AAA

Presseportal

Herzlich willkommen im Presseportal der Franckeschen Stiftungen!
Hier stellen wir Ihnen unser Text- und Bildmaterial zur aktuellen Berichterstattung zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartnerinnen

Sie wollen in den Presseverteiler aufgenommen werden? Schicken Sie uns eine Nachricht!

Dr. Kerstin HeldtLeiterin Kommunikation und Veranstaltungen Dr. Kerstin Heldt (Leiterin Kommunikation und Veranstaltungen) Dr. Kerstin HeldtLeiterin Kommunikation und Veranstaltungen Tel.+49 345 2127 405Fax+49 345 2127 418 Friederike LippoldKommunikation, Veranstaltungen, Internationales Friederike Lippold (Kommunikation, Veranstaltungen, Internationales) Friederike LippoldKommunikation, Veranstaltungen, Internationales Tel.+49 345 2127 431Fax+49 345 2127 418

Foto- und Drehgenehmigungen

Für alle Dreharbeiten und Fotoaufnahmen in den Franckeschen Stiftungen, einschließlich Außenaufnahmen auf dem Gelände, benötigen Sie eine Genehmigung. Diese können Sie rechts herunterladen und uns ausgefüllt zuschicken. Bitten setzen Sie sich vor Beginn Ihrer Arbeit rechtzeitig mit uns in Verbindung, damit wir einen reibungslosen Ablauf gewährleisten können.

MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

Pressematerial

Eröffnung des Bewegungshauses für den Sportverein SV Francke 08

MONTAG, 23. APRIL 2018 UM 14 UHR IN DER HISTORISCHEN MEIEREI (HAUS 33, IN DER EHEMALIGEN TISCHLEREI DER JUGENDWERKSTATT BAUHOF)

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 22. Januar 2018 wurde der Sportverein der Franckeschen Stiftungen 2008 e.V. zehn Jahre alt. Heute zählt der Verein mehr als 1.200 aktive Mitglieder und damit zu den größten Halles. Für das starke Segment des Gesundheits- und Breitensports konnten dank einer Förderung des Landes über 83.000 Euro sowie der Lotto-Toto Sachsen-Anhalt GmbH über 20.000 Euro, mit Eigenmitteln der Stiftungen von 60.000 Euro und mit der Unterstützung durch Firmen und Privatpersonen seit August 2017 in der Historischen Meierei neue Sporträume entstehen. Die ehemalige Tischlerei des Bauhofs verwandelte sich in ein Bewegungshaus, das am 23. April 2018 von Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen, Oliver Thiel, Geschäftsführer des Stadtsportbundes Halle e.V. und Jens Deutsch, Geschäftsführer des SV Francke 08, feierlich eröffnet wird. Dazu laden wir Sie herzlich ein. Im Anschluss ist ein Rundgang durch die neuen Räume möglich.

Am 14. August 2017 hatte der Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht, im Beisein der Presse den Fördermittelbescheid des Landes überreicht und damit das Startsignal für die Umbaumaßnahmen gegeben. Heute stehen dem Sportverein in der ehemaligen Tischlerei des Bauhofes zwei große helle Bewegungsräume im Obergeschoss sowie Umkleiden, ein Mehrzweckraum und ein separater Sanitärbereich im Untergeschoss zur Verfügung. Kurse aus der breiten Palette des Gesundheits- und Breitensports, die das Markenzeichen des familienfreundlichen Sportvereins SV Francke 08 sind, wie der Seniorensport; Pilates, Yoga und Entspannungsangebote; Rehasport; Kindertanzen, Lindy Hop, Social Dance und Zumba aber auch der Eltern-Kind-Sportangebote finden hier Raum. Aufgrund der hohen Nachfrage ist schon eine Erweiterung des Kursangebotes um Functional Fitness und Selbstverteidigung sowie Sport für Schwangere geplant.

PRESSEINFORMATIONEN:
Webauftritt des SV Francke 08: www.svfrancke08.de
Der Geschäftsführer Jens Deutsch steht für Interviews und Gespräche über die Angebote des Vereins auch im Vorfeld der Eröffnung zur Verfügung.
Fotomaterial zur Arbeit des Vereins stellen wir auf Wunsch gerne kostenlos zur Verfügung.

Die Pressemitteilung zum Herunterladen(PDF, 435 kB)

Prof. Dr. Udo Sträter ist neuer Vorsitzender des Kuratoriums der Franckeschen Stiftungen

Das Kuratorium ist das oberste Organ der Franckeschen Stiftungen. In seiner heutigen Sitzung am 17. April 2018 hat das Gremium den Theologen und langjährigen Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Prof. Dr. Udo Sträter, als Vorsitzenden gewählt. Er übernimmt das Ehrenamt am 1. Juni 2018.
Udo Sträter ist international einer der renommiertesten Pietismusforscher und mit den Franckeschen Stiftungen seit 1992 eng verbunden. Im Zuge seiner vielfältigen Tätigkeit in den Leitungsgremien der Universität gehört er dem Kuratorium bereits seit 2010 an.

Udo Sträter_FotoMarkus Scholz 

Mit der Wahl gibt der Theologe Prof. Dr. Helmut Obst nach 15 Jahren den Kuratoriumsvorsitz auf eigenen Wunsch ab. Helmut Obst war maßgeblich an der Wiedergründung und dem anschließenden Wiederaufbau der Franckeschen Stiftungen beteiligt und gehörte in unterschiedlichen Funktionen den Leitungsgremien seit 1990 an. In Würdigung seiner Verdienste wählte das Kuratorium Helmut Obst zum Ehrenvorsitzenden.

Auf der Sitzung des Kuratoriums wurde außerdem Frau Anneheide von Biela als stellvertretende Direktorin der Franckeschen Stiftungen gewählt. Anneheide von Biela ist studierte Sozialpädagogin mit einem Masterabschluss für das Management von Nonprofitorganisationen.
Sie leitete seit September 2017 den sozialen und pädagogischen Bereich der Franckeschen Stiftungen.

Reisen und Entdecken im 21. Jahrhundert: »Marsianerin« Christiane Heinicke im Gespräch mit Reinhard Bärenz

EINE VERANSTALTUNG IN DER GESPRÄCHSREIHE »PERSÖNLICHKEITEN« DER FRANCKESCHEN STIFTUNGEN

DIENSTAG, 24. APRIL 2018 UM 18 UHR IM FREYLINGHAUSEN- SAAL
EINTRITT FREI

Christiane Heinicke, promovierte Geophysikerin aus Sachsen-Anhalt, war die einzige deutsche Teilnehmerin des HI-SEAS (Hawaii Space Exploration Analog and Simulation) Forschungsprojektes als Simulation eines langfristigen Marsaufenthaltes. Am 24. April 2018 um 18 Uhr wird sie Gesprächsgast von mdr-Kulturchef Reinhard Bärenz in der Reihe »Persönlichkeiten« der Franckeschen Stiftungen sein. Gemeinsam werden sie über Heinickes Motivationen für einen Weltraumaufenthalt, ihre Erfahrungen bei den Vorbereitungen und Ideen für die Zukunft reden.

Das Gespräch ist Teil des Jahresprogramms der Franckeschen Stiftungen »Bewegte Zeiten«. Vor 300 Jahren unternahmen die Halleschen Pietisten eine halb- bis einjährige Reise nach Indien, um das Land und seine Bewohner zu erforschen. Heute würde es ein Weltraumflug von dergleichen Dauer erlauben, zu Forschungszwecken auf den Mars zu fliegen. Hinflug, Forschungsaufenthalt und Rückflug würden insgesamt zwei bis drei Jahre dauern. Da muss sich das Reiseteam blind verstehen und gut funktionieren. Im Forschungsprojekt der NASA wurden deshalb die zwischenmenschlichen Interaktionen in einer kleinen Gruppe isoliert lebender Menschen untersucht.

365 Tage lebte die Sachsen-Anhalterin mitten auf einem aktiven Vulkan auf Hawaii. Kontakte zu Freunden und Familie waren per Email möglich, eine Antwort ließ – wie auf dem Mars – im schnellsten Falle 40 Minuten auf sich warten. Der Umgang mit Lebensmitteln, die Nutzung von Wasser und das tägliche Miteinander mit immer denselben Menschen prägten den Alltag. Ständig umgeben von Wänden oder einem Raumanzug, vermisste Christiane Heinicke während des Jahres am meisten das Gefühl von Sonnenstrahlen auf der Haut, dicht gefolgt vom Geschmack frisch gepflückter Himbeeren. »Die größte Herausforderung war jedoch nicht die Isolation von allem außerhalb des Habitats, sondern die Isolation zusammen mit fünf anderen Menschen«, schreibt sie in ihrem Blog. Ihre Erinnerungen an die Weltraumwohngemeinschaft veröffentlichte sie im März 2017 in »Leben auf dem Mars« (erschienen im Verlag Knaur HC, ISBN 3426214148).
Seitdem ist sie immer wieder »im Weltraum« unterwegs, zuletzt im LUNARES-Habitat in Polen.

PRESSEINFORMATIONEN: Wir vermitteln gerne Interviews mit Christiane Heinicke. Fotos und Filmaufnahmen sind an dem Abend möglich.

Pressemitteilung zum Herunterladen(PDF, 453 kB)

Couchsurfer und Reiseblogger. Wie der Hallesche Pietismus den Weg zur modernen Reisekultur eröffnete

 »Durch die Welt im Auftrag des Herrn. Reisen von Pietisten im 18. Jahrhundert«
Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen

17. März–16. September 2018 ι Öffnungszeiten Di-So 10-17 Uhr
Eintritt 6 Euro, erm. 4 Euro, bis 18 Jahre Eintritt frei

Eröffnung der Ausstellung zur Francke-Feier am 17. März 2018 um 11 Uhr im Historischen Waisenhaus

  FrSt_Jahresausstellung_Website_700x440

Die kulturhistorische Jahresausstellung 2018 in den Franckeschen Stiftungen überrascht mit dem Ansatz, dass die Grundlagen einer modernen Reisekultur Anfang des 18. Jahrhunderts unter anderem durch den Halleschen Pietismus gelegt wurden. Zwei Jahre lang haben die Kuratoren Dr. Claus Veltmann und Anne Schröder-Kahnt die Sammlungen der Franckeschen Stiftungen mit der einzigen, am originalen Standort vollständig erhaltenen barocken Wunderkammer, der Bibliothek, die in ihrer Entstehungszeit zu den bedeutendsten ihrer Zeit zählte, und dem einzigartigen Archiv intensiv zum Thema Reise befragt. Dieses liegt in der Geschichte des Halleschen Pietismus fest verankert. Unter der Leitung von August Hermann Francke (1663–1727) begann man an der Wende zum 18. Jahrhundert systematisch Beziehungen bis in den sibirischen Teil Russlands, nach Südindien und Nordamerika aufzubauen, die sich stabil über Jahrhunderte weiterentwickelten. In sieben Räumen der Ausstellungsetage des Historischen Waisenhauses zeigen die Kuratoren, wie die Fülle an gesammelten Informationen und ein engmaschiges Netz von Kontakten gezielt und sehr erfolgreich für die Vorbereitung und Durchführung von Erkundungs-, Pilger- und Missionsreisen eingesetzt wurden. Die Schau wagt dabei den Versuch, dieses System auch für erzwungene Reisen, etwa die Flucht der protestantischen böhmischen Exulanten zu überprüfen, die von Mitarbeitern Franckes betreut wurden.

Vorbereitung
Die umfassende Vorbereitung auf eine Reise der halleschen Gesandten durch Deutschland, Europa oder nach Übersee begann in den 1698 angelegten Sammlungen der Schulstadt August Hermann Franckes in Halle, dem Halleschen Waisenhaus. Wörterbücher für gängige und seltene Sprachen, Dialoge für den Alltag in einer fremden Kultur und vor allem vielfältige authentische Berichte mit ausführlichen Natur- und Ortsbeschreibungen, Reflexionen über Religion und Mission, aber auch mit der Beschreibung interessanter Begegnungen und scheinbar nebensächlicher Alltagserlebnisse zeichneten bei gründlichem Studium ein reales Bild der Reise und des Zielorts:
Diese Form der Reisedokumentation kennzeichnet insbesondere die Reisen der Pietisten zu Beginn des 18. Jahrhunderts,
beurteilt Dr. Heike Liebau die Faktenlage in Bezug auf die Dänisch-Halleschen Mission im südindischen Tranquebar im wissenschaftlichen Katalog zur Ausstellung.

Reisebegleiter
Wie die aufmerksam verfassten Berichte einem Reiseführer gleichkamen, wird in der Ausstellung am Beispiel Georg Heinrich Neubauers (1666–1725) deutlich, der als Bauleiter der Schulstadt in Halle gilt. Auf einer Hollandreise 1697/98 sammelte er in einem der fortschrittlichsten Staaten der Zeit Informationen zur Armenfürsorge und lieferte in seinem Bericht umfänglichste Informationen über das Reisen an sich. Die Schiffsreise sei sehr bequem, doch »solle man in Holland mit dem Glockenschlag pünktlich bei der Schuyte sein, da diese dann nach ungefähr einer Minute des Läutens sofort ablegt. Zwar könne man hinterherrennen, das Boot einholen und noch aufgenommen werden, allein sei man dann so verschwitzt, dass man sich auf dem Boot eine Erkältung zuziehe, die der Gesundheit einen »Stoß« gebe, »den sie ihr Lebtage nicht wieder verwinden« werde, zitiert Prof. Dr. Holger Zaunstöck in seinem Katalogbeitrag den Reisebericht Neubauers. Dieser war bereits 1706 in der »Nützlichen und nöthigen Handleitung Zu Wohlanständigen Sitten« veröffentlich worden, die sich an die Zöglinge des Königlichen Pädagogiums in Halle richtete. Damit war die Hollandreise Neubauers zu einem Reise-Lehrstück für die Söhne des preußischen Bürgertums und Adels geworden.

Reiseroute und Andenken
Amsterdam zählte wie London, Wien, Venedig oder Archangelsk zu den Relaisstationen des Halleschen Pietismus. An diesen Knotenpunkten des sorgsam aufgebauten und intensiv gepflegten Transport und Kommunikationsnetzwerkes wurden die halleschen Reisenden, Emissäre oder Missionare versorgt, hier wurden Informationen ausgetauscht und, ausgestattet mit dem Notwendigsten, machten sie sich wieder auf den Weg. Die Reise von Stephan Schultz (1714–1776) in den Orient deckt in der Ausstellung die Entstehungsgeschichte und Langlebigkeit einer Reiseroute auf. 1699 war der einflussreiche Diplomat am Englischen Hof, Heinrich Wilhelm Ludolf (1655–1712), als Pilger in Jerusalem angekommen. Seine Route nahm 40 Jahre später der hallesche Emissär Stephan Schultz (1714–1776). Mitbringsel wie der Reisepass des Sultans Mahmuds I. (1696–1754) und eine erst kürzlich identifizierte Zeichnung der Grabeskirche in der Kunst- und Naturalienkammer belegen das Erreichen seiner Reiseziele.

Versicherung
Der Schutz der Gesundheit komplettiert die Vorbereitung und Durch-führung der Reisen Hallescher Pietisten. Das Hallesche Waisenhaus bot hier ein Set zur Selbstmedikation mit Handbuch und kleiner Medizin-auswahl feil. Diese Grundausstattung, die körperliches Wohlbefinden und seelische Gesundheit miteinander verband, verkaufte sich äußerst erfolgreich gerade in den weit entfernten Gebieten Russlands und Nordamerikas. Erstmals werden die weltweiten Beziehungen der Medikamentenexpedition des Halleschen Waisenhaues in einer Ausstellung vorgestellt.

Ungewollt unterwegs
Neben Pilger-, Missions-, Forschungs- und Abenteuerreise hat der Hallesche Pietismus auch das erzwungene Reisen im Blick. Heinrich Milde (1676–1739), der Slavist am Halleschen Waisenhaus, betreute im Auftrag Franckes böhmische Auswanderer. Sie zählten zu den letzten Lutheranern, die aufgrund der katholischen Repressionen nur mit dem Nötigsten ihre Heimat verlassen mussten. 1720 hielt sich Milde in der kleinen Exulantenkolonie Ves Panĕ / Wespen auf, einem heutigen Stadtteil von Barby an der Elbe. Er unterrichtete den dortigen Pfarrer in der tschechischen Sprache, so dass dieser den böhmischen Exulanten aus der Bibel vorlesen und sich verständigen konnte. In tiefer Dankbarkeit übergab ihm ein Mitglied dieser Gemeinde einen prachtvoll ausgestatteten tschechischen Bibeldruck von 1537 (Prag). Das Buch war über Generationen in Familienbesitz. In der Ausstellung offenbart es die bewegten Geschichten der versammelten Objekte und knüpft das Band in die Gegenwart.

BEGLEITPROGRAMM
»Bewegte Zeiten«. Zur Geschichte und Zukunft von Reise und Migration
Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Reisende suchen heute nach immer authentischeren Erfahrungen wäh-rend der Massentourismus den Menschen vor Ort die Lebensgrundlage nimmt. Was suchen wir in der Fremde und wo finden Begegnungen mit dem Fremden überhaupt noch statt? Wie definieren wir unsere soziale Identität? An vier Abenden fragen die Franckeschen Stiftungen bei dem Migrationsexperten Prof. Dr. Jochen Oltmer (Osnabrück), dem Youtuber Firas Alshatar (Berlin), dem Publizisten Alfred Grosser in Diskussionsrunden mit dem Publikum nach.

Unterwegs mit den Halleschen Pietisten im 18. Jahrhundert
Jeden ersten Donnerstag im Monat stellt die Kuratorenführung eine Reise der Halleschen Pietisten im 18. Jahrhundert vor: Die akribischen Vorbereitungen und perfekte Durchführung der pietistischen Bildungs- und Missionsreisen, einer Pilgerreise ins Heilige Land, die weltweiten Handelswege der Medikamentenexpedition und die Vertreibungen der böhmischen Exulanten stehen im Mittelpunkt einer Kurzführung mit anschließendem Vortrag.

Die Pressemitteilung(PDF, 69 kB) als Download

Wie Reisen bildet. Kabinettausstellung in den Franckeschen Stiftungen stellt August Hermann Niemeyers Reisen durch Europa (1794–1819) vor.

Mit der Kutsche durch Europa. Die Reisen August Hermann Niemeyers von 1794 bis 1819
Kabinettausstellung in der Historischen Bibliothek
20.04.2018–09.09.2018
Eintritt 6 Euro, erm. 4 Euro, Kinder bis 18 Jahre Eintritt frei

ERÖFFNUNG DER KABINETTAUSSTELLUNG AM DONNERSTAG, 19. APRIL 2018 UM 18 UHR, IM ENGLISCHEN SAAL (HAUS 26)

August Hermann Niemeyer (1754–1828) war der erste Direktor der Franckeschen Stiftungen, der zahlreiche ausgedehnte Reisen unternahm. In einer Kabinettausstellung in der Historischen Bibliothek werden im Themenjahr »Bewegte Zeiten« der Franckeschen Stiftungen seine Reisen durch Deutschland und weite Teile Europas vorgestellt. Grundlage sind die umfassenden Reisetagebücher, von denen Niemeyer selbst drei zwischen 1820 und 1826 in fünf Bänden unter dem Titel »Beobachtungen auf Reisen in und außer Deutschland« veröffentlicht hat.

Franken, Bayern, Württemberg, Schlesien, Westfalen und Holland, Böhmen, Österreich, Italien, Dänemark, Frankreich sowie England sind auf der Reiseliste Niemey-ers zwischen 1794 und 1819 zu finden. Zu Fuß erwanderte er sich die Großstädte Europas wie Berlin, Hamburg, Kopenhagen, Amsterdam, Paris, Prag, Wien und Venedig. Als Pädagoge und Theologe interessierte er sich besonders für die Bildungs- und Sozialeinrichtungen. Er besuchte Armen- und Elementarschulen, Lyzeen, Gymnasien und Universitäten, Waisen- und Findelhäuser, Blinden- und Taubstummeninstitute und widmete sich dem Gedankenaustausch mit auswärtigen Gelehrten, Erziehern und Erzieherinnen. Als Mitgestalter der bewegten Epoche um 1800 nutzte er das auf den Reisen erworbene Wissen für seine sozialpädagogische und wissenschaftliche Arbeit in Halle, für die Franckeschen Stiftungen, die Universität und die kommunale Armenpflege.

Die Kabinettausstellung stellt auch eine besondere Reise Niemeyers vor, die eng mit der Geschichte der Stadt Halle verbunden ist und Niemeyers Geschick als Diplomat zeigt. Im Oktober 1806 war Halle unter französische Besatzung geraten und Napoleon ließ die Universität schließen. Im Mai des folgenden Jahres wurde August Hermann Niemeyer nach Frankreich deportiert. Während des siebenwöchigen Aufenthaltes in der Nähe von Metz und danach in Paris nutzte er die Möglichkeit, Besuche abzustatten, Baudenkmäler anzuschauen und regelmäßig mit den Angehörigen in Halle zu korrespondieren. Er knüpfte Kontakte zu einflussreichen Personen des künftigen Königreichs Westphalen und erreichte eine persönliche Anhörung bei dem designierten Finanzminister Jacques Claude Beugnot, dem er überzeugend die Situation Halles, der Universität und der Franckeschen Stiftungen darlegte. Damit schuf er die Grundlage für die Wiedereröffnung der Universität und die finanzielle Konsolidierung der Stiftungen. Am 9. Oktober 1807 kehrte Niemeyer nach Halle zurück.

Eröffnung der Kabinettausstellung
Die Verknüpfung von sachlichen Beschreibungen mit persönlichen Erfahrungen, Ideen und Gefühlen machen Niemeyers Reiseerzählungen auch heute noch lesenswert. Sie spiegeln sein sozialpädagogisches, wissenschaftliches, literarisches und politisches Interesse in der ganz Europa betreffenden Umbruchszeit um 1800 wider und geben einen Einblick in den Reisealltag. Zur Eröffnung der Ausstellung am 19. April um 18 Uhr im Englischen Saal (Haus 26) werden die Kuratoren der Ausstellung, Carmela Keller und Dr. Jürgen Gröschl, ausgewählte Passagen aus den Reisetagebüchern Niemeyers vorlesen. Anschließend kann die Ausstellung in der Historischen Bibliothek (Haus 22) besichtigt werden.

Pressemitteilung(PDF, 61 kB) zum Herunterladen

Jahrespressekonferenz der Franckeschen Stiftungen

"Bewegte Zeiten": Franckesche Stiftungen widmen Jahresprogramm dem Reisen

Am Donnerstag, den 8. März 2018 um 11 Uhr, haben die Franckeschen Stiftungen das Jahresprogramm mit dem druckfrischen Jahresmagazin vorgestellt:

Das Reisen steht im Mittelpunkt des Jahresprogramms 2018 der Franckeschen Stif-tungen. Anlass ist die sich zum 300. Mal jährende »Reise ins Reich« des Stiftungs-gründers August Hermann Francke (August 1717 bis April 1718), die zu einer vorher undenkbaren Verbreitung des Halleschen Pietismus in Süddeutschland führte. 11 Jahre zuvor (1706) hatten reisende Pietisten mit der Dänisch-Halleschen Mission erstmals das Luthertum über die Grenzen Europas nach Südindien getragen. Parallel wurden die aus Böhmen wegen ihres Glaubens vertriebenen Lutheraner von halleschen Pietisten und ihren Anhängern betreut. Reisen ist ein Kernmerkmal des Halleschen Pietismus. Heute sind organisierte Mobilität, Zeiteffizienz, Struktur-wandel, Massentourismus und politische Konflikte nur einige der Themen, die das Reisen wieder in die Schlagzeilen bringen. In vielfältigen Veranstaltungen wird das Jahresprogramm aus unterschiedlichen Perspektiven darauf eingehen.

VERANSTALTUNGSPROGRAMM
Vom 16.-18. März eröffnet traditionell die Francke-Feier aus Anlass des Geburtstages des Stiftungsgründers August Hermann Francke (1663-1727) den Veranstaltungsreigen. Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Ilija Trojanow wird im Festvortrag das Jahresthema aus der Perspektive seines literarischen Schaffens vorstellen und damit die Jahresausstellung »Durch die Welt im Auftrag des Herrn. Reisen von Pietisten im 18. Jahrhundert« im Historischen Waisenhaus eröffnen. Die Schau überrascht mit der These, dass der Hallesche Pietismus zu einem der Wegbereiter der modernen Reisekultur zu zählen ist. Sie belegt mit vielen Beispielen aus den wertvollen kulturhistorischen Sammlungen der Franckeschen Stiftungen in Bibliothek, Archiv und barocker Kunst- und Naturalienkammer, wie das Reisen zu einem beeindruckenden System und damit konstitutiven Element der pietistischen Weltreformpläne wurde.

Ein vielseitiges Begleitprogramm in Kooperation mit dem Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Mitteldeutschen Rundfunk und vielen weiteren Partnern aus Wissenschaft, Kultur und Politik lädt ein, über die Gegenwart und Zukunft des Reisens zu sprechen. Migrationsforscher (Prof. Dr. Jochen Oltmer), Marsentdecker (Christiane Heinicke), Diplomaten (Alfred Grosser), Künstler (Firas Alshater) und Globetrotter (Arved Fuchs) werden dafür nach Halle kommen.

International ausgerichtet ist auch die wissenschaftliche Arbeit der Franckeschen Stiftungen im Jahr 2018. 13 WissenschaftlerInnen aus Großbritannien, Italien Lett-land, Litauen, Österreich, Russland und der Ukraine werden 2018 im Rahmen des Dr. Liselotte Kirchner-Stipendienprogramms in den Sammlungen der Franckeschen Stiftungen arbeiten. Die Beziehungen des Halleschen Pietismus zum Königreich Ungarn und dem Fürstentum Siebenbürgen sind erstmals Thema der jährlich stattfindenden Tagungsreihe »Internationale Begegnungen« (18.-20. Oktober). Ein Workshop (20.-22. Juni) in Kooperation mit dem Institut für Geschichte der Universität Zielona Góra (Polen) wird eine Zwischenbilanz des Projektes »Halle und Züllichau als Pietismus- und Bildungszentren« ziehen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im Januar 2018 den Franckeschen Stiftungen einen Förderbescheid zur Realisierung eines dreijährigen Projekts am Studienzentrum August Hermann Francke übersandt. Ca. 1.450 hand-schriftlich überlieferte Selbstzeugnisse August Hermann Franckes und seiner Mitarbeiter sowie Selbstzeugnisse, die im Kontext der Dänisch-Hallesche Mission sowie des Aufbaus lutherischer Gemeinden in Nordamerika entstanden sind, sollen im Rahmen des Projektes erschlossen werden. Das wertvolle Quellenmaterial ist sowohl für die Erforschung autobiographischen Schreibens und der Relation zwischen Gotteserfahrung und persönlicher Frömmigkeit als auch für die Erforschung der Interaktionen zwischen verschiedenen Kulturen und Räumen in glo-balgeschichtlicher Perspektive bedeutend.

Der historische Nachwuchs wird in der Sommerakademie der Fracnkeschen Stiftungen betreut (1.-6. Juli). SchülerInnen der Klassenstufen 5–11 werden in der in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt stattfindenden Akademiewoche das Thema Reisen in den Blick nehmen. Begleitet von Wissenschaftlern und studentischen Tutoren werden kleine Forschungsprojekte bearbeitet und öffentlich präsentiert.

BAUVORHABEN
Im Jahr 2020 sollen die Sanierungsarbeiten an den historischen Gebäuden der Franckeschen Stiftungen abgeschlossen sein. Dafür werden 2018 die Arbeiten am Gebäude der ehemaligen Druckerei der Cansteinschen Bibelanstalt sowie der bei-den Feldscheunen auf dem Gebiet der Meierei des 18. Jahrhunderts beginnen. Bund und Land haben dafür insgesamt 12Mio Euro zur Verfügung gestellt.

Dank der Förderung des Landes und der Lotto-Toto Sachsen-Anhalt GmbH ent-standen seit August 2017 in der historischen Meierei eigene Sporträume für den Gesundheits- und Breitensport des SV Francke 08 mit zwei großen, hellen Bewegungsräumen im Obergeschoss und Umkleiden und separaten Duschen im Untergeschoss. Daneben wird auch Platz für einen Fitnessbereich geschaffen, der insbesondere für die Projektarbeit mit Jugendlichen vorgesehen ist.
Am 22. Januar 2018 wurde der »Sportverein der Franckeschen Stiftungen 2008 e.V.« zehn Jahre alt. Mittlerweile zählt der Verein mehr als 1.200 aktive Mitglieder, wovon mehr als die Hälfte die Gesundheitssportangebote für die ganze Familie nutzt.

Pressedossier(PDF, 238 kB) zum Jahresprogramm 2018
Pressemitteilung(PDF, 62 kB)

Ein deutsch-indisches Museum in Tharangambadi (Tamil Nadu/Indien)

Die Presse war am Donnerstag, den 8. Februar 2018, zu einem Pressetermin in das Indien-Zimmer im Historischen Waisenhaus mit Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen, eingeladen.
Am 3. Februar 2018 ist der Stiftungsdirektor von einer 12-tägigen Reise nach Südindien zurückgekehrt. Zum Pressetermin präsentierte Prof. Dr. Müller-Bahlke die Ziele und Ergebnisse der Reise, die Gespräche mit indischen Partnern und Museumsbesuchern, den Projektverlauf und Stand der Dinge im Ziegenbalghaus und gab einen Ausblick auf zukünftige Pläne.

Pressemitteilung zum Download(PDF, 58 kB)

Pressebilderübersicht zum Download |(PDF, 368 kB) Pressebilder finden Sie rechts im Downloadbereich.

Drei Kurzfilme ließen die Projektpartner zu Wort kommen, gaben einen Einblick in die konkreten denkmalgerechten Sanierungsmaßnahmen am Ziegenbalghaus und zeigten das Museum und seine Inhalte heute zeigen. Insgesamt sechs Kurzfime zum Projekt sind auf der Projektseite zum internationalen Museumsprojekt zu finden.

Wie Preußen seine Eliten erzog - die Franckeschen Stiftungen und die Erziehung des preußischen Adels im 18. Jahrhundert

Adelserziehung_Website_Highlight Drei Gesprächsabende mit:
Prof. Dr. Holger Zaunstöck, Stabsstelle Forschung der Franckeschen Stiftungen und

Prof. Dr. Andreas Pecar, Professor für Frühe Neuzeit an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
Michael Roes, Autor des Romans "Zeithain",
Dr. Christoph Schmitt-Maaß, Literaturwissenschaftler,
Dr. Otto Teigeler, Theologe und Historiker

An drei Abenden von Januar bis März 2018 widmen sich die Franckeschen Stiftungen der Erziehung der preußischen Eliten im 18. Jahrhundert. Denn Neuerscheinungen aus Wissenschaft und Literatur werfen neue Fragen zum Alltag und Einfluss des Unterrichts und der Schulen in der Frühen Neuzeit auf. Die Autoren stellen sich im Historischen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen der Diskussion mit Wissenschaftlern um Disziplin, Kontrolle und die Wirkungsmacht des Pietismus.

Pressemitteilung(PDF, 80 kB)
Faltblatt(PDF, 656 kB) zur Veranstaltungsreihe

Sie verwenden einen veralteten Browser.
Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser oder aktivieren Sie Google Chrome Frame.

Bitte aktivieren sie Javascript um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.