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Ein deutsch-indisches Museum in Tharangambadi (Tamil Nadu/Indien)

Franckesche Stiftungen entwickeln mit Partnern ein Museum des interkulturellen Dialogs in Südindien.

Mit der Dänisch-Halleschen Mission wurde Tranquebar, heute Tharangambadi, im Jahr 1706 zum Ausgangspunkt der ersten lutherischen Mission in Indien. Hier begann vor über 300 Jahren ein Dialog zwischen den Kulturen, der bis heute von Bedeutung ist und in einem internationalen Museumsprojekt Ausdruck findet, das mitten in der aktuellen Diskussion um die Herkunft von Kulturgut eröffnet wurde. Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen, ist Initiator des Projekts, für das er in Indien die Tamil Evangelical Lutheran Church und in Deutschland das Ev.-Luth. Missionswerk Niedersachsen und das Ev.-Luth. Missionswerk Leipzig gewinnen konnte. Während einer 12-tägigen Reise Ende Januar 2018 hat er sich ein Bild von dem Museum im Ziegenbalghaus gemacht. Gemeinsam mit der deutschen Projektkoordinatorin vor Ort, Jasmin Eppert, und ihrer indischen Teamkollegin Joice Sharmila, traf er Kooperationspartner und besprach Ideen für die Weiterentwicklung dieses Vorreiters internationaler Museumsarbeit.
Ziegenbalghaus Führung  Die Geschichte der Dänisch-Halleschen Mission ist für viele Inder und Deutsche gleichermaßen und doch aus unterschiedlichen Perspektiven bedeutend. Diesen Faden nimmt das Museum im Tharangambadi auf. In fünf Räumen auf zwei Etagen werden den Gästen auf Schautafeln Einblicke in die Geschichte gegeben, die die Gegenwart gestaltet. Ein Raum zur Bildung durch Anschauung für alle Kinder, Mädchen und Jungen, erzählt von der Schulstadt August Hermann Franckes in Halle, in der die Missionare ihr Handwerk gelernt hatten. Heute noch ist die Region rund um Tharangambadi von überdurchschnittlich vielen Schulen geprägt. Die englischsprachigen Ausstellungstafeln wurden bereits 2006 im Rahmen des 300. Jubiläums der Dänisch-Halleschen Mission gemeinsam mit indischen Partnern in Halle entwickelt und nach Indien gebracht. Im Obergeschoss des Museums zeugt eine Fotoausstellung vom Wandel des Gebäudes. Aus einer Ruine wurde mit traditioneller Handwerkskunst unter den strengen Augen der indischen Denkmalschutzorganisation INTACH, Indian National Trust of Art and Cultural Heritage, das heutige Museum instand gesetzt.

Drucken im Ziegenbalghaus  Die nächsten Schritte bestehen darin, ein regelmäßiges Kultur- und Bildungsprogramm im Ziegenbalghaus anzubieten. Dazu zählen Druckworkshops für Schulklassen, Angebote zur Geschichte Tranquebars für die einheimische Bevölkerung oder Touristen und gemeinsam mit Universitäten und Colleges das Durchführen akademischer Seminare zu den digitalen Quellen, die der Stiftungsdirektor als Erstausstattung anlässlich seines Besuchs dem Museum überreichte. Die Arbeit des Museums kann in einem nächsten Schritt auf die benachbarten Gebäude der historischen Missionsstation ausgedehnt werden. Daraus könnte ein ganzer Studiencampus des interkulturellen Austauschs entstehen.

Seit Beginn wurde der Aufbau des Museums mit der Kamera begleitet. In sechs Kurzfilmen werden die Projektgenese, die Sanierungsarbeiten und die alltägliche Museumsarbeit gezeigt. Hier finden Sie alle Filme und Informationen zum Museumsprojekt.

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