof. Dr. Holger Zaunstöck (Stabsstelle Forschung der Franckeschen Stiftungen),
Rainer Godel (Leiter des Zentrums für Wissenschaftsforschung der Leopoldina)

Das Programm sowie weitere Informationen zum Workshop entnehmen Sie bitte diesem Faltblatt.

Wissenschaftshistorisches Seminar mit Prof. Dr. Marian Füssel (Göttingen)

Dienstag, 9. November 2021, 18:00 Uhr, Freylinghausen-Saal, Haus 1 (Historisches Waisenhaus)

Von Hunden, Trinkern und Physikern: Zur Kulturgeschichte der Vorlesung im 18. Jahrhundert
 

In Kooperation mit der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, begrüßen die Franckeschen Stiftungen am 9. November 2021 Prof. Dr. Marian Füssel als Referenten zur Kulturgeschichte der Vorlesung im 18. Jahrhundert.

Jede und jeder kennt die Vorlesung als eine zentrale akademische Unterrichtsform. Ihre lange Geschichte birgt jedoch zahlreiche Überraschungen, die vom Wandel akademischer Wissenskulturen zeugen. In früheren Jahrhunderten waren private und öffentliche Räume noch nicht klar geschieden, die Professoren konkurrierten um zahlungswillige Hörer und die Studierenden pflegten auch im Unterricht einen eigenen ständischen Lebensstil.

Obwohl strukturell auf die Reproduktion von Wissen angelegt, war die Vorlesung stets auch ein Ort der Fabrikation neuen Wissens, sei es durch Auslegung, Kritik, Experiment oder Lehre am Objekt. An Beispielen aus Halle und Göttingen rekonstruiert der Vortrag die kulturelle Praxis akademischer Wissensvermittlung im Jahrhundert der Aufklärung.

Marian Füssel ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit, unter besonderer Berücksichtigung der Wissenschaftsgeschichte, an der Georg-August-Universität in Göttingen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Militärgeschichte und Geschichte des Wissens, insbesondere der Universitäten in der Frühen Neuzeit.

Es laden Sie herzlich ein:
Prof. Dr. Holger Zaunstöck, Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke, Prof. Dr. Rainer Godel, Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann und Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Christina Brandt

Nähere Informationen zur Teilnahme an dieser Veranstaltung erhalten Sie auf der Homepage der Leopoldina.

Halle Lecture mit Prof. Dr. Michael Hampe (Zürich)

Donnerstag, 2. Dezember 2021, 18:00 Uhr, Freylinghausen-Saal (Franckesche Stiftungen) sowie digital

Illusionslosigkeit als Ziel von Aufklärungsanstrengungen
 

Organisiert vom Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA), findet am 2. Dezember 2021 ein Vortragsabend in der Reihe Halle Lectures im Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen statt. Der renommierte Professor für Philosophie an der ETH Zürich Michael Hampe wird zum Thema Illusionslosigkeit als Ziel von Aufklärungsanstrengungen referieren.

Gewaltenteilung, Mündigkeit, Freiheit und Vernünftigkeit werden als positive Ziele der Aufklärung angesehen. Illusionslosigkeit ist dagegen ein negatives oder minimales Ziel. Es hat vielen  Aufklärungsbewegungen eine Orientierung gegeben, u.a. der sokratischen und ist wohl auch für aufklärerische Säkularisierungsbewegungen in Asien relevant. Im Anschluss an Philosophen wie Paul Feyerabend und Raymond Geuss geht der Vortrag der Frage nach, wie es zu Illusionen kommt, welche Funktion sie haben und welchen Schaden sie anrichten könnten und ob positive  Aufklärungsideale wie das einer universalen Vernünftigkeit eventuell selbst illusionär gewesen sind.

Kooperationspartner der Vortragsreihe Halle Lectures sind:

  • Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der EuropäischenAufklärung (IZEA)
  • Franckesche Stiftungen zu Halle
  • Alexander von Humboldt-Professur für Neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer
  • Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung (IZP)
  • Landesforschungsschwerpunkt »Aufklärung — Religion — Wissen«

Ihre Anmeldung senden Sie bitte bis zum 30. November 2021 an folgende E-Mail-Adresse: izea(at)izea.uni-halle.de

Deutsch-Russische Begegnungen

Im Abstand von  in der Regel drei Jahren werden internationale sowie interdisziplinäre Tagungen zu den wechselseitigen deutsch-russischen Beziehungen im 18. Jahrhundert durch die Franckeschen Stiftungen in Zusammenarbeit mit weiteren Kooperationspartnern organisiert. Hierzu zählen insbesondere das Archiv der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg und die Internationale Georg-Wilhelm-Steller-Gesellschaft e.V. Derzeit wird ein digitales Format für 2022 vorbereitet. Die Programme der Begegnungen 2020 und 2017 finden Sie hier: Programm 2020, Programm 2017.