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Daten

Termin: 22.09.2019, 11:00 Uhr
Kosten: kostenfrei

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Eine Ausstellungseröffnung im Zeichen der Moderne

Feierliche Eröffnung der Jahresausstellung mit Festvortrag, modernem Tanz und Jazz-Lunch im Lindenhof

Zur Ausstellungseröffnung unserer Jahresausstellung „Moderne Jugend?“ kehrt die Moderne zurück in die Stiftungen. Die Jahre 1890 bis 1933 waren geprägt durch radikale Veränderungen: Rasant entwickelten sich neue Medien, zukunftsweisende Formen der Mobilität, expressionistische Kunst und wilde Jazz-Musik. Die Gesellschaft erstritt mehr Freiheiten und schritt dennoch unaufhaltsam den dunkelsten Jahren der Menschheitsgeschichte entgegen. Wie war es in dieser Zeit des Umbruchs jung zu sein? In unserer Ausstellung wollen wir diese Aufbruchszeit durch die Augen der Jugendlichen verstehen, die vor hundert Jahren in unserer Schulstadt gelernt, gelebt und die Moderne mitgestaltet haben.

Zur feierlichen Ausstellungseröffnung lassen wir eine der bewegendsten Ausdrucksformen der Moderne wieder lebendig werden: den modernen Tanz. Dafür wird der Tänzer Nils Freyer den Tanzzyklus "Afectos humanos" der herausragenden Choreografin Dore Hoyer (1911–1967) im Freylinghausen-Saal zur Aufführung bringen. Ein Festvortrag von Ausstellungskurator Prof. Dr. Holger Zaunstöck stimmt Sie anschließend auf die Jahresausstellung ein. Damit Sie sich nach dem Ausstellungsbesuch auch selbst wie in den Goldenen 20er Jahren fühlen, laden wir Sie im Anschluss zu unserem geselligen Empfang mit Swing in den Lindenhof ein.


Afectos humanos

Zentrales Thema des Tanz-Zyklus von Dore Hoyer sind die menschlichen Leidenschaften. Angeregt dazu wurde sie durch den jüdischen Philosophen Baruch Spinoza. Seine „Affektenlehre“ lernte sie bei einem Aufenthalt in La Plata kennen. Den Zyklus choreografierte sie 1962 in Essen. Ihr Pianist, Dimitri Wiatowitsch, arbeitete dort an der Folkwang-Schule. Es war ihre letzte große Arbeit. Überschrieben sind die Tänze mit: „Eitelkeit“, „Begierde“, „Hass“, „Angst“, „Liebe“. Es sind die Affekte, die die Menschen – ob Mann, ob Frau, ob jung, ob alt – bestimmen: in der Politik, im Beruf, im Privatleben. Der letzte Tanz, „Liebe“, fasst den Zyklus thematisch zusammen. Liebe kann wie eine Katharsis wirken. Sie vermag die anderen Affekte zu läutern, zu reinigen, zu brechen.

Choreografie – Dore Hoyer
Tanz – Nils Freyer
Musik – Dimitri Wiatowitsch
Klavier – Ulrike Buschendorf
Schlagzeug – Marco Philipp
Einstudierung – Susanne Linke, Heike Keller
Dramaturgie – Ralf Stabel

Dore Hoyer (1911–1967) gilt als die wichtigste deutsche Solistin des modernen Tanzes von den 1930er bis zu den 1960er Jahren. 1911 in Dresden geboren, erhielt sie ihre Ausbildung bei Ilse Homilius, einer Absolventin von Hellerau-Laxenburg, und an der Gret Palucca Schule in Dresden. Sie tanzte u. a. in der Gruppe von Mary Wigman. Nach einem längeren Aufenthalt in Südamerika kehrte sie 1962 nach Deutschland zurück, wo sie den Tanzzyklus „Afectos Humanos“ nach Texten von Spinoza und zu Musik von Dimitri Wiatowitsch entwickelte.

Nils Freyer absolvierte die Staatliche Ballettschule seiner Heimatstadt Berlin und schloss die Ausbildung als Bachelor of Arts an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin ab. Während des Studiums tanzte er in Choreografien von Robert North, Marguerite Donlon und Torsten Händler. Er unterrichtet Klassischen und Modernen Tanz an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" und anderen Einrichtungen. Derzeit beschäftigt er sich intensiv mit dem Deutschen Ausdruckstanz des 20. Jahrhunderts und betritt damit als junger Tänzer von heute eine eher weibliche Domäne.

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen | zur Einrichtung
Termin:
Ort: Haus 1 - Historisches Waisenhaus (Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Festveranstaltung
Kosten: kostenfrei

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