Neu in den Digitalen Sammlungen: Historische Karten

Science
Karten aus dem Nachlass von Christian Keferstein sind in den Digitalen Sammlungen des Studienzentrums August Hermann Francke neu verfügbar.

Gebirgsprofil nach Leopold von Buch
Gebirgsprofil der Alpenformation nach Leopold von Buch. Kolorierte Skizzenzeichnungen von Christian Keferstein. Halle, nach 1828.

Historische Karten aus dem Nachlass des halleschen Geologen und MineralogenChristian Keferstein (1784-1866) sind neu in den Digitalen Sammlungen des Studienzentrums August Hermann Francke verfügbar.

Keferstein war ein hochgebildeter Laie, der von den Lehren Abraham Gottlob Werners (1749-1817), dem Begründer der Bergakademie in Freiberg, beeinflusst und in einschlägigen Gelehrtenkreisen bestens vernetzt war. Aufmerksamkeit erlangte er in Fachkreisen, als er in den 1820er Jahren die erste geologische Karte Deutschlands in der vom ihm selbst herausgegebenen Zeitschrift Teutschland, geognostisch-geologisch dargestellt veröffentlichte. Dabei arbeitete er mit Johann Wolfgang von Goethe zusammen, der eine Farbskala für die Kolorierung der von Keferstein gezeichneten Karten entwickelte. Im Archiv und in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen befinden sich Teile des Nachlasses von Keferstein, darunter seine Fachbibliothek mit 339 geologischen und geographischen Karten, die Keferstein aktiv bei seinen Studienreisen und Projekten benutzte. Einige zeigen deutliche Spuren ihres Gebrauchs: Notizen, Handzeichnungen und Kolorierungen von seiner Hand. Andere Karten wiederum zeugen von seinem ausgeprägten Interesse an der Geschichte der Erde, darunter die Gebirgsprofile der Alpen, des Harzes oder des Erzgebirges.

Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation kann die Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen Im Steinbruch der Zeit. Erdgeschichten und die Anfänge der Geologie, in der auch einige der Karten zu sehen sind, im Monat November leider nicht besucht werden. Wir laden Sie deshalb ein, die Karten aus dem Besitz Kefersteins von Ihrem heimischen PC aus genauer in Augenschein zu nehmen! 

Die Restaurierung und Digitalisierung dieser Karten erfolgte durch eine Förderung der G. & H. Murmann Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. 54 Karten sind derzeit in den Digitalen Sammlungen abrufbar, die sukzessive ergänzt werden. Insgesamt besitzt die Bibliothek der Franckeschen Stiftungen etwa 1.800 historische Karten. Ihre Digitalisierung und Katalogisierung stehen noch aus.