Das Ziegenbalg-Haus

Vier Männer und eine Frau in einem leuchtend orangenem Sari schauen sich eine Kunstausstellung im Ziegenbalg-Haus in Tharangambadi an.
ZiegenbalghausAusstellung im Ziegenbalg-Haus in Tharangambadi

Ein Museum über den Dialog zwischen Kulturen in Tharangambadi

Profil

Das Ziegenbalg-Haus in Tharangambadi (Tamil Nadu) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Franckeschen Stiftungen in Halle, des Evangelisch-Lutherischen Missionswerks in Niedersachsen und der Tamilisch Evangelisch-Lutherischen Kirche (TELC) mit Hilfe vieler Partner:innen in Indien und Europa. Es ist ein Ort des Austauschs zwischen den Bewohner:innen (Hindus, Christen, Muslime) des ländlichen Raumes und den Besucher:innen aus Indien und Europa.

Ausgangspunkt für das Projekt sind die Begegnungen zwischen den halleschen Missionaren der ersten protestantischen Mission und der tamilischen Gesellschaft. Umfassende schriftliche, aber auch gegenständliche Quellen sind in Indien und Europa davon überliefert. In den Franckeschen Stiftungen sind sie im kulturhistorischen Archiv und in der Kunst- und Naturalienkammer heute wieder allen Interessierten zugänglich.

Projekte

Ein »Indien-Schrank« in der halleschen Wunderkammer und ein »Deutschland-Schrank« im Museum in Tharangambadi

Ein Kunstprojekt der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt

2019 begrüßten wir Asma Menon in den Franckeschen Stiftungen. Gemeinsam mit der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt und organisiert von Jasmin Eppert, der Projektleiterin des Museums für den interkulturellen Dialog in Tharangambadi, haben wir sie für ein spannendes Kunstprojekt nach Halle eingeladen. Drei Monate lang tauchte Asma in die Stadt ein, bereiste Deutschland und traf neue Freunde und alte Bekannte. Aus den vielen Begegnungen wählte sie Objekte für einen »Deutschland-Schrank« im Museum für den interkulturellen Dialog im Ziegenbalg-Haus in Tharangambadi aus. Ihre Vorgänger waren die halleschen Missionare, die im 18. Jahrhundert die Kultur und den Alltag im damaligen Tranquebar kennenlernten. Ihre (für den europäischen Blick) wissenswerten und kuriosen Entdeckungen schickten sie regelmäßig an das Hallesche Waisenhaus. Hier ist ein ganzer »Indien-Schrank« Teil der Wunderkammer. Inspiriert von dieser Geschichte ist nun ein »Deutschland-Schrank« in Tharangambadi entstanden.

Ein »Deutschlandschrank« in Indien? Wir haben Asma Menon gefragt, warum und wie sie gesammelt hat.

Das Interview führte Jasmin Eppert, 2013-2020 Projektleiterin des Museums für den interkulturellen Dialog im Ziegenbalghaus in Tharangambadi

(M)ein indisches Jahr in Deutschland

Mercy Rethna

Ein Jahr lang war Mercy Rethna aus Tiruchirappalli als Bundesfreiwillige bei uns in Halle. Sie arbeitete mit uns an der Webseite, reiste durch Deutschland und Europa, um ihr Indien vorzustellen und war regelmäßig Gast im Kinderkreativzentrum Krokoseum und dem Kinderhort August Hermann Francke.

Auf Facebook versammelte sie eine ganze Fangemeinde um ihre Posts über Deutschland und Indien. Lernen Sie Deutschland aus ihrer Perspektive kennen!

Christine Bergmanns Bilderzyklus zu Schulmädchen in Südindien

Ergebnisse des Arbeitsstipendiums Halle-Tharangambadi der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt

Die hallesche Künstlerin Christine Bergmann reiste im September 2019 dank eines Stipendiums der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt nach Tharangambadi. Von dem Aufenthalt erhoffte sich die Malerin Einfluss auf drei ihrer Interessensgebiete: Farbe, Architektur und traditionelles Kunsthandwerk, insbesondere das Textile betreffend. Die Reise war zunächst als Inspiration gedacht. Vor Ort hat sie mit Kindern im Ziegenbalgmuseum einen Kunstkurs über Pop-up-Karten durchgeführt und einige der jungen Teilnerhmerinnen auf künstlerischer Spurensuche in den Schulklassen vor Ort wiedergetroffen. Von ihrer Reise erzählt sie:

Künstlerische Entwicklungen gehen nicht zwangsläufig mit bewussten Zielsetzungen einher nach dem Motto »Jetzt mache ich mal 3 Jahre genau das und das«. Thematische Hinwendungen ereignen sich einfach oder kristallisieren sich heraus und man schaut sich als Künstler quasi selbst dabei über die Schulter. So ging es mir mit der zunehmenden Vorliebe für Mädchen und Frauen in der Malerei schon vor dem Indienstipendium. Ich hatte eine unbestimmte Ahnung, dass die Indienreise motivisch eine Lösung bietet für »etwas«, das ich in Europa nicht ohne weiteres finden konnte.

Die Reiseeindrücke von Christine Bergmann sind in ihrem Reiseblog nachzulesen. Im Sommer 2020 zeigte sie ihre Gemälde, die nach den Begegnungen mit den Schulmädchen in Deutschland (Öl auf Leinwand) entstanden sind, in einer Ausstellung im Historischen Waisenhaus.

Stefan Schwarzer: Tharangambadi Reports

Ergebnisse des Arbeitsstipendiums Halle-Tharangambadi der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt

Ein weißer Gartenstuhl, gute Buntstifte und Papier, das zum Land passt. Mehr brauchte es nicht für Stefan Schwarzers Aufenthalt in Tharangambadi, Südindien. Einen Monat lang zeichnete er die Häuser der Kleinstadt am südindischen Ozean, sprach mit den Menschen und schrieb jeden Abend Tagebuch. Inspirationsquelle für die Gespräche waren die Berichte der Missionare der Dänisch-Halleschen Mission, veröffentlicht in den »Halleschen Berichten«. Und so fragte sich Schwarzer durch die Bevölkerung, was sie am liebsten tragen, wie das Wetter ist und wovon sie leben. In seinem Buch »Tharangambadi Reports« veröffentlichte er die Gespräche und setzte sie zu den historischen Quellen in Beziehung. Zusammen mit seinen Zeichnungen ist so ein wunderbares Bild der »Stadt der singenden Wellen«, wie Tharangambadi übersetzt heißt, entstanden, das die Geschichte des Ortes in die Gegenwart holt.

Aufbau Museum

Das Ziegenbalghaus wird Museum

Eine filmische Reise nach Tharangambadi

Unterwegs zwischen Burgkirchen, Halle und Tharangambadi fing der Dokumentarfilmer und Fotograf Heiner Heine die großen Schritte der Entstehung des Museumsprojekts ein. Sehen Sie hier sechs Kurzfilme, die die einmalige Gelegenheit bieten, das tausende Kilometer entfernte Museum zu besichtigen und seine Entstehungsgeschichte kennenzulernen.

Der Wiederaufbau des Ziegenbalghauses ist ein Kooperationsprojekt der Franckeschen Stiftungen mit der Tamil Evangelical Lutheran Church, dem Auswärtigen Amt, dem Evangelisch-Lutherischen Missionswerk in Niedersachsen und dem Evangelisch-Lutherischen Missionswerk Leipzig.

Video Poster

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Mit Trommeln und Girlanden

Jedes Jahr im Juli gedenken die Bewohner Tharangambadis der Ankunft der ersten lutherischen Missionare Bartholomäus Ziegenbalg (1682–1719) und Heinrich Plüschau (1677–1752) am 9. Juli 1706 mit einem Festumzug durch die Stadt. Zum 310. Jahrestag wurde das Museumsprojekt mit Trommeln und Girlanden gefeiert.

Es begann in Tranquebar

Nach ihrer Ankunft suchten Ziegenbalg und Plütschau mit großem Interesse den Kontakt zu den Menschen vor Ort. Dies war der Beginn eines einzigartigen Dialogs, der bis heute fortwirkt.

Video Poster

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Video Poster

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Der Himmel über Tharangambadi

Jasmin Eppert erzählt, wie Sie nach Tharangambadi fuhr, um gemeinsam mit den Partnern vor Ort das Museumsprojekt umzusetzen. Bis zum Frühjahr 2019 hat sie in der tamilischen Kleinstadt gelebt und gearbeitet.

Kontakt

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Friederike LippoldKommunikation, Veranstaltungen, Internationales+49(0)345 2127 431Nachricht schreiben