Reiseberichte: Artisttalk mit Christine Bergmann

Begleitveranstaltung zur Ausstellung im Freylinghausen-Saal, Historisches Waisenhaus

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Portrait eines Mädchens
Darstellung zweier Mädchen
  

Fast zwei Monate verbrachte Christine Bergmann als Stipendiatin der Kunststiftung Sachsen-Anhalt in Tharangambadi, der »Stadt der singenden Wellen« – eine intensive Reiseerfahrung, geprägt von vielen Begegnungen, Gesprächen und unerwarteten Einblicken in die südindische Kultur und Gesellschaft sowie sehr unterschiedliche Gesellschaftskreise, von DorfbewohnerInnenn über die indische Mittelschicht bis hin zu KünstlerInnen und Kulturschaffenden. Immer mit der Kamera bewaffnet, hat sie über 2000 Schnappschüsse aufgenommen. In den künstlerischen Fokus rückten im Besonderen die jugendlichen Schulmädchen mit ihren Uniformen, Zöpfen und bunten Schleifen,die das Straßenbild prägen. Im Sinne einer künstlerischen »Betriebsspionage« besuchte Christine Bergmann die ortsansässige Mädchenschule in Tharangambadi mit 1500 Schülerinnen – das Hauptthema ihrer erst in Halle entstandenen Bilder, die in der Ausstellung gezeigt werden.

Zum Stipendium gehörte auch ein Workshop mit Kindern und Jugendlichen in Tharangambadi, bei dem Christine Bergmann eine für sie neue künstlerische Technik ausprobiert hat: »Für meinen Kinderworkshop in Indien hatte ich mir einen Klassiker ausgesucht und ein Medium, das langsam aus der Mode gerät, mir aber immer noch viel bedeutet: Wir schreiben Briefe. Um die Sprachbarriere zu umgehen, bestanden die Briefe jedoch aus relativ wenig Text. Stattdessen bastelten wir Pop-Up-Karten. So nahm ich 11 Briefe der Kinder aus der Francke-Schule mit nach Indien und 14 Kinder-Briefe schickten wir aus Indien per Post zurück nach Halle. Was eigentlich nur als Kinderprojekt gedacht war, hat sich in der Zwischenzeit zu einer neuen künstlerischen Leidenschaft weiterentwickelt.«

Im Artist-Talk mit Jasmin Eppert, Kuratorin am Ziegenbalg-Haus in Tharangambadi, wird ChristineBergmann von ihren Kulturerlebnissen zwischen Tempel und Krempel, der unendlichen Fülle an textiler und gebauter Ornamentik, den Erfahrungen im Workshop mit den Kindern und Jugendlichen u.v.m. berichten. Ihre farbintensiven Malereien sind im Anschluss im Historischen Waisenhaus zu besichtigen. Ein Imbiss gibt Raum für Gespräche und lädt zum Verweilen ein.

Aufgrund der Wetterlage findet die Veranstaltung inkl. Imbiss im Historischen Waisenhaus statt.