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Daten

Termin: Internationale Tagung vom 26. bis 29. August 2018
Kosten: Kongressgebühr: € 40,00 (Busexkursion € 15,00)

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V. Internationaler Kongress für Pietismusforschung

Veranstaltet vom Interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus und den Franckeschen Stiftungen zu Halle. Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG.

Durfte ein frommer Christ im 18. Jahrhundert einfach fühlen oder gab es für ihn Grenzen des Fühlens, eine Art Gefühlspolizei, eine Norm, die bei zu viel oder falschem Gefühl eingriff? Widersprachen sich Gefühl und Norm? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der V. Internationale Kongress für Pietismusforschung, der vom 26. bis 29. August 2018 in Halle stattfindet. Erwartet werden 150 Teilnehmer aus Europa, Australien und Nordamerika. Ausgerichtet wird die Veranstaltung vom Interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit den Franckeschen Stiftungen zu Halle und der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus.

Gefühl hat Konjunktur, im Leben wie in den Wissenschaften, so auch in der Historischen Emotionsforschung, deren Anregungen nun von der Pietismusforschung aufgenommen und bereichernd zurückgespielt werden sollen. Der Pietismus wurde und wird häufig noch immer als Gefühlsreligion beschrieben, allerdings wurde er von der Forschung in dieser Perspektive noch nicht ausreichend untersucht.

Der Pietismus entwickelte sich im 18. Jahrhundert zur wichtigsten Reformbewegung im Protestantismus. Zentral war für die Wegbereiter des Pietismus der diagnostizierte Mangel an Herzensfrömmigkeit und an einer entsprechend tatkräftigen Praxis – sowohl bei Theologen, Geistlichen und Lehrern als auch in der Bevölkerung. Im Zentrum pietistischer Reformbemühungen stand das frommfühlende Subjekt. „Dabei war es zu dieser Zeit überhaupt keine Selbstverständlichkeit, von oder über Gefühle zu sprechen“, sagt Dr. Christian Soboth vom Interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Gerade weil die Pietisten, ob in Halle, in Herrnhut oder andernorts, sich auf das Subjekt und seine Gefühle konzentrierten, wurden sie von anderen Positionen im lutherischen oder im reformierten Protestantismus als unorthodox kritisiert. Gegen diese zum Teil massive Kritik verwahrten sich die Pietisten. „Aus diesen Auseinandersetzungen entwickelte sich ein begleitender Diskurs der Selbstverständigung darüber, was Gefühl für Pietisten heißen konnte, was es heißen durfte und nicht durfte. Dementsprechend versuchten Pietisten, ihr Gefühlsleben einzurichten“, so Soboth weiter. Dieses Nachdenken über Theorie und Praxis des Gefühls habe auch immer ein Nachdenken über Erlaubtes und Unerlaubtes sowie äußere und innere Normen und Normierungen einbezogen. Ebenso sei die Frage, wie Gefühle, speziell Glaubensgefühle mit Worten kommuniziert und in Gesten und Taten dargestellt werden können, in diesem Diskurs wichtig gewesen, erklärt Soboth. Insgesamt war das 18. Jahrhundert geprägt von einem ständigen Aushandeln dessen, was als Gefühl zulässig erschien und was nicht.

Der Kongress hat das Ziel, die historischen Diskussionen zum Verhältnis von Gefühl und Norm im Pietismus interdisziplinär zu rekonstruieren. Dazu gehört auch die Frage, welche Instanz mit welchen Argumenten und in welchen Formen und Funktionen überhaupt Normen festlegen und darüber befinden durfte, welche Gefühle akzeptiert und welche verworfen wurden. Diskutiert werden sollen diese Aushandlungsprozesse im Spannungsfeld von Gefühl und Norm in Theologie und Frömmigkeit, Pädagogik und Erziehung, in den Künsten und der Philosophie. Hinzu kommen thematisch anschließende Beiträge zum Verhältnis von Pietismus und Genderfragen. Ein eigenes Panel bietet Nachwuchsforscherinnen und -forschern die Möglichkeit, ihre aktuellen Projekte der Fachcommunity vorzustellen und sich zu vernetzen. Neue methodische Zugänge in den Kulturwissenschaften werden ebenso erprobt wie Anwendungsformen der „Digital Humanities“. Das Generalthema bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für das gesamte Spektrum der interdisziplinären Forschung zum 18. Jahrhundert.

Programmübersicht

 

Eröffnung | 26. August 2018 | 19.00 Uhr | Freylinghausen-Saal

Vortrag und Konzert: Bach meets Bach
Prof. Preethi de Silva und Dr. Anke Fröhlich-Schauseil
mit Werken von Carl Philipp Emanuel Bach und über Werke von Johann Sebastian Bach d.J.

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung | zur Einrichtung
  Stabsstelle Forschung | zur Einrichtung
Termin: Internationale Tagung vom 26. bis 29. August 2018
Ort: Haus 1 - Historisches Waisenhaus (Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Tagung
Kosten: Kongressgebühr: € 40,00 (Busexkursion € 15,00)

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