Druckereigebäude

Haus 52-53

Die Collage zeigt vier Ansichten des Druckereigebäudes von Osten vor, während und zum Abschluss der Sanierunsarbeiten.

1710 gründete August Hermann Francke zusammen mit seinem Freund und Unterstützer Carl Hildebrand von Canstein (1667–1719) die erste Bibelanstalt der Welt. 1743 entstand ein Magazingebäude zur Lagerung der zahlreichen gedruckten Bibeln. Dieses Gebäude wurde schon kurze Zeit später als Druckerei umfunktioniert und blieb so bis 2010 in Benutzung. Es gehört zu den Funktions- und Versorgungsbauten, die den Schwarzen Weg auf der Südseite säumen und zählte zu den letzten noch unsanierten historischen Gebäuden im Kernensemble.

View of the print shop building in need of renovation around 1989

Raum für Magazine

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dem Gebäude noch ein Trakt mit großen Maschinensälen angefügt. Hier haben wir jetzt moderne Rollregalanlagen als zusätzliche  Magazine für unsere kulturhistorischen  Archiv- und Bibliotheksbestände eingebaut, ebenso Depotflächen für unsere Kustodie. Im Kellergeschoss wird das Verlagsmagazin der Franckeschen Stiftungen eingerichtet.

Blick auf die ausgetretenen Holzstufen des hinteren Treppenhauses im Druckereigebäude.

Zeitzeugen

Das Treppenhaus in der Ostseite des Gebäudes von 1743 konnte Dank bei der sorgsamen Sanierung erhalten werden. Die ausgetretenen Treppenstufen spiegeln den Alltag der vielen Menschen in dem Gebäude. Treppauf, treppab wurden das Material des Druckerhandwerks mit Unmengen Papier und fertigen, aufwändig produzierten Drucksachen getragen. Später nutzten die BewohnerInnen des Hauses und zuletzt MusikschülerInnen das Treppenhaus.  

Neues Leben im Gebäude

Hier entsteht das LeoLab, ein neuer Raum für kulturelle Bildung und Vermittlung. Darüber befindet sich ein großzügiger lichtdurchfluteter Vortragssaal mit bis zu 135 Plätzen, den wir Georg Heinrich Neubauer (1666–1725) benannt haben, den engsten Mitarbeiter Franckes in der zweiten Reihe.

Das L-förmige Gebäude schafft im Süden einen Innenhof, der zukünftig Jugendlichen im LeoLab zur Vefügung steht.

Raum für Ideen

Im Zuge der Sanierung ist der Innenhof im Süden von einem Verkehrsraum zwischen den Gebäuden der Druckerei zu einem offenen Ort für junge Menschen geworden. Wir freuen uns darauf, wie sich der neue Platz zukünftig beleben wird.