Erschließung und Digitalisierung von Selbst-/Lebenszeugnissen der Frühen Neuzeit aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen

Schreibkalender von Heinrich Julius Elers
Schreibkalender von Heinrich Julius Elers

Im Mittelpunkt des Projekts, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, stehen ca. 1.550 handschriftlich überlieferte Selbstzeugnisse der Frühen Neuzeit aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen, die seit dem Ende des 17. Jahrhunderts im Umfeld des sich etablierenden Pietismus, der wichtigsten protestantischen Reformbewegung seit der Reformation, am Waisenhaus zu Halle erwachsen sind. Dabei handelt es sich zum einen um Selbstzeugnisse August Hermann Franckes, des Gründers des Halleschen Waisenhauses, seiner Mitarbeiter und weiterer Kontaktpersonen, zum anderen um Selbstzeugnisse, die im Kontext der Missionsarbeit des Halleschen Waisenhauses in Indien (sog. Dänisch-Hallesche Mission) sowie des Aufbaus lutherischer Gemeinden in Nordamerika entstanden sind. In der ersten dreijährigen Projektphase wurden ca. 1.490 Selbstzeugnisse digitalisiert und erschlossen sowie Autobiographien, Lebensläufe und Schreibkalender transkribiert und in den Digitalen Sammlungen des Studienzentrums zur Verfügung gestellt.

Vom 1. April 2021 bis zum 31. Januar 2022 wird das Projekt fortgesetzt. Zusätzlich zu den Selbstzeugnissen werden ca. 400 biographische Quellen, vor allem Lebensläufe und Thanatographien, aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen aus dem Zeitraum von 1690 bis 1813 digitalisiert, erschlossen und zum Teil auch transkribiert.  

Der für 2020 geplante Workshop zu dem Projekt wurde wegen der Pandemie verschoben und findet vom 21. bis 23. Juli 2021 statt.

Die digitalisierten und erschlossenen Quellen werden sukzessive im Projektverlauf in der Kollektion Handschriften / Autographen der Digitalen Sammlungen des Studienzentrums August Hermann Franckes publiziert. Durch die Klassifikation "Selbst-/Lebenszeugnisse" kann die Suche auf diese Dokumente eingegrenzt werden.

Die Quellen bieten vielfältige Ansatzpunkte für die Erforschung des halleschen Pietismus in seinen lokalen, überregionalen und globalen Interaktionszusammenhängen, für die Erforschung religiöser Praktiken und Gruppenbildungen sowie autobiographischen und biographischen Schreibens im 18. Jahrhundert.

Projektleitung: Dr. Britta Klosterberg
Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr. Karsten Hommel
Wiss. Hilfskräfte: David Löblich, Sabrina Mögelin (01.04.2018-30.09.2021), Désirée Schergun (01.04.2018-30.06.2019)
Archivarische Projektbegleitung: Dr. Jürgen Gröschl

Laufzeit: 01.04.2018–31.01.2022