Restaurierung von geologischen und geographischen Karten aus der Sammlung des halleschen Geologen Christian Keferstein (1784-1866)

Karte mit vergleichenden Höhenangaben aus der Sammlung Keferstein

Zu den Schätzen des Studienzentrums August Hermann Francke gehört der Nachlass von Christian Keferstein (1784-1866). Keferstein war ein hochgebildeter Laie auf dem Gebiet der Geologe und Mineralogie. Aufmerksamkeit erlangte er in Fachkreisen, als er in den 1820er Jahren die erste geognostische Karte Deutschlands in der vom ihm herausgegebenen Zeitschrift Teutschland, geognostisch-geologisch dargestellt veröffentlichte. Im Zuge dieses ehrgeizigen Projektes arbeitete Keferstein u.a. mit Johann Wolfgang von Goethe zusammen, der eine Farbskala für die Kolorierung der von Keferstein gezeichneten Karten entwickelte. Besonders die geologischen Karten der Sammlung Kefersteins sind heute von besonderem wissenschaftlichen Interesse, da Keferstein diese zum Teil selbst koloriert und mit handschriftlichen Bemerkungen versehen hat.

Im Rahmen eines von der G. & H. Murmann-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz finanzierten Projekts wurden im Frühjahr 2020 in der Restaurierungswerkstatt Buchrestaurierung Leipzig 339 Karten aus der Sammlung Keferstein fachkundig restauriert. Die Karten des 18. und 19. Jahrhunderts wiesen Verschmutzungen, Risse, Fehlstellen, Rostspuren oder sogar Löcher auf und waren zum Teil unfachmännisch mit Klebestreifen gesichert worden, die das Papier dauerhaft schädigen. Außerdem erschwerte die Einbindung vieler Karten in Mappen die Aufbewahrung und Präsentation. Bei der Restaurierung wurden alle Karten aus der Bindung herausgenommen, einzeln gesäubert und restauriert sowie anschließend in einer säurefreien Pappe plangelegt, so dass die Karten dauerhaft gesichert und aufbewahrt werden können.

Einige der geologischen Karten sind ab 20. September 2020 in der Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen „Im Steinbruch der Zeit. Erdgeschichte und die Anfänge der Geologie“ zu besichtigen.