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Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Silke Viehmann (Informationszentrum im Francke-Wohnhaus) Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Tel.+49 345 2127450

Daten

Termin: 26.10.2017 bis 8.04.2018
Di bis So 10:00 bis 17:00
Kosten: 6 Euro, erm. 4 Euro, Eintritt bis 18 Jahre frei

alle Daten zur Veranstaltung

Eine Schulbibliothek um 1800

Kabinettausstellung in der Historischen Bibliothek

Titel Oratorische Bibliothek  Als August Hermann Niemeyer (1744-1828), der Urenkel August Her-mann Franckes, 1784 die Leitung des Pädagogiums übernahm, wurde die zeitgenössische deutsche Literatur zu einem wichtigen Bestandteil des oratorischen Unterrichts. In seinem pädagogischen Handbuch »Grundsätze der Erziehung und des Unterrichts« forderte er die Ein-richtung von Schulbibliotheken an allen Schulen Preußens. In den Stiftungsschulen setzte er dieses fortschrittliche Ziel um. Die erste Schülern zugängliche Bibliothek war die Oratorische Bibliothek des Pädagogiums, »eine Sammlung Kinderschriften, Reisebeschreibungen und Werken der Vortrefflichsten Schriftsteller unserer Nation […]. Aus ihr kann, nach dem Rath und unter Leitung seiner Lehrer, wöchentlich jeder Zögling ein Buch zum Durchlesen erhalten.« (1820).

Neben den regulären Ankäufen, die durch regelmäßige Beiträge der Schüler finanziert werden konnten, wurde der Bestand der Bibliothek in erster Linie durch Schenkungen vermehrt. Zum Schuljahresende oder beim Abgang vom Pädagogium schenkten einzelne Schüler oder ganze Klassen der Bibliothek ein Buch oder mehrere Werke. Davon zeugen die zahlreichen Widmungen in den Büchern. Nach der Aufhebung des Pädagogiums 1870 blieb die Bibliothek weiter bestehen und wurde von Stiftungsschülern genutzt. Erst 1902 wurde sie aufgelöst und ein großer Teil an die Hauptbibliothek der Franckeschen Stiftungen abgegeben. Mit Hilfe des einzigen, gedruckt erschienenen Kataloges aus dem Jahr 1838 konnte die Bibliothek in den letzten Jahren rekonstruiert und in einer Datenbank erfasst werden. Die Bücher aus der Oratorischen Bibliothek, erkennbar an Stempeln und handschriftlichen Besitzeinträgen, sind fast geschlossen in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen vorhanden, darunter zahlreiche Erstausgaben deutscher Dichtung von Wieland, Goethe, Schiller, Kleist, Novalis, Seume und vielen anderen Schriftstellern aus der Zeit um 1800. Die Kabinettausstellung zeigt einen Querschnitt des Bestandes und versucht, den Besuchern und Besucherinnen eine Schulbibliothek um 1800 näher zu bringen.

Die Ausstellungeröffnung am Donnerstag, den 26. Oktober 2017, ist in eine wissenschaftliche Konferenz eingebettet. Unter dem Thema »Historische Schulbibliotheken der Frühen Neuzeit – eine Annäherung« veranstaltet das Studienzentrum der Franckeschen Stiftungen am 26. und 27. Oktober einen Workshop, zu dem 13 Referenten und Referentinnen aus den Fachgebieten Erziehungswissenschaft, Geschichte, Literaturwissenschaften sowie aus Bibliotheken erwartet werden. Damit findet erstmalig eine Konferenz mit dem Fokus auf Schulbibliotheken statt.

Zu der Kabinettausstellung erscheint eine Publikation von Anne Sturm in der Reihe "Kleine Schriften der Franckeschen Stiftungen"

Faltblatt zur Ausstellung(PDF, 1,2 MB)

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Kulissenbibliothek | zur Einrichtung
  Studienzentrum August Hermann Francke - Archiv und Bibliothek - | zur Einrichtung
  Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen | zur Einrichtung
Termin: 26.10.2017 bis 8.04.2018
Di bis So 10:00 bis 17:00
Ort: Haus 22 - Historische Bibliothek (Franckeplatz 1, Haus 22, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Ausstellung
Kosten: 6 Euro, erm. 4 Euro, Eintritt bis 18 Jahre frei

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