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Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Silke Viehmann (Informationszentrum im Francke-Wohnhaus) Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Tel.+49 345 2127450

Daten

Termin: 30.05.2018, 19:30 Uhr
Kosten: kostenfrei

alle Daten zur Veranstaltung

Themenabende zur Jahresausstellung

Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Wie sieht das Reisen im 21. Jahrhundert aus? Die Menschen werden immer mobiler und verlassen doch selten den eigenen Horizont. Reisende suchen nach immer authentischeren Erfahrungen, während der Massentourismus den Menschen vor Ort die Lebensgrundlage nimmt. Dann lieber eine Weltreise per Virtual-Reality-Brille oder eine Weltraumkreuzfahrt zum Mond? Was suchen wir in der Fremde und wo finden Begegnungen mit dem Fremden überhaupt noch statt? In Zeiten von Flucht und Migration vielleicht direkt vor der eigenen Haustür? Im Themenjahr »Bewegte Zeiten. Zur Geschichte und Zukunft des Reisens« fragen die Franckeschen Stiftungen nach: bei Migrationsexperten, Zukunftsforschern und Philosophen, mit Dokumentar- und Youtube-Filmen und in Diskussionsrunden mit dem Publikum.

11. April, 18.00 Uhr
Einwandern und Ankommen in Deutschland
Vortrag, Filme und Gespräch mit dem Migrationsexperten Prof. Dr. Jochen Oltmer, Osnabrück sowie dem syrischen Youtuber Firas Alshater, Berlin.

Seit dem 18. Jahrhundert wird Deutschland von Wanderbewegungen durchzogen, mal aus Deutschland weg, mal nach Deutschland hinein. Heute hat jeder fünfte Einwohner hierzulande einen Migrationshintergrund. Die Beweggründe, die eigene Heimat zu verlassen, sind verschieden, Krieg, Vertreibung und wirtschaftliche Gründe bilden historisch wie aktuell die Hauptursachen für Wanderbewegungen. Der Vortrag des Migrationsexperten Jochen Oltmer verbindet die historische Analyse und die gegenwärtige Bewertung deutscher Migrations- und Flüchtlingspolitik. In deren Fokus stehen seit drei Jahren Menschen aus Syrien.

Firas Alshater ist aus Syrien nach Deutschland gekommen. Heute ist er ein erfolgreicher Youtuber, der in seinen Videos »Zukar« den deutschen und syrischen Alltag aufs Korn nimmt. Klug, witzig und wertschätzend inszeniert er das Wundern bis hin zur Verständnislosigkeit gegenüber dem Fremden auf deutscher und syrischer Seite. Das Publikum in Halle erwartet ein geistreicher und unterhaltsamer Abend mit vielen Möglichkeiten zum Gespräch.

Mi, 30. Mai, 19.30 Uhr
Faszinierende Fremdheit. Von der touristischen Sehnsucht nach authentischen Erfahrungen
Vortrag von Prof. Dr. Alfred Schäfer

Der Tourismus ist zu einer der größten Branchen der Erde geworden. Seine Entwicklungen vom Massentourismus, über nachhaltigen Tourismus und Individualtourismus sind hochkomplex, seine Ökonomisierung ist stark in der Kritik. Im Mittelpunkt dieses Vortrags soll nicht die Kritik am Tourismus sondern das touristische Motiv der authentischen Begegnung mit dem Fremden selbst stehen: Von ihr erwartet man sich vor allem auch eine Veränderung des eigenen Selbstverständnisses. Auch wenn sich in den letzten Jahrzehnten die Reisepraxis durch die Ausweitung der touristischen Infrastruktur verändert haben, wenn damit die Fremden vielleicht nicht mehr so fremd erscheinen, bleibt dieses Motiv gerade unter Individualtouristen wirksam. Dabei hat sich die Vorstellung einer authentischen Begegnung mit dem Fremden allerdings längst mit der Rhetorik einer Selbstbehauptung unter fremden Bedingungen und mit einem selbstironischen Gestus verbunden.

21.00 Uhr
Fahrradkino im Lindenhof
Die Gans mit den Goldenen Eiern
Das Fahrradkino im Lindenhof zeigt Wirkungen des Massentourismus und Gegenstrategien auf: Die Pazifikküste Costa Ricas leidet unter Luxusresorts und All-inclusive-Angeboten, die sich zunehmend negativ auf Natur und Bevölkerung auswirken. Gestützt auf Interviews mit Behörden, BewohnerInnen, Wissenschaftlern und PolitikerInnen zeigt »Die Gans mit den Goldenen Eiern« die Schattenseiten dieser Entwicklung. Wer die Goldenen Eier erhalten will, muss die Gans pflegen. Ist der Ökotourismus das rettende Szenario?

Unterwegs zu sich – in der Heimat und der Ferne
Pilgern liegt seit Jahren im Trend. Nachdem Paulo Coelho mit seinem „Jakobsweg“ und Hape Kerkeling mit „Ich bin dann mal weg“ alle Verkaufsrekorde gebrochen haben, machen sich jährlich tausende für einige Wochen auf, um im Wandern auf alten Pilgerwegen sich selbst und ihren eigenen Zugang zu Spiritualität zu finden. Sie gehen in Gruppen, treffen andere und gewinnen Abstand vom Rhythmus unserer Gesellschaft. Dabei geht es kaum mehr um religiöse Pflichterfüllung oder gar um Reliquienverehrung. Das individuelle Natur- und Körpererlebnis ist längst in den Vordergrund gerückt. Nichts desto trotz sind es die seit dem Mittelalter bekannten Pilgerwege, die heute mehr und mehr Menschen anziehen. Mag es der Hauch des Religiösen sein, der Widerhall der Geschichte oder der Glaube an den „Kraftort“. Die traditionellen Wallfahrtsrouten sind wiederbelebt und touristisch aufbereitet. Der Film begleitet drei Gruppen auf ihrer Pilgerwanderung


6. Juni 2018, 18.00 Uhr
Le Mensch – Die Ethik der Identitäten
Lesung mit Alfred Grosser. Moderation: Ellen Schweda, mdr Kultur

In unserer Zukunftsreihe darf der Mensch nicht fehlen. Zum zweiten Mal bereits dürfen wir einen der großen Menschen unserer Zeit in Halle begrüßen, der sich in seinem Denken und Handeln nicht »eingrenzen« lässt. Alfred Grosser wird geehrt für seinen Beitrag zur deutsch-französischen Verständigung, ausgezeichnet für sein publizistisches Werk und kritisiert für seine Haltung zu Israel. Richtig zu denken, gerecht, abwägend und korrekt, ist der Wegweiser, der in seinem neuesten Buch zum Nachdenken über die Entstehung und Moral sozialer Indentität führt. Lesung und Gespräch versprechen an diesem Abend spannende Denkanstöße zur Bedeutung unserer Menschlichkeit.  

11. September 2018, 18.00 Uhr
Die Zukunft der Mobilität im 21. Jahrhundert
Vortrag von Prof. Dr. Stephan Rammler
Zugleich Finissage der Jahresausstellung »Durch die Welt im Auftrag des Herrn. Reisen von Pietisten im 18. Jahrhundert«.

Mobilität ist von fundamentaler Bedeutung sowohl für unsere Wirtschaft als auch unseren Lebensstil. Sie ist dabei extrem produkt- und ressourcenintensiv und stellt große Herausforderungen an die Zukunft. Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und knapper werdender Ressourcen ist klar: Wir brauchen eine Richtungsänderung. Ließe sich die steigende Mobilität aber dennoch nachhaltig realisieren und wie könnte eine zukunftsfähige Umwelt- und Gesellschaftspolitik aussehen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Soziologe und Zukunftsforscher Stephan Rammler, Professor für Transportation Design & Social Sciences an der Hochschule der Künste in Braunschweig. Zum Themenabend stellt er seine Vision der Mobilität von morgen mit innovativen Technologien, klugen ökonomischen Strategien und einer veränderten politischen Kultur zur Diskussion. 2016 erhielt er den ZEIT-Wissen-Preis "Mut zur Nachhaltigkeit".

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Museum/ Ausstellungen | zur Einrichtung
  Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen | zur Einrichtung
Termin:
Ort: Haus 1 - Historisches Waisenhaus (Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Vortrag / Gespräch
Kosten: kostenfrei

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