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Die Drei Pinselstriche - ein illustrierter Kunstkrimi

Die Kinder des Horts August Hermann Francke erkunden künstlerisch ihre Umgebung

Am 23. April 2018 startete im Kinderhort im Rahmen der Initiative "Kultur macht stark" das Kunstprojekt "Die drei Pinselstriche – ein illustrierter Kunstkrimi". Mehr als die Hälfte der in der Kindereinrichtung betreuten Schülerinnen und Schüler lebt in einer Familie, die in einer anderen Kultur verankert ist. Das Projekt will ihnen einen Zugang in die für sie oftmals neue und fremde Umgebung in Deutschland schaffen. Nicht Detektive sondern Kreative sind auf den Spuren der Täter und untersuchen Tatorte im unmittelbaren Umfeld, mitten in der Stadt. Der Spürsinn richtet sich auf das Stadtleben und den lebendigen Bildungskosmos der Franckeschen Stiftungen. Wie verhalten sich die Menschen an der Straßenbahnhaltestelle, wie Radfahrer oder Hundehalter? Worüber sprechen die Studierenden in der Mensa? Was tragen die Wissenschaftler in ihren Taschen? Was treiben die Menschen in der Kapelle? Überall stecken die Kinder ihre Nasen rein und zeichnen alles auf. Bis zum Frühling 2019 entstehen illustrierte Recherchen. Josefine Cyranka und Karoline Peisker vom KinderKunstForum begleiten sie dabei.

20180423_160659 Unsere künstlerischen Detektive der "Drei Pinselstriche" im Selbstporträt

Vogelperspektive - die erste Kunstaktion

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Im Frühling pfeift es von den Dächern der Stiftung! Amseln, Spatzen, Meisen, Elstern und Tauben. Nur die Adler schweigen, im Tympanon des Waisenhauses, versteinert seit 300 Jahren. Die Kinder hören alles und verstehen alles, sogar den Spruch, der unter den Adlern rankt: "Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler". Unbekümmert übersetzen sie ihn in ornithologischer Weise und entwerfen das Tympanon des Waisenhauses neu. Zum Abgucken schauen sie mal schnell in eine Faksimile-Ausgabe eines Vogelbuches aus dem 17. Jahrhundert. Diese Kupferstiche könnten auch damals als Vorlage gedient haben.

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 Linolschnitt – Vogelschau

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 Im Rahmen der Vogelperspektive greifen die Kunstkinder die Vogelmotive der letzten Woche auf. Unsere Linolschnitt-Druckwerkstatt erföfnnet. Dabei entstehen geschnittene und gedruckte Vögel.

Die Kinder hatten große Freude an dieser neuen Arbeitstechnik und betrachteten im Anschluss gemeinsam stolz ihre Kunstwerke.

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Amazonas-Reise

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Das Fernweh lockt aus dem Stiftungsgelände in den Dschungel! Wie im 18.Jahrhundert geht es auf Schusters Rappen bis zum Hafen und weiter mit dem Schiff Nr.3 durch die Große Ullrichstraße. Wir schlängeln uns durch die Stadt wie auf dem Amazonas bis zum Botanischen Garten. Hier weht schon ein ganz anderer Wind. Unter Palmen laufen wir bis in tropische Zonen und Wüsten mit Riesenkakteen. Wir haben natürlich keine Kamera und müssen alles aufzeichnen. Ein bisschen Kolorit und fertig ist unsere Expeditionskunst, ganz im Sinne der drei Pinselstreiche!


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Leinen los!

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Es sind 30 C° im Schatten. Über den Stiftungen flirrt die Hitze und wir sind auf der Suche nach Wasser. Auf dem Plakat entdecken wir ein Schiff, hier kann das Meer nicht weit sein. Wir finden es fest verankert in einer Vitrine ohne Wasser! Aber so eine alte aufgetakelte Fregatte sieht echt gut aus. Es ist angenehm kühl, so zeichnen wir sie mit ein paar flotten Pinselstrichen.

Mit diesen Skizzen landen wir wieder im Garten des Hortes und aus Schwimmnudeln werden schnell ein paar seetaugliche Schiffe! Diese schwimmen auf dem Wasser und tragen sogar eine Schatzkiste mit coolem Inhalt! Pfefferminze aus dem Land wo der Pfeffer wächst!

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Wertvolle Fracht

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Das Schiff ist in der Vitrine gelandet, die Ladung gelöscht und eine Kiste schafft es bis zu uns. Sie ist voller exotischer Früchte und Gewürze. Als erstes löschen wir unseren Durst mit Fruchtnoten aus aller Welt! In der Kiste sind außerdem Gewürze und zwei Pläne: Einer von der Reiseroute über die Weltmeere nach Indien und einer von den Stiftungen aus Vogelperspektive.

Wir bringen Gewürze, Indien und den alten Lageplan in einem Mandala zusammen! Mit einem Pinselstift skizzieren wir ein paar Grundrisse auf vergilbtes Papier und kolorieren mit Gewürzen. Kurkuma ist wunderbar gelb und ein scharfes Rot gibt Chilipulver. Die Kinder kommentieren „Wir haben die Stiftungen gewürzt!“ und mit ihrer Mandala- Francke-Mischung würzen sie zuhause das Abendbrot!

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Vom Segelschiff zum Kirchenschiff

Diesmal geht es um das Kirchenschiff! Es liegt in Halle auf dem Marktplatz und hat statt Segelmasten vier Türme, geflaggt mit goldenen Kugeln. Zwischen den Hausmannstürmen liegt die „Kommandobrücke“ auf dem Dach gibt es eine Menge Luken. Wenn sie es damals geschafft haben aus zwei Kirchen eine zu bauen, dann werden wir es wohl schaffen, eine aus Styropor zu bauen. Klingt so ähnlich wie Porphyr, ist aber butterweich, wenn der heiße Schneidedraht durchzieht.
Als Baumeister beginnen wir natürlich mit dem Pinselstift und untersuchen erst einmal die Details. Wir sind nicht die ersten! Lyonel Feininger hat sich auch schon daran ausprobiert. Der Name klingt verdammt nach einem Stift. Wir gehen der Sache auf den Grund!

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Armenische Steine

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Kurz entschlossen reisen wir heute nach Armenien, in das Land der Steine. Uns begleiten zwei Praktikantinnen aus Jerewan. So wie August Hermann Francke, der viel von der Welt kannte, ohne selbst da gewesen zu sein, bleiben auch wir ganz ruhig an unserem Arbeitstisch sitzen, nur die Gedanken reisen. Wir betrachten Fotos von steinigen Landschaften und lauschen der armenischen Sprache. Ein Junge aus dem Hort ist sofort auf die jungen Damen einstürmt, um endlich mal wieder seine Muttersprache zu reden. Er übernimmt das Ruder und erklärt allen Kindern die armenische Welt und die Bedeutung der Steine. Die einen, „Vischap“ genannt, sind Wassergeister, die anderen sind astronomische Anlagen, Grabsteine oder Kreuzsteine. Aus handgeschöpftem Papier in verschiedenen steinfarbigen Tönen schneiden wir Steine in Form eines Schafbocks, eines Kreuzes oder einer gemusterten Stele. Diese wiederum schöpfen wir in frisch gemahlenes weißes und farbiges Papier.

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Tour de Francke“

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Im vorderen Feld steht Rad an Rad! Im Mittelfeld wird es ganz dicht! So verteilen sich die Fahrräder auf dem Stiftungsgelände. Genau sind es heute 269 Stück! Einige sind uralt und verwittert, andere nagelneu mit viel Technik und einige haben Körbe und Kindersitze. Wir setzen uns mitten ins Gelände, knabbern Studentenfutter, zeichnen die Räder und merken uns die Marken.

Diamant, Merkur, Giant, Gazelle, Bulls, Peugeot ..klingt nach Welt, aber nicht nach Fahrrad!

Vive la Francke 2018!

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Schuhe auf den Tisch!

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Nun hüpfen, schlendern und schlurfen sie Tag ein, Tag aus wieder durch die Franckeschen Stiftungen. Die laufstarken Dinger unterm Fuß setzen wir zum Schulstart mal ganz plakativ in Szene.

Also Füße raus und Schuhe auf den Tisch! Aber erst mal herzlich Willkommen zum neuen Schuljahr! Und gastfreundlich halt nach altem Brauch gibt es ein wohl temperiertes Fußbad. Nun baumeln die frisch gewaschenen Füße unterm Tisch, während jeder oben drauf seine Schuhe zeichnet. Dann machen sich alle wieder auf die Socken. Schuh gut alles gut.

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Feinschmecker

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Denkt man an A.H.Francke, an Pietismus, an Schulküche oder Mensa, kommt man nicht unbedingt auf verwöhnte Gourmets. Aber dennoch es gibt sie in den Franckeschen Stiftungen, die, die nur mit einer einzigen Speise zufrieden sind. Es sind die Raupen des Maulbeerseidenspinners!

Allerdings finden wir noch eine Menge anderer zerfressener Blätter! Die Spinner haben Kollegen!

Wir zeichnen alles auf und fertig ist der Comic „Spinner am seidenen Faden“.

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Gassirunde

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Wir liegen auf der Lauer in den Stiftungen. Zwei Mädchen schlendern über das Gelände und haben Hunde an der Leine. Ja genau hier wäre ihre Gassirunde!

Wir fragen uns, ob es wohl früher hier Hunde gab und ob die Waisenkinder auch Haustiere hatten. Das klären wir später. Jetzt kratzen wir kleine Kläffer, gefährliche Beschützer und treue Begleiter in unsere Milchpappen. Diese dienen uns als Druckstöcke, die durch die Nudelmaschine geleiert herrliche Grafiken ergeben!

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Totentanz

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Wonnegrausig …Totentanz: Gemeinsam sind wir mutig und stark genug, um die müden Knochen der Skelette so richtig klappern zu lassen. Wir reden über Halloween, Geister über den Tod und das Leben.
Der Nebel lichtet sich und wir hatten richtig Spass beim Gruseln und Aufklären.

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