Im Studienzentrum August Hermann Francke – Archiv und Bibliothek der Franckeschen Stiftungen zu Halle – befindet sich der Nachlass des Geologen und Mineralogen Christian Keferstein (1784-1866). Dazu gehören seine Autographensammlung mit nahezu 600 Briefen, seine Fachbibliothek mit 2.160 Bänden und 339 geologische und geographische Karten. Keferstein war ein hochgebildeter Laie, der von den Lehren Abraham Gottlob Werners (1749-1817), dem Begründer der Bergakademie in Freiberg, beeinflusst und in einschlägigen Gelehrtenkreisen bestens vernetzt war. Aufmerksamkeit erlangte er in Fachkreisen, als er in den 1820er Jahren die erste geognostische Karte Deutschlands in der vom ihm herausgegebenen Zeitschrift Teutschland, geognostisch-geologisch dargestellt veröffentlichte. Im Zuge dieses ehrgeizigen Projektes arbeitete Keferstein u.a. mit Johann Wolfgang von Goethe zusammen, der eine Farbskala für die Kolorierung der von Keferstein gezeichneten Karten entwickelte. Besonders die geologischen Karten der Sammlung Kefersteins sind heute von besonderem wissenschaftlichen Interesse, da Keferstein diese zum Teil selbst koloriert und mit handschriftlichen Bemerkungen versehen hat.

Die 339, zumeist kolorierten Karten sind als Einzelstücke bzw. in 16 gebundenen Mappen überliefert. Der zeitliche Schwerpunkt liegt auf den 80er und 90er Jahren des 18. Jahrhunderts sowie auf den ersten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Inhaltlich handelt es sich um 217 geographische und 98 geognostische Karten bzw. um Durchschnittszeichnungen und Gebirgskarten. Hinzu kommen 17 Spezialkarten (Kupferschieferflöze, Steinkohlengruben, Reliefkarte der Düppeler Schanzen, Grenze des ewigen Schnees usw.) und sieben Höhenkarten.

Die Kartensammlung Kefersteins bedarf dringend der fachkundigen Restaurierung, um weiterhin genutzt und präsentiert werden zu können. Viele Karten weisen Verschmutzungen, Risse, Fehlstellen, Rostspuren oder sogar Löcher auf. Sie sind zum Teil unfachmännisch mit Klebestreifen gesichert worden, die das Papier dauerhaft schädigen. Außerdem erschwert die Einbindung in die Mappen die Aufbewahrung und Präsentation. Bei der Restaurierung sollen alle Karten aus der Bindung herausgenommen, einzeln gesäubert und restauriert und anschließend in einer säurefreien Pappe plangelegt werden. Damit diese einzigartigen Karten dauerhaft gerettet und im nächsten Jahr in der Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen, die dem Thema „Steinreich. Von der Naturgeschichte zu den modernen Geowissenschaften“ (Arbeitstitel) gewidmet ist, präsentiert werden können, bitten wir Sie zeitnah um Ihre Mithilfe.

Die Restaurierung der Kartensammlung, die in vier Teilbestände untergliedert ist, kostet 9.240,-€, Mittel, die die Franckeschen Stiftungen in ihrem Etat nicht haben. Deswegen bitten wir Sie um eine Spende. Bereits mit 30,- € können Sie dazu beitragen, dass eine Karte gerettet wird!

Spenden überweisen Sie bitte unter dem Stichwort „Kartenrestaurierung“ auf das Konto des Freundeskreises der Franckeschen Stiftungen e.V.:

Saalesparkasse Halle
IBAN: DE92 8005 3762 1894 0141 77
BIC: NOLADE21HAL

Wenn Sie weitere Informationen über die Kartensammlung Kefersteins und die geplante Restaurierung haben möchten, dann wenden Sie sich bitte an

Dr. Britta KlosterbergLeiterin Studienzentrum Dr. Britta Klosterberg (Leiterin Studienzentrum) Dr. Britta KlosterbergLeiterin Studienzentrum Tel.+49 345 2127 412 (Sekretariat)

Die Kartensammlung ist in vier Teilbeständen überliefert:

Teilbestand 1

9 gebundene Sammelmappen mit 165 geographischen Karten, die von den Fälzen gelöst, geglättet und gesäubert, digitalisiert und je in eine säurefreie Mappe gelegt werden sollen.

Restaurierungskosten: 3731,00 €

Foto1-1  Abb. 1

Foto1-2  Abb. 2

Foto1-3  Abb. 3

Foto1-4  Abb. 4

Beispiel: Sammelmappe mit 17 Nürnberger Karten aus der Zeit 1729-1819
BFSt: KEF:X 34

Der Einband der Sammelmappe ist stark berieben und bestoßen. Am unteren Rand sind Wasserspuren zu sehen (Abb. 1). Jede Karte ist zusammengefaltet und an einem Falz in der Mappe befestigt (Abb. 2), so dass immer nur eine Karte pro Mappe in Ausstellungen gezeigt werden kann. Die Karten haben Wasserränder sowie unsachgemäße Verklebungen (Abb. 3+4)

Teilbestand 2

4 gebundene Sammelmappen mit 58 geognostischen Karten, die von den Fälzen gelöst, geglättet und gesäubert, digitalisiert und je in eine säurefreie Mappe gelegt werden sollen.

Restaurierungskosten: 1311,00 €

Foto2-1  Abb. 1

Foto2-2  Abb. 2

Foto2-3  Abb. 3

Foto2-4  Abb. 4


 

Beispiel 1: Sammelmappe mit 4 großformatigen geognostischen Karten
BFSt: KEF X 48

„Höhencharte von Würtemberg und den benachbarten Gegenden“ mit Verschmutzungen und Rostflecken auf Vorder- und Rückseite (Abb. 1+2), die auf der Karte Tintenfraß verursachen.

Beispiel 2: Sammelmappe mit 9 geognostischen Karten
BFSt: KEF X 32

Die Bindung der Sammelmappe ist defekt (Abb. 3), so dass die Karten aus der Mappe rutschen und an den Rändern beschädigt werden. Die Mappe enthält auch von Christian Keferstein selbst gezeichnete Karten (Abb. 4. „Profil zwischen Gernsbach und Bessigheim“).

Teilbestand 3

Restaurierung von 19 geognostischen Einzelkarten unterschiedlicher Größe je nach Schadensbild und Digitalisierung der Karten

Restaurierungskosten: 1424 €

Foto3-1  Abb. 1

Foto3-2  Abb. 2

Beispiel: August Wilhelm Klipstein: K Geognostische Karte von dem Odenwald und einigen angraenzenden Gegenden, 1827.
BFSt: Kt 390

Detailaufnahmen der geognostischen Karte mit Rissen und Verschmutzungen am oberen und unteren Rand (Abb. 1+2).

Teilbestand 4

Restaurierung von 35 geographischen Einzelkarten unterschiedlicher Größe (2 Karten haben Überformat) je nach Schadensbild und Digitalisierung der Karten

Restaurierungskosten: 2774 €

Foto4-1  Abb. 1

Foto4-2  Abb. 2

Foto4-3  Abb. 3

Beispiel: Weiland, Karl Ferdinand: Charte vom Königreiche Bayern, 1821. [Mit Geologie von Christian Keferstein]
BFSt: Kt 428

Die Karte gehört zu Kefersteins Hauptwerk „Teutschland. Geognostisch-geologisch dargestellt und mit Charten und Durchschnittszeichnungen erläutert“, das von 1821-1831 erschien. Sie wurde von Keferstein offensichtlich intensiv genutzt, denn im Bereich der Faltungen sind starke Abnutzungsspuren, Löcher und Fehlstellen zu sehen (Abb. 1+2). Auf der Rückseite der Karte hat Keferstein Notizen gemacht (Abb. 3).