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Internationales Stipendium in Indien

Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt und Franckesche Stiftungen laden in die Wunderkammer ein.

18. Dezember 2018, 14.OO UHR I HISTORISCHES WAISENHAUS I KUNST- UND NATURALIENKAMMER

Es ist das erste Mal, dass die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt in Kooperation mit den Franckeschen Stiftungen in Halle und dem Ziegenbalghaus Tharangambadi ein internationales Arbeitsstipendium nach Indien vergibt. Anlässlich dieser gemeinsamen Ausschreibung in Tharangambadi sind Interessierte am 18. Dezember um 14.00 Uhr in die Wunderkammer der Franckeschen Stiftungen zu einem Gespräch eingeladen. Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke, Manon Bursian und Jasmin Eppert (live aus Indien dazu geschaltet) werden gemeinsam in das Stipendiatenprogramm und den Ort einführen.

Manon Bursian, Direktorin der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt über das Stipendium: »Im atemberaubenden Tempo entstand in Indien während der letzten beiden Jahrzehnte eine neue Struktur der zeitgenössischen Kunst aus Galerien, Stiftungen, Privatmuseen und Künstler-Gemeinschaften oder -Dörfern. Hauptaugenmerk dieses Stipendiums liegt auf dem Aufenthalt im ländlichen Raum von Tharangambadi und dem Einblick in die südindische Kunstszene in eine Künstler-Gemeinschaft in der tamilischen Landeshauptstadt Chennai. Der Kontrast zwischen dem ländlichen und urbanen Raum sowie das Verhältnis von Tradition und Umbruch bietet großen künstlerischen Stoff.«

Kartenmotiv

Das verbindende Element zwischen den Kooperationspartnern ist Bartholomäus Ziegenbalg (1682–1719). Als Student hatte er August Hermann Franckes (1663–1727) Bildungsreformen am Halleschen Waisenhaus kennengelernt. In Tranquebar gründete er nach genau diesem Halleschen Vorbild Schulen für Jungen und Mädchen. Ziegenbalg war fasziniert von der Vielfalt und Historizität der tamilischen Kultur und ist mit der detaillierten Erforschung der tamilischen Sprache auch heute noch als Kulturvermittler und Initiator eines interkulturellen Dialogs anerkannt. Seine Erkenntnisse sind detailreich in Form von Briefen, Palmblättern und Sammlungsobjekten dokumentiert. Ein beachtlicher Teil dieser Originalzeugnisse ist im Archiv der Franckeschen Stiftungen erhalten und systematisch verfügbar gemacht. Gemeinsam mit seinem Kollegen Heinrich Plütschau (1667–1752) erreichte Bartholomäus Ziegenbalg die Küste von Tranquebar (die heutige Bezeichnung: Tharangambadi) am 9. Juli 1706. Die Stadt der singenden Wellen, vor den Ufern des Bengalischen Golfes, an der Ostküste Südindiens war seit dem frühen 17. Jahrhundert ein Handelsstützpunkt, der bis 1845 unter dänischer, und bis zu Indiens Unabhängigkeit, 1947, unter britischer Verwaltung stand. Heute liegt das 3.000 Einwohner Dorf im Bundesstaat Tamil Nadu. In dem originalen Wohnhaus Ziegenbalgs ist in Tharangambadi ein Museum für den interkulturellen Dialog zwischen Indien und Europa entstanden, welches seit dem 15. Juli 2017 für eine breite Besucherschaft geöffnet ist.

Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen, lädt zur Teilnahme an dem Projekt ein: »Das Museum in Tranquebar hat einen echten interkulturellen Dialog entstehen lassen. Zwischen den Franckeschen Stiftungen und den vielen an dem Projekt beteiligten indischen Partnern findet wieder wie vor 300 Jahren ein lebendiger und offener kultureller und wissenschaftlicher Austausch statt, der ein breites Interesse weckt.«

Aufgerufen sind Künstler und Künstlerinnen, die sich für Tradition und Moderne Indiens interessieren und ihre Kenntnisse über die v.a. südindische Kunst sowie über Trends in der zeitgenössischen Kunst erweitern möchten. Der Aufenthalt soll Anreiz und Inspiration sein und die Möglichkeit bieten, neue Ideen zu erarbeiten, Kontakte zu knüpfen und ein Projekt zu realisieren. Bewerben können sich Künstler und Künstlerinnen aller Sparten, die ihren Hauptwohnsitz in Sachsen-Anhalt haben und ausgewiesene künstlerische Erfahrung besitzen. Bewerbungen können bis zum 20. Januar 2019 (Poststempel) bei der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt eingereicht werden.

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