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Daten

Termin: 18.11.2018, 11:00 Uhr
Kosten: Eintrittskarten an den üblichen Vorverkaufsstellen: 18 Euro, 12 Euro, Schüler und Jugendliche bis 18 Jahre 8 Euro

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Händel im Herbst

Konzert mit Ragna Schirmer

Dass das Jahr 1685 einen Meilenstein in der Musikgeschichte markieren würde, konnte niemand ahnen, als im Haus des Leibchirurgus Händel in Halle am 23. Februar ein Knabe das Licht der Welt erblickte. Während Georg Friedrich nach dem Willen seiner Eltern eine juristische Karriere anstreben sollte, wurde dem am 21. März in Eisenach geborenen Johann Sebastian die Laufbahn schon in die Wiege gelegt: Sein Vater Johann Ambrosius Bach arbeitete als Stadtpfeifer und Hoftrompeter, auch viele seiner Verwandten waren Kantoren und Organisten. Und Giuseppe Domenico, der am 26. Oktober in Neapel zur Welt kam, schien als Sohn des erfolgreichen Komponisten Alessandro Scarlatti ein Leben im Dienste der Musik ebenfalls vorherbestimmt.

Händel, Bach, Scarlatti: Wenn sich die Geburtstage der Komponisten im Jahr 2018 zum 333. Mal jähren, ist dies für die Pianistin Ragna Schirmer ein willkommener Anlass, in einem Recital auf die Verbindungen der Lebenslinien der drei Barockmeister zu verweisen. So freundeten sich der Hallenser und der Neapolitaner in Italien an, da sie beide die Gunst des Kardinals Pietro Ottoboni genossen. Einer Anekdote zufolge sollen sich die musikalischen Rivalen in Rom einen Wettkampf an den Tasten geliefert haben, den Händel an der Orgel gewann, während Scarlatti am Cembalo triumphierte. Einen weiteren Berührungspunkt zwischen beiden Komponisten findet man in der Tatsache, dass sie ihre größten Erfolge in der Fremde feierten: Während Händel in London zum Opern-Impresario und Oratorien-Erfinder aufstieg, schrieb Scarlatti seine bahnbrechenden Cembalosonaten zunächst am königlichen Hof in Madrid, wohin es ihn als Musiklehrer der portugiesischen Prinzessin und späteren spanischen Königin Maria Bárbara verschlagen hatte.

Neben diesen weitreisenden Männern erscheint der Wirkungskreis von Johann Sebastian Bach eher klein: Über Mühlhausen, Weimar und Köthen führte der Weg den Organisten und Komponisten schließlich nach Leipzig. Im Amt des Thomaskantors fand er seine Lebensstellung, und widmete sich vor allem geistlichen Werken. Bach wurzelte ebenso wie Händel tief in der mitteldeutschen Tradition. Dass er die Werke seines Landsmanns schätzte, belegt nicht nur die rührende, von seinem Sohn Carl Philipp Emanuel überlieferte Anekdote, dass Bach mehrfach vergeblich versucht hat, Händel bei dessen Besuchen in Halle zu treffen. In der Bibliothek des Thomaskantors befand sich auch eine Abschrift der „Brockes-Passion“ von Händel, die er in Leipzig wohl auch zur Aufführung brachte.

Es ist ein verborgenes Geflecht, das die drei Komponisten und Tasten-Virtuosen zu Lebzeiten miteinander verband und das Ragna Schirmer anlässlich der 333. Geburtstage freilegen will. Der temperamentvolle Theatermann, der demütige Diener Gottes und der visionäre Vorbote der Klassik finden sich dabei zu einem imaginären Gipfeltreffen zusammen, bei dem eine Pianistin alle drei gleichermaßen feiert. Happy Birthday! Herzlichen Glückwunsch! Tanti Auguri!

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen | zur Einrichtung
Termin:
Ort: Haus 1 - Historisches Waisenhaus (Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Konzert
Kosten: Eintrittskarten an den üblichen Vorverkaufsstellen: 18 Euro, 12 Euro, Schüler und Jugendliche bis 18 Jahre 8 Euro

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