»Damit durch meine Untüchtigkeit nicht Seelen verwahrloset würden«

Buchpräsentation und Lesung mit Tom Wolter

Ein Mann und ein Kind aus Holz geschnitzt. Beide Figuren stammen aus der Kunst- und Naturalienkammer und zeigen Salzburger Exulanten.

Zwischen 1744 und 1786 wurden 13 lutherische Geistliche von Halle aus nach Pennsylvania (Nordamerika) entsandt. Wer waren diese Auswanderer? Eine Buchpräsentation wird die Unbekannten näher bringen.

Prof. Dr. Hermann Wellenreuther (Universität Göttingen), ausgewiesener Experte für die transatlantische Geschichte der Frühen Neuzeit, wird in den Abend einführen. Er stellt die Hintergründe der Arbeit an den Quellen vor, die in der gedruckten Editionsausgabe versammelt sind.  

Prof. Dr. Mark Häberlein (Universität Bamberg) wird die Quellentexte auswählen und anmoderieren, die der hallische Schauspieler Tom Wolter an diesem Abend vorliest. Sie erlauben einen sehr persönlichen und emotionalen Einblick in das einschneidende Ereignis der Auswanderung nach Nordamerika im 18. Jahrhundert. Die Tagebücher und handgeschriebenen Lebensläufe sind sogenannte Ego-Dokumente. Aus ganz persönlicher Sicht erzählen sie, wie schwer den einzelnen Pastoren die Entscheidung für die neue Welt fiel, die oft einen Abschied aus ihrer Heimat für immer bedeutete. Wie viele Auswanderer erlebten die Pastoren die lange Seereise über den Atlantik als gefährlich, äußerst unbequem und – auch im Hinblick auf die Mitreisenden – oft quälend. In ihren Gemeinden entdeckten sie schnell gesellschaftliche Besonderheiten und hielten sie in ihren Tagebüchern fest. Den Zuhörern mag sich im Laufe des Abends die Frage aufdrängen, ob Auswanderer heute ähnliches erleben würden? Hier zeigt Geschichte ihre spannende Seite.