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Daten

Termin: 28.11.2018, 18:00 Uhr

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Erforschung der Aufklärung im Fokus

Die Erforschung des 18. Jahrhunderts spielt in Halle eine herausgehobene Rolle, an der Universität ebenso wie in den Franckeschen Stiftungen. Betrieben wird diese Forschung in dem Bewusstsein, an den Grundlagen der modernen Gesellschaft zu arbeiten und mit der Historie immer auch ein Stück unserer Gegenwart "aufzuklären". In jüngster Zeit ist die Maßgeblichkeit der Aufklärung sowohl in wissenschaftlichen als auch in gesellschaftlichen Debatten – wieder einmal – in die Kritik geraten. Wieviel Selbstüberschätzung steckt im Anspruch der Aufklärer? Ist Aufklärung nicht, trotz ihrer prätendierten Universalität, ein partikulares Projekt, das die Vorherrschaft Europas mehr gestärkt als in Frage gestellt hat? Wieviel taugen die kritischen Verfahren, die anthropologischen Leitbilder und die politischen Ideale des 18. Jahrhunderts noch in einer Zeit, in der sich regressive Tendenzen rapide auszubreiten scheinen? Wo verwandten und verwenden "Aufklärer" die Rhetorik der Aufklärung auch zur Verfolgung anderer Ziele? Schließlich: Wie ist das Verhältnis zu Bewegungen wie dem Pietismus zu bestimmen? Um solchen Fragen nachzugehen, haben die in Halle ansässigen Forschungseinrichtungen, die zentral mit dem 18. Jahrhundert befasst sind – die Interdisziplinären Zentren für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA) sowie für Pietismusforschung (IZP) – ein neues Format von Veranstaltungen ins Leben gerufen.
Jährlich werden zwei herausragende, international renommierte WissenschaftlerInnen gebeten, ihre Sicht auf die Erforschung des 18. Jahrhunderts und deren Zukunft in der aktuellen Weltlage darzulegen. Historische Fundierung und gegenwartsbezogene Problematisierung sollen dabei verbunden werden, ebenso lokale, nationale, europäische und globale Perspektivpunkte. Mit den Vorträgen sollen sowohl Universitätsangehörige – Forscher und Studierende – als auch die weitere Öffentlichkeit angesprochen werden.

Programm

25. Juni 2018, 18 Uhr
Prof. Dr. Dipesh Chakrabarty (University of Chicago)
"The Difficulty of Being Modern: Thoughts on Global and Planetary Histories"
Aula des Löwengebäudes, Universitätsplatz 10

Abstract: This lecture tracks some of the ethical difficulties of being modern at a time when collective human aspirations carry planetary implications. In the process, the lecture brings into conversation some post-human and post-colonial perspectives on modernity.

28. November 2018, 18 Uhr
Prof. Dr. Rebekka Habermas (Georg-August-Universität Göttingen)
"Aufgeklärte Wunderkammern und moderne Wissenswelten: Eine Geschichte globaler Dinge und was sie uns lehrt"
Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen, Franckeplatz 1, Haus 1

Abstract: Mit den zentralen global players der Aufklärung, zu denen auch die Missionare gehörten, kamen viele Dinge des Außereuropäischen nach Europa, die das europäische Wissen bereicherten, ja zur Formierung ganz neuer Wissensbereiche führten, die schließlich nicht wenig zur Überlegenheit Europas in den Wissenschaften beitrugen. Und es sind genau diese Dinge, seien es menschliche Schädel aus Ozeanien, Dinosaurier skelette aus dem damaligen Deutsch-Ostafrika oder Bronzen aus Benin, die uns bis heute mit vielen Teilen der Welt verbinden und gleichzeitig mit der Frage konfrontieren, wie mit diesen Dingen hier und anderswo umgegangen wurde und umgegangen werden soll.

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung | zur Einrichtung
  Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung | zur Einrichtung
Termin:
Ort: Haus 1 - Historisches Waisenhaus (Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Vortrag / Gespräch

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