Indische Stimmen in den »Halleschen Berichten« und der »Malabarischen Korrespondenz«

Wissenschaft
Ein Beitrag zur Missionsgeschichte im Kontext postkolonialer Diskussion.

Bekrönungsmalerei des Indienschranks
Ein Malabare (Inder) schreibt auf Palmblattpapier.

Am 10. Mai 2019 eröffnete mit der Germanistin und ausgewiesenen Expertin für die frühen Berichte der Dänisch-Halleschen-Mission Frau Prof. (em) Dr. Rekha V. Rajan (Hyderabad, Indien) die Kabinett-Ausstellung »Missionsauftrag und Forscherdrang. Bartholomäus Ziegenbalg, erster lutherischer Missionar in Indien«. In ihrem Festvortrag fokussierte sie dabei auf den Blickwinkel der indischen Gesprächspartner des Missionars Ziegenbalg, den sie aus dessen Berichten für die europäischen Unterstützer der Mission herausgearbeitet hat. Damit ermöglicht Rajan einen Einblick in die zeitgenössische Wahrnehmung der Mission bei der indischen Bevölkerung. Dieser Einblick ist besonders deshalb wichtig, weil die Berichte der Missionare des 18. Jahrhunderts in der Regel die europäischen Sichtweisen auf Indien reproduzieren und die »indischen Stimmen« darin nicht zu Wort kommen.

Die Franckeschen Stiftungen freuen sich deshalb sehr, dass Frau Prof. Rajan der Veröffentlichung ihres Redemanuskripts zugestimmt hat. Der hier der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellte Text ist als dezidierte Einladung zu einer weiteren, intensiveren Beschäftigung mit den reichhaltigen Quellenbeständen zur Dänisch-Englisch-Halleschen Mission zu verstehen, die in Archiv und Bibliothek der Franckeschen Stiftungen aufbewahrt werden. Die von Frau Prof. Rajan für ihre Untersuchung verwendeten »Halleschen Berichte« sind zudem bereits seit einiger Zeit in digitalisierter Form vorhanden und können hier eingesehen werden.