Einrichtungen

Vogelperspektive auf das Gelände der Franckeschen Stiftungen vom historischen Lindenhof bis zur Latina.
Horst FechnerLuftbild der Franckeschen Stiftungen von Norden

Über 40 pädagogische, wissenschaftliche, soziale, kulturelle und christliche Einrichtungen arbeiten im Bildungskosmos Franckeschen Stiftungen.

Kultur

Partnereinrichtungen

Im Februar 2020 wurde in den Franckeschen Stiftungen eine moderne Buchhandlung mit langer Tradition eröffnet: 1698 hatte August Hermann Francke hier das kurfürstliche Privileg für den Handel mit Büchern erhalten. Als engagierter und verlässlicher Partner für die Bibliotheken auf dem Gelände, für die Veranstaltungen der Franckeschen Stiftungen und ihrer Partner bringt sie sich in den Bildungskosmos und ist ein inspirierender Bücherort für Kinder, Eltern und Großeltern, für Studierende, Wissenschaftler oder einfach Neugierige.
Hochkarätige Auftritte international renommierter KünstlerInnen und Ensembles – diese Facette fügt der Kammermusikverein Halle e. V. der Musiklandschaft in den Franckeschen Stiftungen und ganz Halles hinzu. Die Reihe »Stunde der Musik« findet im Freylinghausen-Saal statt, dessen Akustik besonders für Kammermusik geeignet ist. Die Konzerte sind in das kulturelle Programm der Franckeschen Stiftungen integriert.
Die Kulturstiftung des Bundes hat ihren Sitz in einem preisgekrönten Neubau am Entree der Franckeschen Stiftungen. Der Bau, der sich harmonisch in die bestehende historische Häuserzeile einfügt, steht für die Ziele der Kulturstiftung – die Initiierung und Förderung nationaler und internationaler innovativer Kunst- und Kulturprojekte. Dabei investiert sie in die Entwicklung neuer Verfahren der Pflege des kulturellen Erbes und in die Erschließung kultureller und künstlerischer Wissenspotentiale für die Diskussion gesellschaftlicher Fragen.
Die Nudelmanufaktur bietet für ihre Gäste und die BesucherInnen der Stiftungen ein attraktives Speisesortiment und einen Ort der Entspannung. Nach dem Konzept der Fast Casual Food-Küche werden selbstgemachte Pasta, Obst und Gemüse aus der Region sowie Fleisch- und Fischprodukte aus nachhaltiger und ökologischer Zucht gereicht. Erweitert wird das Angebot durch Sandwiches und frische Salate sowie kleine Desserts.
Die im Jahr 2000 geweihte Kirche bietet orthodoxen ChristInnen einen Gottesdienstort. Das Verständnis des orthodoxen Gottesdienstes spiegelt sich in der Ikonen- und Freskenmalerei der Tonnengewölbe, der Unterteilung in Vor- und Hauptkirche sowie in der Ikonenwand als Abgrenzung zum Allerheiligsten wider. Die einzige russisch-orthodoxe Kirche in Sachsen-Anhalt ist auch eine ökumenische Begegnungsstätte, deren Verortung in den Franckeschen Stiftungen auf die Beziehungen der hallischen Pietisten nach Russland zurückgeht.
Seit 2010 knüpft die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland an die seit 1956 unterbrochene Tradition der seelsorgerlichen und pädagogischen Arbeit der Stiftungspfarrer an. Zu den vielfältigen Angeboten gehören religionspädagogische Projekte in den Kindereinrichtungen, projektbezogener Unterricht für Schulen und KonfirmandInnen. Regelmäßige Andachten und besondere Gottesdienste geben der persönlichen Besinnung oder der Feier des Glaubens Zeit und Raum.
Gegründet im 12. Jahrhundert zählt der Stadtsingechor zu Halle zu den ältesten Knabenchören Deutschlands. Im Mittelpunkt der Chorarbeit steht die Pflege der geistlichen Chormusik, wobei die herausragende mitteldeutsche Musiktradition mit Scheidt, Händel, Schütz und Bach besondere Aufmerksamkeit erfährt. Ausweise der künstlerischen Qualität des Chores sind beispielsweise die jahrelange Mitwirkung bei den Internationalen Händel-Festspielen in Halle und Gastspiele in der ganzen Welt.

Wissenschaft

Partnereinrichtungen

Das hier mit einer Außenstelle vertretene Institut ist eines der größten außeruniversitären sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitute auf Bundesebene. Seine Aufgaben sind die anwendungsbezogene Grundlagenforschung über die Lebensverhältnisse von Kindern, Jugendlichen und Familien, die Initiierung und wissenschaftliche Begleitung von Modellprojekten der Jugend- und Familienhilfe, Sozialberichterstattung sowie sozialwissenschaftliche Dienstleistungen.
Die Historische Kommission für Sachsen-Anhalt e.V. ist eine Vereinigung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Landes Sachsen-Anhalt beschäftigen. Als Koordinierungs-, Diskussions- und Forschungsnetzwerk trägt sie zur Identitätsstiftung des Landes Sachsen-Anhalt bei. Sie verfolgt das Ziel, der landeshistorischen Forschung neue Impulse zu geben und neue Forschungsansätze in den verschiedenen Disziplinen zu verbinden.
Das IZEA der Martin-Luther-Universität – eines der international bedeutendsten deutschen Forschungsinstitute zur Aufklärung – widmet sich Forschungs- und Editionsprojekten zur Aufklärung. Mit der seit 2014 bestehenden Humboldt-Professur für »Neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer« konnte das Forschungsportfolio noch weiter ausgebaut werden. Das Immanuel-Kant-Forum und zahlreiche weitere Kooperationen unterstreichen die weit verzweigte Verbundforschung des Zentrums.
Das universitäre Forschungszentrum untersucht die kulturellen, sozialen und wissenschaftlichen Reformideen des Pietismus, vor allem des hallischen, seine Strukturen, Organisationsformen und weltweiten Verbindungen während des langen 18. Jahrhunderts. Zu den grundlegenden Aufgaben des Zentrums gehört die Durchführung von interdisziplinären Forschungsvorhaben.
Seit Jahren erreichen die Erziehungswissenschaften der Martin-Luther-Universität in bundesweiten Hochschulrankings Spitzenplätze und sind zu einem bedeutenden Standort pädagogischer Forschung und Lehre geworden. Sechs Forschungsschwerpunkte spiegeln die Arbeit der Fakultät in besonderer Weise wider: Kindheits- und Jugendforschung, Pädagogische Professionen, Institutionen des Bildungs- und Sozialwesens, Pädagogische Interaktionen, Kulturwissenschaftliche Bildungsforschung sowie Prävention, Rehabilitation und Gesundheit.
Die Spenerforschungsstelle widmet sich der Edition der Briefe des lutherischen Theologen Philipp Jakob Spener (1635–1705) – vielfach bezeichnet als »Vater des Pietismus«. Die Erschließung seiner umfangreichen schriftlichen Korrespondenz (circa 3.500 Briefe) liefert einen bedeutenden Beitrag für die Kirchengeschichts- und gesamte Frühneuzeitforschung.
In der Verzahnung von Theorie und Praxis werden am Staatlichen Seminar Lehrkräfte, differenziert nach Schulformen, Fächern und Fachrichtungen, ausgebildet, die SchülerInnen in ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung fördern sollen. Das Landesprüfungsamt ist verantwortlich für Organisation und Abnahme der Laufbahnprüfungen. So bildet das LISA zusammen mit den hiesigen Schulen und der Universität einen idealen Standort für die LehrerInnenbildung.
An der traditionsreichen Fakultät lehrte schon der Waisenhausgründer August Hermann Francke. Mit zehn Professuren bietet sie den Diplom-Studiengang/das Studium zum Ersten Kirchlichen Examen, alle Lehramtsstudiengänge sowie den Bachelor und Master an. Die wissenschaftlichen Arbeit umfasst auch die Forschung zum hallischen Pietismus und zu Schleiermacher.
Der Verein unterstützt die stadtgeschichtlichen Forschungen mit dem Ziel, wissenschaftliche Untersuchungen anzuregen, zu begleiten und die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu dienen die Tage der Stadtgeschichte, Vortragsreihen und Themenabende sowie Freiluftvorträge direkt vor einem historischen Ort.
Das interdisziplinär aufgestellte ZSB der Martin-Luther-Universität ist vor allem im Bereich grundlagenorientierter Bildungsforschung tätig. Drei Hauptbereiche bestimmen sein Forschungsprofil: die schulbezogene Forschung, die Verbindung der Bildungs- und Schulforschung mit der Kindheits- und Jugendforschung sowie die Organisationsund Professionsforschung.
Die Franckeschen Stiftungen sind einer der bedeutendsten Bibliotheksstandorte in Sachsen-Anhalt. Für die Zweigbibliothek Erziehungswissenschaften/Theologie/Medien- und Kommunikationswissenschaften/JüdischeStudien der ULB (Ha10) wurde 2002 ein lichter Bibliotheksneubau errichtet. Mit ihren umfangreichen Beständen bildet diese Zweigbibliothek einen modernen Dienstleistungsbereich und Knotenpunkt studentischen Lebens auf dem Campus.
Die Zweigbibliothek der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt entstand 1998 im Zusammenhang mit der Gründung der internationalen Forschungsstätte nach dem Vorbild der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Der Freihandappart versammelt u. a. Quelleneditionen, Bibliografien, Handbücher und Forschungsliteratur zur Europäischen Aufklärung.

Bildung

Das Stiftsgut Stichelsdorf ist ein Ort der offenen Kinder- und Jugendarbeit der Franckeschen Stiftungen und bietet mit dem Kinderbauernhof Halle und dem Gemüsebauern René Zimmermann, den beiden Pächtern auf dem Gut, Stadtkindern und Interessierten von Klein bis Groß einen besonderen Freiraum für Umweltbildung, Erlebnispädagogik und tiergestützte Therapie.

Partnereinrichtungen

Das Altenpflegeheim im Haus der Generationen, eine der vier stationären Pflegeinrichtungen der Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle, unterstützt und begleitet mit seinem neuen »Wohngemeinschaftsmodell« die Teilhabe eines jeden Bewohners am gesellschaftlichen Leben. Es setzt auf das Miteinander und fördert den Erhalt der Selbstständigkeit des Einzelnen. Auch im Alter und bei Pflegebedürftigkeit.
Seit 1715 gibt es im Langen Haus am Lindenhof studentisches Wohnen und Arbeiten. Damals verdienten Studenten ihr Wohngeld durch das Unterrichten im Waisenhaus. Heute ermöglicht das Evangelische Konvikt wieder gemeinsames Leben für Studierende. Das Haus verfügt über siebzig Einzelzimmer in Wohngemeinschaften, eine Bibliothek sowie Seminar- und Gemeinschaftsräume.
An der inklusiven Ganztagsschule lernen SchülerInnen gemeinsam bis zur 9. Klasse, bevor sie einen der möglichen Schulabschlüsse erhalten: Haupt-, Realschulabschluss oder (in Kooperation mit der berufsbildenden Schule »Friedrich List«) das Abitur. In Sprachklassen werden SchülerInnen mit Migrationshintergrund unterrichtet. Abendklassen des zweiten Bildungsweges sind hier ebenfalls angegliedert.
Die Schule versteht sich als Lern- und Lebensraum, in welchem mit vielgestaltigen Unterrichtsmethoden eigenverantwortliches Lernen gefördert wird. Der Unterricht trägt der sozialen und kulturellen Vielfalt des Einzugsgebiets der Schule sowie den Lebenserfahrungen und den unterschiedlichen Lernmöglichkeiten der Kinder Rechnung. Interkulturelles Lernen gehört hier zum Alltag.
Integration & Arbeit gGmbH
Der gemeinnützige Integrationsbetrieb setzt sich für die Teilhabe benachteiligter Menschen am Arbeitsleben ein. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam in überschaubaren Teams zusammen und erhalten Assistenz durch geschulte AnleiterInnen. So werden Rahmenbedingungen für Menschen geschaffen, deren Teilhabe an einer Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nach Ausschöpfen aller Fördermöglichkeiten und nach Einsatz von Integrationsfachdiensten auf besondere Schwierigkeiten stößt. Kontaktieren Sie I&A telefonisch unter +49 (0)345 6816354.
Auf dem Stiftsgut Stichelsdorf ansässig, bietet der Kinderbauernhof Halle Stadtkindern und Interessierten von Klein bis Groß einen besonderen Freiraum für Umweltbildung, Erlebnispädagogik und tiergestützte Therapie.
Die Latina ist mit ihrer über dreihundertjährigen Geschichte die älteste der Schulen in den Franckeschen Stiftungen. Sie wurde 1991 als Landesgymnasium in die Trägerschaft des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt überführt. Zur hohen Reputation der Schule trägt ihre Spezialisierung im sprachlichen und musikalischen Zweig bei. Hier gelingt es, intensive Begabtenförderung in den Schulalltag zu integrieren.
Seit 2003 beherbergt der Historische Speiseaal der Schulstadt August Hermann Franckes die »Mensa Franckesche Stiftungen« des Studentenwerks Halle. Franckes Gedanken und Aktivitäten zur Unterstützung von StudentInnen und Bedürftigen finden hier eine gute Weiterführung. Der Historische Speisesaal erfreut sich großer Beliebtheit und wird für zahlreiche Veranstaltungen über das Mittagsangebot hinaus genutzt.
Das Bibelwerk führt in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland die Tradition der Cansteinschen Bibelanstalt, der ersten Bibelanstalt der Welt, durch bibelpädagogische Arbeit fort. Ein umfangreiches Programm bietet Vortragsreihen, Tagungen, Seminare, Fortbildungen, Performances und Wechselausstellungen.
Die Musik-Etage ist eine Anlaufstelle für alle, die Spaß am Musizieren haben. In der privaten Musikschule werden etwa dreihundert Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene in ihrer Freizeit an die Musik herangeführt. Besonderer Wert wird auf das gemeinsame Musizieren gelegt. Auch das »Mitteldeutsche Kinder- und Jugendorchester« hat seinen Sitz in der Musikschule.
In der offenen Ganztagsschule mit jahrgangsübergreifenden Klassen und einem angeschlossenen, integrativ arbeitenden Hort, lernen Kinder nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik. Als Partner im »Haus der Generationen« stehen generationenübergreifende Projekte im besonderen Fokus der Schule. Sie ist zudem eine anerkannte Hospitationsstätte für Montessori-Pädagogik und bietet Lehrgänge zur Erlangung des Montessori-Diploms.
Seelsorge ist das Herzstück kirchlicher Arbeit. Sie bildet die Kompetenz, Menschen zu verstehen, zu begleiten und in ihrer Lebendigkeit und Hoffnung zu stärken. Kirchlichen MitarbeiterInnen, die haupt-, ehren- und nebenamtlich Menschen seelsorglich begleiten, werden im Seminar sowohl Kurzkurse mit besonderen inhaltlichen Schwerpunkten als auch Kurse im Rahmen der Klinischen Seelsorgeausbildung angeboten (DGfP/KSA).
Das Spielehaus in den Franckeschen Stiftungen ist das Einzige seiner Art in Deutschland. Seit über zwanzig Jahren bietet es einen Begegnungsraum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterschiedlicher sozialer und kultureller Prägung. Mehr als dreihundert Spiele aller Art ermöglichen einen spielerischen Zugang zu den unterschiedlichsten Kulturkreisen der Welt.
Der familienfreundliche Verein hat sich der präventiven Gesundheitsförderung durch Angebote für alle Altersgruppen in den Bereichen Bewegung, Entspannung sowie Freizeit- und Breitensport verschrieben. Gesundheits- und Ernährungsberatung ergänzen das Sportangebot. Durch eine eigene Kinderbetreuung während der Kurszeiten ist die Teilnahme auch für junge Familien unkompliziert möglich.
Seit der Gründung des Halleschen Waisenhauses 1698 gab es eine eigene Apotheke, die zunächst im Hauptgebäude untergebracht war. Hier erhielt man unter anderem Medikamente nach hauseigenen Rezepturen wie die berühmte Goldtinktur Essentia Dulcis. Die Apotheke und die zweite pharmazeutische Einrichtung, die Medikamenten-Expedition, waren im 18. Jahrhundert wichtige wirtschaftliche Standbeine der Anstalten. Seit 1870 befindet sich die Apotheke in einem eigenen Gebäude in der Nähe des Leipziger Turms. Heute wird sie privat betrieben.

Allgemein

Partnereinrichtungen

Die Franckeschen Stiftungen brauchen engagierte Freunde. Von beherztem privaten Engagement ist die gesamte Geschichte der Stiftungen geprägt. Der Freundeskreis ist seit seiner Gründung 1990 ein steter und verlässlicher Begleiter der Stiftungsarbeit. Dank seines großen Mitgliederbestandes und der hohen Spendenbereitschaft konnten nennenswerte Beiträge zur baulichen Wiederherstellung der Stiftungen, zum Erhalt der wertvollen historischen Sammlungen sowie zur Förderung des Stiftungslebens geleistet werden.