Die Predigt bei Luther und im Pietismus

Nach dem Vorbild der Bibel und des frühen Christentums war die Predigt im Mittelalter ein wichtiges Element des Gottesdienstes. Aber Martin Luther maß der Predigt eine ganz zentrale Bedeutung zu, da hier das konkrete Wort Gottes die Menschen zum Glauben „anhalten, locken und reitzen“ sollte. So wurde sie das wichtigste Medium zur Ausbreitung der reformatorischen Lehre. Luther selbst wurde zum Vorbild evangelischer Prediger.

Im Verständnis August Hermann Franckes eignete sich die Predigt ganz besonders zur persönlichen Ansprache und Bekehrung der Zuhörer. Das erforderte eine besondere Schulung der Theologen zu einer einfachen, verständlichen und bildreichen Sprache. Die Predigt sollte zu Herzen gehen und zur Besinnung über das Gehörte anregen, um letztendlich positiv auf die persönliche Lebensführung zu wirken. Viele Predigten Franckes wurden von Studenten mitgeschrieben und dann publiziert.

Aufgrund der großen Bedeutung der Predigt räumten die Pietisten der Predigtlehre und der Predigerausbildung im Theologiestudium großen Raum ein und reformierten damit die Theologenausbildung nachhaltig hin zu einer Orientierung auf die seelsorgerliche Praxis.


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