Die dänisch-englisch-hallesche Mission in Tranquebar und ihre Beziehung zum Katholizismus und den anderen christlichen Konfessionen

Vorstellung der Evangelisch-Ostindischen Kirche, Kupferstich von Johann Jacob Kleinschmidt, nach 1730 (Ausschnitt)

Gabriele Bellinzona untersucht in seinem Dissertationsprojekt die interkonfessionelle Beziehung der lutherisch-pietistischen Mission in Tranquebar und in anderen Missionsstationen zu den anderen christlichen Konfessionen, die im 18. und 19. Jahrhundert ebenfalls in Südindien aktiv waren, d.h. zur römisch-katholischen und armenischen apostolischen Kirche sowie zu den Thomaschristen. Die frühesten dokumentierten Hinweise auf wechselseitige Beziehungen von Protestanten und anderen Christen finden sich in den Briefen eines der ersten Missionare, Bartholomäus Ziegenbalg (1682–1719). Von weitreichender Bedeutung für dieses Thema sind auch die Berichte aus der Tranquebarmission, die in den Halleschen Berichten (1710–1772), der ersten protestantischen Missionszeitschrift, und in den Neuen Halleschen Berichten (1776–1848) veröffentlicht wurden. Die Halleschen Berichte umfassen aufschlussreiche Informationen über Kirchen anderer Konfessionen und Traditionen. Daneben zählen die Briefe und internen Dokumente der verschiedenen Orden angehörenden katholischen Missionare zu den Kernbeständen an Quellen, mit denen sich das Projekt befasst.

Das Dissertationsprojekt ist angesiedelt am Graduiertenkolleg »Interkonfessionalität in der Frühen Neuzeit« der Universität Hamburg. Es wird betreut von Prof. Markus Friedrich (Universität Hamburg) als Erstbetreuer und Prof. Holger Zaunstöck von der Stabsstelle Forschung der Franckeschen Stiftungen als Zweitbetreuer.