Religiöse Selbstermächtigung, also die Emanzipation von vorgegebener religiöser Lehre und der Versuch individueller Aneignung religiöser Inhalte durch Laien wird in der Teilen der rezenten Religionsforschung geradezu als Signet der Moderne angesehen. Diese religionswissenschaftliche Arbeit betrachtet dagegen religiöse Selbstermächtigung in der Vormoderne, als insbesondere Handwerker in
Anhand ungewohnter Betrachtungsansätze fördert die Untersuchung der Schulzeit des Grafen Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (1700–1760) in Halle wichtige Gesichtspunkte zutage:Der erste Perspektivenwechsel betrifft die Person des Grafen: Während gemeinhin der ›reife‹ und weltweit agierende Graf, der Herrnhut gründete, im Zentrum wissenschaftlicher Betrachtungen steht, richtet sich hier der Blick auf
Die Erfolgsgeschichte des hallischen Pietismus wäre ohne die Unterstützung zahlreicher Vertreter des eng verflochtenen mitteldeutschen Adels nicht möglich gewesen. Im Fokus der diesbezüglichen Adelsforschung standen bisher vor allem Heinrich XXIV. Reuß-Köstritz (1681–1748), Erdmann Heinrich Henckel von Donnersmarck (1681–1752) und Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1691–1771). Die
Als Ergebnis der internationalen Tagung »Pietismus in der baltischen Geschichte – Forschungen und Perspektiven«, die am 2. Juni 2023 in Riga stattfand, ist nun ein Tagungsband erschienen.
In seiner Studie geht Claesson davon aus, dass es in Schweden nicht ein Nacheinander von lutherischer Orthodoxie (17. Jahrhundert) und Pietismus (18. Jahrhundert) gegeben hat, sondern dass beide Strömungen in einer »lutherischen Konfessionskultur« (Matthias Kaufmann) parallel verliefen. Dieses stellt er am Beispiel der Gemeinde am Stora Kopparberg in Falun dar, in deren frühindustriellem Milieu