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Prof. Dr. Hartmut Wenzel Prof. Dr. Hartmut Wenzel Prof. Dr. Hartmut Wenzel

Daten

Termin: 19.04.2018, 09:00 Uhr

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Tagung aus Anlass des 200. Todestages von Ernst Christian Trapp (1745-1818)

Eine Veranstaltung der Philosophischen Fakultät III Erziehungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Franckeschen Stiftungen

Trapp wurde 1779 als erster deutscher Professor für Pädagogik an die Universität Halle berufen. Er gilt als bedeutendster Theoretiker des Philanthropismus. Seine Berufung war Teil der Bemühungen des preußischen Hofes, die Universität Halle nach verheerenden Kriegen zu »neuem Flor« zu führen und zugleich durch verbesserte Lehrerbildung einen Beitrag zur Schulverbesserung in Preußen zu leisten. Etwa zeitgleich mit Trapp wurde eine Reihe namhafter Professoren berufen, die einen Beitrag leisteten »auf dem Weg zur 2. Blüte« der halleschen Universität. Zu den damals Berufenen gehören J.F.G. Goldhagen, P.F.D. Meckel, J.R. Forster, W.J.A Karsten, A.H. Niemeyer und C.F. Bahrdt. Trapps Aufgabe war es, die im theologischen Seminar bestehenden Aktivitäten zur Lehrerbildung auf eine philanthropische Grundlage zu stellen. Erziehen und Unterrichten sollten – so Trapp - als »eigene Kunst« studiert und Pädagogik als empirische Wissenschaft etabliert werden. Die Berufung Trapps erfolgte allerdings gegen den Widerstand der theologischen Fakultät und führte folglich zu Konflikten. Im Frühjahr 1783 verließ er Halle wieder. 

Sein Wirken in der hallischen Zeit war vielfältig. Er schuf hier sein theoretisches Hauptwerk »Versuch einer Pädagogik« (1780), hielt pädagogische Vorlesungen und Kolloquien, inspizierte und leitete das universitäre Erziehungsinstitut, organisierte ein praxisorientiertes Lehrerstudium, führte selbst beispielhaft fortschrittlichen, schülerorientierten Unterricht vor und setzte so einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Lehrerbildung. Darüber hinaus gab er mit dem »Wochenblatt für Schulen« und dem »Erzieher« didaktische Materialen heraus, betätigte sich als Herausgeber von Lehrbüchern und eines »Gesangbuch(s) für die Jugend«, veröffentlicht Aufsätze und rezensierte aktuelle pädagogische Literatur für die »Allgemeine Deutsche Bibliothek«.

PROGRAMM DER TAGUNG

9.00 – 12.00 Uhr:
Grußworte
Prof. Dr. Torsten Fritzlar
Dekan der Philosophischen Fakultät III der MArtin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke
Direktor der Franckeschen Stiftungen

Beiträge Teil 1
Axel Oberschelp
Lehrerbildung im Halleschen Waisenhaus – Konzepte, Verfahren und Herausforderungen unter den ersten beiden Direktoren

Hartmut Wenzel
Trapp in Halle: Weichenstellungen der Lehrerbildung um 1780

Jens Brachmann
Friedrich Gedicke und das Seminarium für Gelehrte Schulen - Die Bedeutung der Seminaridee für die Professionalisierung der Lehrerbildung und für das Wissenschaftssystem

Mittagspause (mit Möglichkeit zur Führung durch die Franckeschen Stiftungen)

14.00 – 17.30 Uhr
Beiträge Teil 2
Pia Schmid
Ein von E.C. Trapp herausgegebener Roman über weibliche Erziehung: Antoinette Wilhelmine von Thielaus "Friederike Weiss und ihre Töchter" (1805)

Michael Gebauer
Sprachenlernen bei Trapp aus heutiger Sicht

Bertold Ebert
Trapp Rezeption in Halle von 1946 - 1990

Daniel Wrana
Praxisorientierung in der universitären Lehrerbildung als Aufgabe und Problem

Abschluss

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Philosophische Fakultät III - Erziehungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg | zur Einrichtung
Termin:
Ort: Haus 26 (Franckeplatz 1, Haus 26, 06110 Halle) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Tagung

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