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Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Silke Viehmann (Informationszentrum im Francke-Wohnhaus) Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Tel.+49 345 2127450

Daten

Termin: 10.05.2019 bis 13.10.2019
Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 17:00 Uhr
Kosten: 6 €, erm. 4 € bis 18 Jahre Eintritt frei

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Bartholomäus Ziegenbalg, erster lutherischer Missionar in Indien

Kabinettausstellung in der Historischen Bibliothek

Bartholomäus Ziegenbalg (1682–1719) gilt als bedeutendster Missionar der Dänisch-Halleschen Mission. Anlässlich seines 300. Todesjahres zeigt die Kabinettausstellung seltene Zeugnisse seines Schaffens, wie die 1713 entstandene und 2003 wiederentdeckte "Genealogie der Malabarischen Götter".

Bartholomäus Ziegenbalg wurde 1682 als Sohn eines Getreidehändlers in Pulsnitz geboren. Ab 1703 studierte er Theologie an der Universität Halle. Durch Vermittlung des Hofpredigers Franz Julius Lütkens (1650 – 1712) wurde Ziegenbalg 1705 durch Friedrich IV. von Dänemark (1671 – 1730) zum ersten lutherischen Missionar in die südindische Kolonie Tranquebar berufen. Nach seiner Ankunft am 9. Juli 1706 begann Ziegenbalg mit dem Aufbau einer Gemeinde, der Gestaltung eines Schulwesens, in dem erstmals in Indien auch Mädchen Unterricht erhielten, und der Ausbildung einheimischer Missionsmitarbeiter.

Ziegenbalg eignete sich umfangreiche Kenntnisse der tamilischen Sprache an, die er sowohl für die missionarische Tätigkeit als auch für Studien der indischen Lebenswelt nutzte. Gleichzeitig trugen seine Übersetzungen christlicher Texte ins Tamil wesentlich zur Herausbildung der tamilischen Prosasprache bei. Er pflegte den Dialog mit Hindus und Muslimen. Die aufgezeichneten Gespräche und Korrespondenzen sind bis heute eine wichtige Quelle zum Verständnis dieser Kulturen. Mit seinen Beschreibungen der hinduistischen Götterwelt gilt Ziegenbalg als Wegbereiter der Indologie.

Mission und Forscherdrang 

Ziegenbalgs Werk besaß Vorbildcharakter für die evangelischen Missionen späterer Zeit, die ihre Wurzeln bis heute in der Dänisch-Halleschen Mission sehen. In Indien gilt Ziegenbalg als Vater der Ökumene, denn er verstand es, zwischen Indern, Briten, Dänen und Deutschen über kulturelle und religiöse Unterschiede hinweg Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Daran knüpft ein internationales Projekt im heutigen Tharangambadi an, das die Franckeschen Stiftungen in Kooperation mit verschiedenen Partnern aus Indien und Deutschland betreiben. Im ehemaligen Wohnhaus Ziegenbalgs entsteht ein Museum und Zentrum für den interkulturellen Dialog zwischen Indien und Europa.

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Studienzentrum August Hermann Francke - Archiv und Bibliothek - | zur Einrichtung
Termin: 10.05.2019 bis 13.10.2019
Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 17:00 Uhr
Ort: Haus 22 - Historische Bibliothek (Franckeplatz 1, Haus 22, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Ausstellung
Kosten: 6 €, erm. 4 € bis 18 Jahre Eintritt frei

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