Frühneuzeitliche Bildungsarchitekturen. Die »Schulstadt« Franckesche Stiftungen im Vergleich

Internationale und interdisziplinäre Tagung

Ein Kupferstich in Johann Friedrich Penthners »Bürgerlicher Baukunst« (1745) zeigt einen Putto im Vordergrund, der das Holzmoell des Halleschen Waisenhauses aufklappt und dabei aus dem Fenster auf das Original schaut.

Eine außergewöhnliche Bildungseinrichtung des 18. Jahrhunderts waren die Glauchaschen Anstalten, die heutigen Franckeschen Stiftungen in Halle in Brandenburg-Preußen. Hier wurden junge Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem sozialen Status und ihrem Geschlecht erzogen und ausgebildet. Das zugrundeliegende pietistische Erziehungskonzept ist in den erhaltenen Gebäuden der Stiftungen, die auch heute noch für pädagogische Zwecke genutzt werden, noch ablesbar. Doch wie außergewöhnlich waren die Stiftungen in einer übergreifenden, vergleichenden und internationalen Perspektive?

Schaut man sich die Forschung an, so gewinnt man den Eindruck, dass es eine Vielzahl lokaler Studien zur Geschichte des Schulbaus vor 1800 gibt, die jedoch bisher - vor allem in internationaler Perspektive - unverbunden nebeneinander stehen. Umfassende und vergleichende Studien zu Schulbauten und Bildungsarchitektur in der Frühen Neuzeit gibt es jedoch kaum. Wie kann also eine vergleichende Architekturgeschichte von Schulbauten und Bildungsräumen auf der Basis der Sozial-, Kultur-, Religions- und Bildungsgeschichte konzipiert werden?

Ausgehend von diesen Befunden und Fragestellungen wird sich die internationale Tagung aus interdisziplinärer Perspektive mit der Bildungsarchitektur der Frühen Neuzeit in Theorie und Praxis auseinandersetzen. Zugleich soll ein internationaler Arbeitszusammenhang zum Thema hergestellt werden, der fruchtbare und differenzierte Forschungen in verschiedenen Ländern miteinander verbindet.

Um Anmeldung wird bis zum 10.10.2022 gebeten unter grunewald(at)francke-halle.de.

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