Das Ziegenbalg-Haus

Ein Museum für den interkulturellen Dialog

Das Ziegenbalg-Haus in Tharangambadi ist ein Gemeinschaftsprojekt der Franckeschen Stiftungen in Halle und der Tamilisch Evangelisch-Lutherischen Kirche in Südindien mit Hilfe vieler Partner. Es lädt Sie ein, die Vielfalt der Akteure, die nichtlineare Entwicklung und den kulturellen Schnittpunkt indischer und europäischer Gesellschaften zu erforschen, die seit 1706 systematisch von der Dänisch-Halleschen Mission in Tranquebar initiiert wurde. Diese kulturellen Begegnungen schufen ein gemeinsames Erbe, das durch verschiedene architektonische, schriftliche oder andere Materialquellen nachweisbar ist, die hauptsächlich in europäischen Archiven aufbewahrt werden. Das Ziegenbalg-Haus eröffnet einen neuen Raum für die multimediale Sammlung und öffentliche Kommunikation dieser Quellen an das indische Publikum. Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt zur Wiederherstellung des Erbes in zeitgenössischen Formaten.

aktuelle Projekte

Christine Bergmanns Bilderzyklus zu Schulmädchen in Südindien

Ergebnisse des Arbeitsstipendiums Halle-Tharangambadi der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt

Die hallische Künstlerin Christine Bergmann reiste im September 2019 dank eines Stipendiums der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt nach Tharangambadi. Von dem Aufenthalt erhoffte sich die Malerin Einfluss auf drei ihrer Interessensgebiete: Farbe, Architektur und traditionelles Kunsthandwerk, insbesondere das Textile betreffend. Die Reise war zunächst als Inspiration gedacht. Vor Ort hat sie mit Kindern im Ziegenbalgmuseum einen Kunstkurs über Pop-up-Karten durchgeführt und einige der jungen Teilnerhmerinnen auf künstlerischer Spurensuche in den Schulklassen vor Ort wiedergetroffen. Von ihrer Reise erzählt sie:

Künstlerische Entwicklungen gehen nicht zwangsläufig mit bewussten Zielsetzungen einher nach dem Motto »Jetzt mache ich mal 3 Jahre genau das und das«. Thematische Hinwendungen ereignen sich einfach oder kristallisieren sich heraus und man schaut sich als Künstler quasi selbst dabei über die Schulter. So ging es mir mit der zunehmenden Vorliebe für Mädchen und Frauen in der Malerei schon vor dem Indienstipendium. Ich hatte eine unbestimmte Ahnung, dass die Indienreise motivisch eine Lösung bietet für »etwas«, das ich in Europa nicht ohne weiteres finden konnte.

Auf einer staubigen Straße gehen Kinder zur Schule.

Die Möglichkeit während des Stipendiums mit Grundschulkindern zu arbeiten, bot bereits einen unkomplizierten und ganz natürlichen Einstieg in die »künstlerische Betriebsspionage«. Besonders angetan hatten es mir jedoch die jugendlichen Schulmädchen, die mit ihren Schuluniformen, Affenschaukeln und bunten Schleifen allerorten das Straßenbild prägten, besonders in Tharangambadi, wo es ebenso viele Schüler und Schülerinnen gibt wie Einwohner.

Die Künstlerin Christine Bergmann steht inmitten einer lebendigen Schulklasse einer Mädchenschule.

Die Mädels sind natürlich wie alle Teenager auf der Welt: schüchtern und neugierig zugleich und am Ende auch gerne kess und ein bisschen frech. Nun wollte ich aber keinesfalls die Mädchen einfach so auf der Straße anquatschen, um Fotos von Ihnen zu machen. Das schien mir doch ungebührlich. So bat ich Jasmin Eppert, dass wir die hiesige Mädchen-Schule mit 1.500 Schülerinnen besuchen.

Gruppenfoto mit Künstlerin: Christine Bergmann in einer Mädchenklasse in Südindien

Ich hatte jedoch nicht geahnt, dass wir am Ende alle Klassen besucht haben würden, »damit die anderen nicht enttäuscht sind« wie uns die Lehrerin erklärte, die uns in jeder Klasse vorstellte. Eine Klasse ist mir spontan besonders am Herz gewachsen mit einer offensichtlich sehr beliebten Klassenlehrerin. Jasmin Eppert beeindruckte die Mädels mit ihrem Tamil. Sensationell war der Moment, in dem Jasmin den Mädchen einer Klasse mit blauen Schleifen auf Tamil sagte, ich würde ihre Haarschleifen so toll finden und total spontan ein Chor aus 60 Mädchen uns laut zurief: »Thank You Ma`am!« - Upps, als »Ma`am« hab ich mich bisher nie gesehen.

Die Reiseeindrücke von Christine Bergmann sind in ihrem Reiseblog nachzulesen. Im Sommer 2020 zeigte sie ihre Gemälde, die nach den Begegnungen mit den Schulmädchen in Deutschland (Öl auf Leinwand) entstanden sind, in einer Ausstellung im Historischen Waisenhaus.

Gemälde von Christine Bergmann mit Schulmädchen in Südindien

Stefan Schwarzer: Tharangambadi Reports

Ergebnisse des Arbeitsstipendiums Halle-Tharangambadi der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt

Ein weißer Gartenstuhl, gute Buntstifte und Papier, das zum Land passt. Mehr brauchte es nicht für Stefan Schwarzers Aufenthalt in Tharangambadi, Südindien. Einen Monat lang zeichnete er die Häuser der Kleinstadt am südindischen Ozean, sprach mit den Menschen und schrieb jeden Abend Tagebuch. Inspirationsquelle für die Gespräche waren die Berichte der Missionare der Dänisch-Halleschen Mission, veröffentlicht in den »Halleschen Berichten«. Und so fragte sich Schwarzer durch die Bevölkerung, was sie am liebsten tragen, wie das Wetter ist und wovon sie leben. In seinem Buch »Tharangambadi Reports« veröffentlichte er die Gespräche und setzte sie zu den historischen Quellen in Beziehung. Zusammen mit seinen Zeichnungen ist so ein wunderbares Bild der »Stadt der singenden Wellen«, wie Tharangambadi übersetzt heißt, entstanden, das die Geschichte des Ortes in die Gegenwart holt.

Zeichenblatt mit Formen und Farben aus Südindien, Bleistift auf Papier

Tagebucheintrag 05.10.2019

Barfuß durchlaufe ich das mit bunt bemalten Götterfiguren geschmückte Haupteingangstor des Tempels und betrachte die am Wegesrand sitzenden Händler [...]. Ich laufe erneut durch ein noch größeres Tor und betrete einen neuen Bereich des Tempels, der aus langen Säulengängen besteht. Überwältigt von der Farbigkeit der Ornamente und der Architektur, in Kombination mit der Lautstärke vieler Trommeln und Blasinstrumente verspüre ich großes Interesse, hier zu zeichnen. Einer Familienprozession folgend, gehe ich durch ein drittes Tor [...]. Jetzt betrete ich eine große Halle mit einem monumentalen Säulengang in der Mitte. [...] Intensiv riecht es nach verbranntem Holz, Weihrauch und anderen Harzen. Alle meine Sinne werden gleichzeitig überflutet. Ich setze mich spontan auf den Boden und beginne, bunte Fragmente der umgebenden Schreine abzuzeichnen. Wie in Trance tauche ich, Fragment für Fragment, in diese Atmosphäre ein. Zeitweise stehen Personen, die mich beobachten und befragen, neben mir. Als ich die fertige Zeichnung präsentiere, wird sie mir aus der Hand gerissen und staunend in der Gruppe herumgereicht. Zerknittert erhalte ich sie zurück.

Stefan Schwarzer zeichnet in seinem weißen Gartenstuhl an einer Straße in Tharangambadi. Ein Mann auf seinem Motorroller hält an und unterhält sich mit ihm.

Tagebucheintrag 11.10.2019

Ich bin seit Tagen im Ort unterwegs und erkenne zunehmend die täglichen Routinen der Einwohner. Zum Beispiel fährt ein Milchverkäufer auf seinem Motorrad meistens gegen zehn Uhr die Queens Street entlang. Zu dieser Zeit drehen auch die mir schon bekannten Bettler ihre Runden. Auf der Flucht vor der aufsteigenden Sonne rücke ich mit meinem Plastikstuhl näher und näher an die hinter mir liegende Mauer heran. Erst als mich die Sonne vollständig bestrahlt, beende ich, fast verbrannt meine Arbeit.

Am Nachmittag laufe ich auf der Mosque Street mit meinem Plastikstuhl an einer Baustelle entlang. Erstaunt sehen mir die Bauarbeiter hinterher. Vor einer leuchtend gelb und grün gestrichenen Moschee finde ich einen schattigen Platz zum Zeichnen. In der flirrenden Mittagshitze komme ich mit einem älteren Mann ins Gespräch. Er ist der Imam der hiesigen Moschee. Während in der Nähe die Ziegen in der Sonne grasen, spricht mich ein weiterer, weiß gekleideter Mann freundlich an. Sein Name ist Sultan. Er ist Besitzer des »Danish Shop« auf der Marktstraße und leidenschaftlicher Stadthistoriker von Tharangambadi. Interessiert an einem Treffen, bitte ich um seine Kontaktdaten.

Buntstiftzeichnung von Stefan Schwarzer

Tagebucheintrag 16.10.2019

In der Goldsmith Street entdecke ich ein verfallenes, traditionelles tamilisches Wohnhaus. Da es gerade nicht regnet, stelle ich meinen Stuhl kühn mitten auf die Straße und beginne mit meiner Zeichnung. Das zusammengefallene Ziegeldach lässt den Blick auf die Dachkonstruktion aus Bambusstämmen und die Ziegelsteinwände frei. Auf Nachfrage erfahre ich, dass dieses Haus nach dem verheerenden Tsunami im Jahr 2004 von den Bewohnern verlassen wurde. Auch ich verlasse jetzt fluchtartig meinen Platz, weil die ersten Regentropfen auf mein Papier fallen. Glücklicherweise entdecke ich in der Nähe die überdachte Einfahrt eines Wohnhauses, das nach dem Tsunami gebaut wurde. Von hier kann ich entspannt und von einer guten Position aus zeichnen. Von Minute zu Minute wird der Regen intensiver und ich rutsche mit meinem Stuhl immer weiter in die Garage hinein. [...] Dabei lerne ich auch den Nachbarn kennen, der aus Nepal stammt. Vor kurzer Zeit hat er sich ein Haus direkt am Meer gekauft, angstfrei vor einem weiteren Tsunami. [...] Auf dem Rückweg erkenne ich die Goldsmith Street nicht wieder. Die Straße hat sich jetzt zu einem »Goldsmith-Stausee« verändert und ich stapfe vorsichtig durch knöcheltiefes Wasser.

Buntstiftzeichnung von Stefan Schwarzer eines Hauses in Tharangambadi

G. GANESHAN, 59 Jahre, Teeverkäufer

In welcher Verbindung stehen Sie zu Tharangambadi? Dies ist mein Heimatort. Ich wurde hier geboren. Wie ist Ihr Leben in Tharangambadi? In der Vergangenheit hatte ich viele Schwierigkeiten, aber jetzt ist mein Leben besser, weil ich meinen eigenen Teestand habe.Wie ist ein normaler Tag für Sie von morgens bis abends? Jeden Tag wache ich früh morgens um 3 Uhr auf. Ich bereite zuerst heiße Milch für den Tee vor. Danach kommen viele Fischer, um einen Tee zu trinken und dann auf Fischfang zu gehen. Anschließend habe ich nicht mehr viele Kunden. Wenn es am Morgen regnet, fahren die Fischer nicht auf das Meer, und deshalb habe ich dann auch wenig Kunden an meinem Teestand. Wie war die Situation nach der Tsunami-Katastrophe von 2004? Nach dem Tsunami verloren viele Fischer ihr Zuhause und hatten eine Menge Probleme. Aber für die anderen Menschen hier war es noch schwieriger, weil sie keine Unterstützung von der Regierung bekommen haben. Viele haben durch den Tsunami ihr Wohnhaus und ihr ganzes Hab und Gut verloren. [...] Wie steht es um die Bildungschancen und die Zukunft für junge Menschen im Ort? Sowohl Jungen als auch Mädchen gehen von der ersten bis zur fünften Klasse zusammen in die St. Johns Grundschule. Von der 6. bis 12. Klasse gehen die Mädchen in die katholische St. Theresas Schule und die Jungen in die evangelische TELC-Bischof Johnson Schule. Nach ihrer Schulausbildung reisen einige von ihnen mit Hilfe von Agenturen ins Ausland, um dort die Universität zu besuchen oder dort arbeiten zu gehen. Beliebte Länder dafür sind zum Beispiel Singapur oder Malaysia. [...] Welches war die außergewöhnlichste Begegnung, die Sie mit Ihren Kunden erlebt haben? Während der »Diwali-Feiertage« im letzten Jahr kamen ein paar Touristen zu mir. Während sie an meinem Stand Tee tranken, lud ich Sie spontan zu mir nach Hause zum Abendessen ein.

Stefan Schwarzer sitzt auf der Treppe einen leuchtend gelben Hauses und zeichnet.

Tagebucheintrag 24.10.2019

Minuten später setze ich meinen Weg fort und begegne zahlreichen Schülern in ihren unterschiedlichen Schuluniformen. Einige erkennen mich wieder und grüßen mich im Vorbeigehen. Im Nieselregen erreiche ich die Marktstraße und setze mich regengeschützt unter einen Balkon. Vor mir tuckert, quietscht, hupt und faucht der morgendliche Berufsverkehr auf der mit Schlaglöchern übersäten Marktstraße. Die Rollläden von Sultans »Danish Shop« sind noch geschlossen. Schnell werde ich von aufmerksamen Passanten angesprochen. Einer von ihnen heißt Vijay und ist ein junger Fischer. Unmittelbar nebenan bemerke ich ein Gebäude, in dem sich eine Tankstelle befindet. Das Benzin wird hier literweise in Plastikflaschen verkauft und direkt in die Tanks gegossen. Gegen 9:00 Uhr öffnet Sultan seinen Laden und winkt mir dabei grüßend zu. Wenig später begegne ich einem Fotografen, der in der Nähe ein Studio betreibt. Ich erfahre von seiner Zeit als Angehöriger der indischen Armee, und wir verabreden uns zu einem weiteren Zusammentreffen. Sultan kehrt zurück und freut sich sehr über meine Zeichnung.

Was seit 2017 geschehen ist

Das Ziegenbalghaus wird Museum

Eine filmische Reise nach Tharangambadi

Unterwegs zwischen Burgkirchen, Halle und Tharangambadi fing der Dokumentarfilmer und Fotograf Heiner Heine die großen Schritte der Entstehung des Museumsprojekts ein. Neun Kurzfilme bieten die einmalige Gelegenheit, das tausende Kilometer entfernte Museum zu besichtigen und seine Entstehungsgeschichte kennenzulernen.

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Mit Trommeln und Girlanden

Jedes Jahr im Juli gedenken die Bewohner Tharangambadis der Ankunft der ersten lutherischen Missionare Bartholomäus Ziegenbalg (1682–1719) und Heinrich Plüschau (1677–1752) am 9. Juli 1706 mit einem Festumzug durch die Stadt. Zum 310. Jahrestag wurde das Museumsprojekt mit Trommeln und Girlanden gefeiert.

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Es begann in Tranquebar

Nach ihrer Ankunft suchten Ziegenbalg und Plütschau mit großem Interesse den Kontakt zu den Menschen vor Ort. Dies war der Beginn eines einzigartigen Dialogs, der bis heute fortwirkt.

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Eine Vision und ihre Paten

Die Franckeschen Stiftungen initiierten dieses internationale Museumsprojekt im Jahr 2012 und haben dafür mehrere Partner aus Deutschland und Indien ins Boot geholt. Was hat sie bewogen, das Projekt mitzugestalten?

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Der Himmel über Tharangambadi

310 Jahre nach der Ankunft der ersten lutherischen Missionare in Indien reiste Jasmin Eppert nach Tranquebar, um dort das Museumsprojekt zu koordinieren. Bis zum Frühjahr 2019 wird sie in der tamilischen Kleinstadt leben und arbeiten. Ihr Alltag ist eine Herausforderung, die sie gerne annimmt.

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Zurück zur alten Pracht

In vier Arbeitsphasen wurde das marode Wohnhaus des Missionars Ziegenbalg denkmalgerecht und mit regionalen Baumaterialien restauriert. Bauleiter und Architekt der indischen Denkmalschutzorganisation INTACH (Indian National Trust of Art and Cultural Heritage) standen vor großen Aufgaben.

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Eine Idee nimmt Gestalt an

Am 15. Juli 2017 öffnete das Museum seine Türen für die Öffentlichkeit. Jasmin Eppert führt seitdem Besuchergruppen aus Indien und Deutschland durch die Ausstellungsräume.

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Gedruckt in Tranquebar

Die Museumsbesucher pilgern heute nach Tharangambadi als Ort des Beginns der Druckkunst in Indien. Der Druckerraum im Ziegenbalg-Hhaus ist der bisher lebendigste interaktive Raum im Museum und löst bei den Besuchern aus nah und fern immer wieder Begeisterung aus.

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Lebendiger Museumsalltag

Am Anfang stand ein Gebäude, welches zunächst instand gesetzt werden musste, um es nun mit neuem Leben zu füllen. Jasmin Eppert und ihre Teamkollegin Joice Sharmila geben einen Einblick in die vielseitige Museumsarbeit.

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Die Stadt der singenden Wellen

Was ist Tharangambadi, an der Südostküste Indiens heute für ein Ort? Jasmin Eppert und Bewohner der tamilischen Kleinstadt führen durch »Die Stadt der singenden Wellen«.

Der Wiederaufbau des Ziegenbalghauses ist ein Kooperationsprojekt von den Franckeschen Stiftungen, der Tamil Evangelical Lutheran Church, dem Auswertigen Amt, dem Evangelisch-lutherischen Missionswerk in Niedersachsen und dem Evangelisch-Lutherischen Missionswerk Leipzig.

Ein »Indien-Schrank« in der Wunderkammer und ein »Deutschland-Schrank« im Museum in Tharangambadi

Ein Kunstprojekt der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt

2019 begrüßten wir Asma Menon in den Franckeschen Stiftungen. Gemeinsam mit der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt haben wir sie für ein spannendes Kunstprojekt nach Halle eingeladen. Drei Monate lang tauchte sie in die Stadt ein, bereiste Deutschland und traf Freunde und Bekannte. Aus den vielen Begegnungen wählte sie Objekte für einen »Deutschland-Schrank« im Museum für den interkulturellen Dialog im Ziegenbalg-Haus in Tharangambadi aus. Im 18. Jahrhundert lernten die Missionare die Kultur und den Alltag im damaligen Tranquebar kennen. Ihre (für den europäischen Blick) wissenswerten und kuriosen Entdeckungen schickten sie regelmäßig an das Hallesche Waisenhaus. Hier ist ein ganzer »Indien-Schrank« Teil der Wunderkammer. Inspiriert von dieser Geschichte ist nun ein »Deutschland-Schrank« für das Museum für den interkulturellen Dialog im Ziegenbalg-Haus entstanden.

Asma Menon steth vor dem Indienschrank der Wunderkammer. Auf einem Tisch neben ihr stellt sie die Objekte für den Deutschlandschrank inTharangambadi vor.