Heilen an Leib und Seele. Medizin und Hygiene im 18. Jahrhundert

Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen 2021
Ausstellung

Das Kinderkrankenhaus auf dem Gelände der Stiftungen

Ein zentraler Bau der einzigartigen historischen Schulstadt ist das 1721 errichtete Krankenhaus, das als erstes Kinderkrankenhaus Deutschlands in die Medizingeschichte einging.

Aus Anlass des 300-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung entführt die Ausstellung in die Welt der Medizin im 18. Jahrhundert. In dieser Zeit entspann sich eine europaweite Debatte über das grundlegende Verhältnis von Leib und Seele. Vor diesem Hintergrund konzipierten die halleschen Pietisten ein eigenes medizinisches Verständnis, das gleichberechtigt auf Körper, Seele und Gemüt blickte. Wie wurden Krankheit und Gesundheit, Tod und Heilung erlebt?

Anhand eindrucksvollen historischen Archivmaterials blättert die Ausstellung Themen auf, die in verblüffender Weise aktuell sind – so etwa das für das 18. Jahrhundert hochmoderne Hygienekonzept und der damals schon professionelle Umgang mit der Ressource Wasser in den Franckeschen Stiftungen. Revolutionär waren auch die öffentliche Sprechstunde für Arme, in der monatlich bis zu 1.000 Personen unentgeltlich behandelt und mit eigens vor Ort hergestellten Medikamenten versorgt wurden, sowie der Versuch, eine »Pflege-Cassa« einzurichten, mit der ein Solidarprinzip in den Schulen etabliert werden sollte.

Diese komplexe,  auf Gesundheit und Wohlergehen abgestimmte Gesamttopografie der Schulstadt wird in der Ausstellung anschaulich zu erleben sein.