Unser Jahresprogramm 2021: Vorsicht! Umsicht: Rücksicht. Unsere Sicht auf Gesundheit und Wohlergehen

Über uns
Das 300. Gründungsjubiläum des ersten europäischen Kinderkrankenhauses 1721 ist Anlass für das Jahresprogramm der Franckeschen Stiftungen 2021 zum Thema Gesundheit und Wohlergehen.

Das Logo des Jahresprogramms ist ein Auge auf rotem Grund
(© Thomas Meinicke)

Vor genau 300 Jahren wurde in den Franckeschen Stiftungen Medizingeschichte geschrieben: August Hermann Francke (1663–1727) ließ 1721 ein Krankengebäude errichten, das heute als erstes Kinderkrankenhaus Europas gelten kann. Aus historischem und aktuellem Anlass widmen die Franckeschen Stiftungen 2021 ihr Jahresprogramm dem Thema Vorsicht! Umsicht: Rücksicht. Unsere Sicht auf Gesundheit und Wohlergehen.

Den Auftakt bildet die digitale Francke-Feier vom 19. bis 21. März 2021. Die Festveranstaltung anlässlich des 358. Geburtstages des Stiftungsgründers August Hermann Francke steht im Zeichen des erfolgreichen Abschlusses des Wiederaufbaus der Franckeschen Stiftungen.

Im Zentrum des Programms steht die Jahresausstellung (2. Mai–13. Oktober) unter dem Titel »Heilen an Leib und Seele. Medizin und Hygiene im 18. Jahrhundert«, die am 2. Mai mit dem bekannten Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke eröffnet wird.

Mit »Suddenlife Gaming« wird 2021 in der Vermittlungsarbeit ein neues online-Format entwickelt, in dem Kinder (6–12 Jahre) und Familien durch transmediales Storytelling Teil einer spannenden Geschichte werden, die sie selbst mitgestalten. Das Museum kommt nach Hause und die Interaktionen der NutzerInnen werden Teil des Museums.
Das Projekt wird durchgeführt im Rahmen von »dive in. Programm für digitale Interaktionen« der Kulturstiftung des Bundes, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Programm NEUSTART KULTUR.

Im Veranstaltungsprogramm, nach Möglichkeiten vor Ort oder im Live-Stream, begrüßen wir 2021 wieder renommierte Gäste mit spannenden Themen. Peter Maffay wird am 3. Juni 2021 als Gast in der Reihe »Persönlichkeiten im Gespräch« mit MDR- Kulturchef Reinhard Bärenz über sein Leben und sein soziales Engagement für Kinder und Familien sprechen. Am 3. Juli ist mit Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Ulrich Gumbrecht einer der führenden Intellektuellen unserer Zeit Gast der ersten Paul Raabe-Vorlesung in den Franckeschen Stiftungen. Prof. Dr. Jakob Vogel, ein international renommierter Experte für die europäische Geschichte der Neuzeit und den europäischen Kolonialismus, spricht am 29. April in den Halle Lectures über »Aufklärung Postkolonial? Globale Wissenschaftsgeschichte und die Herausforderungen des Exotismus«. Das Begleitprogramm zur Jahresausstellung bietet im Herbst vier große Themenabende, in denen zahlreichen Fachleuten Fragen um Körper, Seele und Gemüt, aber auch um Medikamente und Ökonomie, ebenso um Hygiene und Angst vor Krankheit sowie um die Medikalisierung der Medizin diskutieren.

Die internationale Netzwerkarbeit der Franckeschen Stiftungen trägt neue Früchte: Die auf Betreiben der Franckeschen Stiftungen 2020 in Halle gegründete »Alliance of Early Universal Museums« tagt am 28. Mai 2021 im Teylers Museum in Haarlem (Niederlande). Hier werden mehrere Institutionen von europäischem Rang als neue Mitglieder in das Netzwerk aufgenommen und eine große Tagung 2022 in St. Petersburg vorbereitet.

Die Franckeschen Stiftungen sind aber auch lokal aktiv: Für das erste stadtweite kulturelle Themenjahr einer ganzen Themenjahresdekade haben sie die federführende Intendanz übernommen. Über 80 Akteure werden die Stadtgesellschaft mit rund 100 Veranstaltungen in Bewegung setzen und sich ein Jahr lang mit den Themen Salz und Digitalisierung befassen.

Neben weiteren Themenbeiträgen im Rahmen des Themenjahres verfolgen die Franckeschen Stiftungen mit dem Projekt »Digitalisierung der Salzkothe in der Kunst- und Naturalienkammer« kontinuierlich die Digitalisierung ihrer Ausstellungen. Modernste Technik erlaubt es NutzerInnen, auch in den Innenraum des 300 Jahre alten Salzkothen-Modells der Wunderkammer zu schauen und in einer Animation den Prozess des Salzsiedens vor 300 Jahren mit eigenen Augen mitzuverfolgen.