Onlineartikel zu Strafen und Disziplin am Pädagogium erschienen

Science
Neueste Erkenntnisse zur Strafpraxis und Disziplinierung am Königlichen Pädagogium im 18. Jahrhundert bei perspectivia.net veröffentlicht.

Im Jahr 2018 fand zum Thema der Adelserziehung in der Frühen Neuzeit eine Veranstaltungsreihe an den Franckeschen Stiftungen statt, deren Abschluss eine Lesung des Katte-Romans »Zeithain« von und mit Michael Roes bildete. Die bei den Vorträgen erhaltenen Anregungen und Nachfragen führten in der Folge zu einer tiefgehenden und anhaltenden Beschäftigung mit der Thematik der Strafen und Disziplinierung am Pädagogium der damaligen Glauchaer Anstalten durch die Stabsstelle Forschung. Erste Ergebnisse präsentierte Prof. Holger Zaunstöck bereits Ende 2018 auf dem Internationalen Pietismuskongress.

Nach weiteren Recherchen und kritischen Begutachtungen durch ausgewiesene Experten sind die Ergebnisse nun auf dem von der Max-Weber Stiftung betriebenen Fachportal perspectivia.net erschienen und stehen der Öffentlichkeit frei zur Verfügung. Der Artikel kann über diesen Link eingesehen und auch heruntergeladen werden: https://doi.org/10.25360/01-2020-00006

Kern des Artikels ist die Frage nach der Bedeutung der Disziplinierung durch Strafe im pietistischen Erziehungssystem am Pädagogium Regium im 18. Jahrhundert. Dabei wird zunächst das Erziehungskonzept August Hermann Franckes in den Blick genommen, bevor anhand der Einträge im Lehrerkonferenzbuch eine Auszählung und Auswertung der tatsächlichen Strafen im Zeitraum von 1717 bis 1721, der Schulzeit Hans Hermann von Kattes in Halle, erfolgt. Abschließend wird nach dem Stellenwert der Emotionen in der pietistischen Erziehung gefragt und damit die verhältnismäßig neue Forschungsrichtung der Emotionsgeschichte auf das Feld der Disziplinierung innerhalb der Pädagogikforschung ausgeweitet.