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Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Silke Viehmann (Informationszentrum im Francke-Wohnhaus) Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Tel.+49 345 2127450

Daten

Termin: 21.09.2018 bis 22.04.2019
Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 17:00 Uhr
Kosten: 6 €, erm. 4 € bis 18 Jahre Eintritt frei

alle Daten zur Veranstaltung

Eine Reise zu den Sternen

Kabinettausstellung in der Historischen Bibliothek

Die Frühe Neuzeit war durch spektakuläre Entdeckungen auf unserem Planeten wie auch am Sternenhimmel geprägt. Neue Weltmodelle konkurrierten im 17. Jahrhundert miteinander. So erfuhr der Sternenhimmel eine wissenschaftlich basierte Ordnung. Besonderes Interesse fand die Erforschung des Mondes. Astrologische Schriften wandten sich hauptsächlich den Komenten zu. Die Astrologie als eine anerkannte Wissenschaft wurde jedoch zunehmend kritisch betrachtet. Alle diese Entwicklungen fanden reichhaltigen Niederschlag im Buch- und Kartendruck der Frühen Neuzeit, von der die Kabinettausstellung eine repräsentative Auswahl zeigt. Sie werden auch dem Astronomieunterricht an Franckes Schulen zur Verfügung gestanden haben. In der Wunderkammer ist eines von zwei Weltenmodellen erhalten, die als Anschauungsmaterial die gegensätzlichen Lehrmeinungen verbildlichten. Auf dem Altan des Waisenhauses wurden regelmäßig Himmelsbeobachtungen mit den Schülern vorgenommen.

Kampf der Weltmodelle
Galileo Galilei (1564–1641) nutzte um 1609 als erster das neu erfundene Teleskop für die Himmelsbeobachtung. Er verteidigte auch das Weltbild des Nikolaus Kopernikus (1473–1543), der entgegen den überlieferten aristotelisch-ptolemäischen Auffassungen vom Aufbau des Kosmos die Sonne ins Zentrum gesetzt hatte. Vor allem jesuitische Astronomen, deren sternenkundige Gelehrsamkeit mit Giovanni Battista Riccioli (1598–1671) ihren Höhepunkt erreichte, versuchten in ihrem Kampf gegen das heliozentrische System die neuen astronomischen Beobachtungen mit den traditionellen Vorstellungen in Einklang zu bringen. Hierbei stützten sie sich besonders auf das von Tycho Brahe (1546–1601) erdachte Weltsystem, das ein Universum mit zwei Zentren vorstellte. Auf dessen Grundlage unternahm auch Riccioli einen letzten Versuch, das geozentrische Weltmodell zu retten.

Der kartierte Mond und neue Sternbilder
Johannes Hevelius (1611–1687), der wohl bedeutendste Astronom in der Mitte des 17. Jahrhunderts, richtete sich in Danzig eine Sternwarte ein, die als die beste seiner Zeit galt. Er führte neue Sternbilder ein und schuf eine verbesserte Darstellung des südlichen Sternenhimmels. Sein frühestes Werk, die »Selenographia« von 1647, war die erste umfangreiche und grundlegende Abhandlung über die Topographie des Mondes. Sie wurde zum Vorbild für die Gestaltung naturwissenschaftlicher Werke.

Kometen als Schicksalsboten und göttliche Zeichen
Wie anderen ungewöhnlichen Himmelserscheinungen maß man Kometen große Bedeutung als Vorzeichen göttlichen Zorns und daraus resultierender Strafe bei. Gerade der Winterkomet von 1618 rief, verstärkt durch die politische Krisensituation dieser Zeit, eine Flut von astrologischen Abhandlungen hervor.

Barocke Sternenpracht
Im 17. Jahrhundert wurden prachtvolle Himmelskarten und -atlanten publiziert. Sie stehen am Beginn einer Tradition, die sich bis ins frühe 19. Jahrhundert fortsetzte. Als schönster Himmelsatlas des Barockzeitalters gilt der von Andreas Cellarius (1596–1665), den Jan Jansson (1588–1664) als Ergänzungsband zu seinem mehrbändigen »Atlas novus« druckte. Die aufwendig gestalteten Karten waren sorgfältig koloriert und durch umfangreiche erläuternde Kommentare ergänzt.

Der geordnete Sternenhimmel
Johann Bayer (1572–1625), auch als der »Ordner des Himmels« bezeichnet, veröffentlichte 1603 unter dem Titel »Uranometria« eine erste auf streng wissenschaftlicher Grundlage entwickelte Sammlung von Himmelskarten, zu der auch erstmals Darstellungen der südlichen Sternenbilder gehörten. Mit diesem Werk nahm die systematische Kartierung des Sternenhimmels ihren Anfang. Die von Bayer hier eingeführten Bezeichnungen der Sterne behielten zum Teil bis heute ihre Gültigkeit. Dagegen war dem Versuch, die heidnischen Benennungen der Sternbilder durch christliche Namen zu ersetzen, kein Erfolg beschert.

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Museum/ Ausstellungen | zur Einrichtung
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  Studienzentrum August Hermann Francke - Archiv und Bibliothek - | zur Einrichtung
  Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen | zur Einrichtung
Termin: 21.09.2018 bis 22.04.2019
Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 17:00 Uhr
Ort: Haus 22 - Historische Bibliothek (Franckeplatz 1, Haus 22, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Ausstellung
Kosten: 6 €, erm. 4 € bis 18 Jahre Eintritt frei

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