Um 1700 verließen die Theologen und Pädagogen August Hermann Francke (1663–1727) und Christoph Semler (1669–1740) die ausgetretenen Pfade der Schul- und Erziehungsmethoden ihrer Zeit und gründeten in Halle neuartige Schulen mit wegweisenden Konzepten. Im Unterricht mit Realien, also den wirklichen Dingen, verbanden sie erstmals systematisch dreidimensionale Lehrmittel wie Modelle und optische
Nach intensiver Forschungs- und Rekonstruktionsarbeit wurde die Kunst- und Naturalienkammer im Historischen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen in Halle im Oktober 1995 wiedereröffnet. Sie ermöglicht einen direkten Zugang zur Sammlungskultur der Frühen Neuzeit. Die Kammer verweist darauf, dass die Besuchenden in den Sammlungen des 16. bis 18. Jahrhunderts staunen sollten und staunen wollten.
Seit jeher zählen Steine, Minerale und Fossilien zu den faszinierendsten Sammlerobjekten. Ihrer erdgeschichtlichen Erforschung und Deutung widmen sich Ausstellung und Katalog, die erstmals auch die Geschichte der Geologie in den Blick nehmen. Im Zentrum steht die Zeit um 1800, in der sich das immer komplexer werdende Wissen über die Vorgänge auf und unter der Erdoberfläche zu einer revolutionären
Die Jugend ist die Zeit des Aufbruchs, der Risikobereitschaft und des Vorwärtsdrängens, aber auch die Zeit großer Fragen und Verunsicherungen. Gerade in den Jahren der Klassischen Moderne scheinen Hoffnung und Enttäuschung nah beieinander zu liegen, wirken gegenläufige Tendenzen unmittelbar auf die Jugendlichen ein. Am Beispiel des Jungseins in den Franckeschen Stiftungen wird einer Reihe von
Johann Daniel Herrnschmidt (1675–1723) immatrikulierte sich im Oktober 1698 an der Universität Halle, nachdem er bereits an der Universität Altdorf drei Jahre zuvor ein Philosophie- und Theologiestudium begonnen hatte. Noch im gleichen Jahr wurde er Informator am Pädagogium der Glauchaschen Anstalten. Diesen blieb er verbunden, obwohl er zwischen 1702 und 1716 erst in Bopfingen, dann Idstein als