»Gott erbarme sich der bedrängten Böhmen«

300 Jahre Böhmischer Bibeldruck in Halle
Ausstellung

Tschechische Bibel von 1537 aus dem Besitz von Heinrich Milde
Tschechische Bibel von 1537 aus dem Besitz von Heinrich Milde

2022 jährt sich der Druck der böhmischen Bibel in Halle zum dreihundertsten Mal. August Hermann Franckes Anliegen war es, die unterdrückten Lutheraner in Böhmen, Mähren, Teilen Ungarns und Schlesiens zu stärken und die aus ihrer Heimat vertriebenen protestantischen Glaubensbrüder im Exil zu unterstützen. Vor allem wollte er die Exulanten mit Büchern in ihrer Muttersprache versorgen. Unter Franckes Mitarbeiter Heinrich Milde (1676–1739) entwickelte sich Halle zu einem wichtigen Druckort tschechischsprachiger religiöser Literatur. Den Höhepunkt der Verlagstätigkeit bildete die Herausgabe der tschechischen Bibel, deren Exemplare heimlich in Böhmen und Mähren verbreitet wurden und bis ins Baltikum und nach Russland gelangten.

Die Kabinettausstellung in der Historischen Bibliothek gibt einen Einblick in die Beziehungen des Halleschen Waisenhauses zu den böhmischen Glaubensminderheiten und stellt Beispiele der für sie bestimmten Drucke vor.