Halle Lectures – Mit Prof. Dr. Michael Hampe (Zürich)

Prof. Dr. Michael Hampe (Zürich): Illusionslosigkeit als Ziel von Aufklärungsanstrengungen

Gewaltenteilung, Mündigkeit, Freiheit und Vernünftigkeit werden als positive Ziele der Aufklärung angesehen. Illusionslosigkeit ist dagegen ein negatives oder minimales Ziel. Es hat vielen Aufklärungsbewegungen eine Orientierung gegeben, u.a. der sokratischen, und ist wohl auch für aufklärerische Säkularisierungsbewegungen in Asien relevant. Im Anschluss an Philosophen wie Paul Feyerabend und Raymond Geuss geht der Vortrag der Frage nach, wie es zu Illusionen kommt, welche Funktion sie haben und welchen Schaden sie anrichten könnten und ob positive Aufklärungsideale wie das einer universalen Vernünftigkeit  eventuell selbst illusionär gewesen sind.

Der Vortrag wird im Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen sowie digital unter Beachtung der dann geltenden Corona-Bestimmungen stattfinden. Der Link zur Veranstaltung wird zeitnah an dieser Stelle veröffentlicht.

BesucherInnen werden gebeten, sich bis zum 30. November 2021 unter folgender E-Mail-Adresse anzumelden (sowohl für die digitale Teilnahme als auch die Teilnahme vor Ort): izea@izea.uni-halle.de

Hinweise für BesucherInnen, die digital teilnehmen: Wollen Sie mit einem Gerät von Apple (MacBook o.ä.) an der Veranstaltung teilnehmen, empfehlen wir Ihnen, die Webex-App auf Ihrem Gerät zu installieren. Wir bitten Sie, Ihre Videoübertragung und das Mikrofon während des Vortrags auszuschalten, damit Nebengeräusche die anderen TeilnehmerInnen nicht stören. Zur Diskussion schalten Sie die Videofunktion gern ein.

 

Halle Lectures

Die Erforschung des 18. Jahrhunderts spielt in Halle eine herausgehobene Rolle, an den Forschungszentren der Universität ebenso wie in den Franckeschen Stiftungen. Betrieben wird diese Forschung in dem Bewusstsein, an den Grundlagen der modernen Gesellschaft zu arbeiten und mit der Historie immer auch ein Stück unserer Gegenwart kritisch zu befragen und damit ‚aufzuklären‘. In jüngster Zeit ist die Maßgeblichkeit der Aufklärung sowohl in wissenschaftlichen als auch in gesellschaftlichen Debatten in die Kritik geraten. Wieviel Selbstüberschätzung steckt im Anspruch der Aufklärer? Ist Aufklärung nicht – wie die christlich-pietistische Mission – trotz der von ihr beanspruchten Universalität, ein partikulares Projekt, das die Vorherrschaft Europas mehr gestärkt als in Frage gestellt hat? Wieviel taugen die kritischen Verfahren, die anthropologischen Leitbilder und die politischen Ideale des 18. Jahrhunderts noch in einer Zeit, in der sich partikulare und nationalistische Tendenzen rapide auszubreiten scheinen? Um solchen Fragen nachzugehen, haben die in Halle ansässigen Forschungseinrichtungen, die zentral mit dem 18. Jahrhundert befasst sind, eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Jährlich zwei herausragende, international renommierte Wissenschaftler werden gebeten, ihre Sicht auf die Erforschung des 18. Jahrhunderts und deren Bedeutung im Kontext der aktuellen Weltlage darzulegen. Historische Fundierung und gegenwartsbezogene Problematisierung sollen dabei verbunden werden, ebenso lokale, nationale, europäische und globale Perspektivpunkte. Die Vorträge richten sich sowohl an Forscher und Studierende als auch an die weitere Öffentlichkeit.

Eine Kooperation von

  • Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA)
  • Franckesche Stiftungen zu Halle
  • Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung (IZP)
  • Alexander von Humboldt-Professur für Neuzeitliche
  • Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer
  • Landesforschungsschwerpunkt »Aufklärung — Religion — Wissen«