Start der Demokratiekampagne

Kultur
Artikel 1 des Grundgesetzes besagt: Die Würde des Menschen ist unantastbar

Das Museumsnetzwerk Halle tritt gemeinsam mit weiteren Akteuren der Stadt mit einer Demokratiekampagne an die Öffentlichkeit. Flagge zeigen schon seit 2016 stadtweit Banner mit der unmissverständlichen Botschaft aus dem Artikel 1 des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Im gesellschaftlichen Austausch stellen sich viele Fragen zu den Grundrechten: Was bedeuten uns Werte wie Meinungsfreiheit, das Recht auf Asyl, Religionsfreiheit, Gleichheit und andere heute? Wo findet die Freiheit des Einzelnen ihre Grenzen und wie werden Grundrechte  geschützt? Wie gehen wir damit um, wenn sie infrage gestellt werden?

Kultureinrichtungen stehen in der Verantwortung, sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen, denn erst durch die Rahmenbedingungen unserer demokratischen Gesellschaftsordnung wird auch die freie Entfaltung kultureller und künstlerischer Arbeit ermöglicht. Museen, auch wenn sie sich eher mit Vergangenem befassen, sind wie andere Kultureinrichtungen Teil der heutigen gesellschaftlichen Debatten. Sie beziehen Position für die Werte, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Dazu zählt auch die Freiheit von Kunst und Kultur, die gleichzeitig ein Auftrag ist, in den heutigen politischen Auseinandersetzungen nicht abseits zu stehen.

Halle wird seit den Ereignissen am 9. Oktober 2019 mit einem rechten Terroranschlag in Verbindung gebracht. Dieser hat die Stadt erschüttert und gleichzeitig gezeigt, wie eine Stadtgesellschaft zusammenrückt, sich mit den Betroffenen solidarisiert und sich gegen Rechtsextremismus stellt. Die Mehrheit der Hallenserinnen und Hallenser denkt und agiert demokratisch. Sie verteidigt die Grundrechte, die keineswegs selbstverständlich sind und derer man sich immer wieder vergewissern muss.

Die Veranstaltungsreihe des Museumsnetzwerkes möchte die fundamentale Bedeutung demokratischer Grundwerte in unterschiedlichen Facetten und für verschiedene Lebens- und Gesellschaftsbereiche beleuchten, Dialog ermöglichen, Fragen aufwerfen und Persönlichkeiten vorstellen, die sich für Demokratie und Menschenrechte engagieren bzw. dies in der Vergangenheit taten. Die Franckeschen Stiftungen beteiligen sich mit ihrer Veranstaltungsreihe »Persönlichkeiten im Gespräch«.