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Meilensteine im Antragsprozess

Hier erhalten Sie Einblicke in den UNESCO-Antragsprozess und können den Weg der Franckeschen Stiftungen bis zur Entscheidung im Januar 2016 rückblickend mitverfolgen.

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Viele Hallenser und Hallenserinnen können sich noch an die Zeit erinnern, in der die Franckeschen Stiftungen einen trostlosen Anblick boten. Nach jahrzehntelanger Vernachlässigung waren die erhabenen Gebäude dieses einzigartigen Barockensembles stark renovierungsbedürftig. Aber sie waren noch vollständig erhalten geblieben. Mit großer Anstrengung vieler Förderer und Partner wurde in den vergangenen 25 Jahren eine umfassende Rettung möglich, so dass das Stiftungsareal heute wieder als weltweit einzigartiges Beispiel sozialer und pädagogischer Architektur bürgerlichen Ursprungs aus Barockzeit erstrahlt und von über 100.000 Menschen jährlich besucht wird. Den Welterbetitel zu erringen, würde den krönende Abschluss dieses langjährigen spannenden Aufbauwerkes bilden.

Das Bestreben einer Aufnahme der Franckeschen Stiftungen in die Liste der UNESCO-Welterbestätten verbindet sich mit dem ausgeprägten Wunsch, dieses einzigartige Ensemble in der Zukunft besser vor Niedergang und Vernachlässigung zu schützen, indem es unter die Obhut der Weltgemeinschaft gestellt wird. Der Grundgedanke der UNESCO Welterbeliste besteht darin, Stätten zu schützen, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend für die Menschheit sind. Diese Intention ins öffentliche internationale Bewusstsein zu tragen ist nicht zuletzt die Aufgabe der 1007 eingeschriebenen UNESCO-Stätten in 161 Ländern.

2016: DIE ENTSCHEIDUNG

Bei einem Gesprächstermin im Zuge des mehrstufigen Evaluierungsverfahrens durch ICOMOS International, der am Montag, dem 30.11.2015 in Paris stattfand, wurde der deutschen Delegation, die aus einer Vertreterin des Auswärtigen Amtes, einem Vertreter der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der UNESCO sowie zwei Vertretern der Franckeschen Stiftungen bestand, mündlich mitgeteilt, dass der Antrag auf Einschreibung der Franckeschen Stiftungen in die Welterbeliste nicht befürwortet wird. Dem Ensemble werde kein außergewöhnlicher universeller Wert zuerkannt: Sozial- und Bildungsarchitektur sowie Waisenhausbauten stellen für ICOMOS keine zu füllende Lücke auf der Welterbeliste dar. Die Ideen in Fürsorge und Bildung, die die Stiftungen verkörpern, seien im weltweiten Maßstab nicht einflussreich genug gewesen. In den Bauten des Stiftungsensembles sei die Verbindung von immateriellem und materiellem Erbe nicht ausreichend erkennbar. Die Architektur sei nicht innovativ genug. Das Konzept der Schulstadt sei nicht mehr voll erkennbar.

Die Delegation hat ihr Unverständnis über dieses pauschalisierende Urteil deutlich artikuliert, dafür aber kein Gehör gefunden. Alle im Bewerbungsverfahren beteiligten Partner in Bund, Land, Stadt, Franckeschen Stiftungen sowie die einbezogenen Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler stimmen der Einschätzung von ICOMOS nicht zu.

7. Januar 2016

Das Kuratorium der Franckeschen Stiftungen entschied in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt, die Bewerbung der Franckeschen Stiftungen um Aufnahme in das UNESCO-Welterbe zurückzuziehen. Damit gehen die Franckeschen Stiftungen zurück auf die Tentativliste und können den Antrag zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal einreichen.

2015: Community Involvement

30. November 2015

 Gesprächstermin mit ICOMOS International in Paris.

23. September 2015

 Die Franckeschen Stiftungen erhalten von ICOMOS International sieben Nachfragen, die sich auf die Orte der Lehrerbildungsseminare und des Bibeldrucks im Gebäudeensemble, die Grenzziehung zwischen vorgeschlagenem Welterbe und Pufferzone sowie auf Fragen des aktuellen und künftigen Schutzes des Denkmals Franckesche Stiftungen beziehen.

18./19. September 2015

Technical Evaluation Mission durch ICOMOS INTERNATIONAL in den Franckeschen Stiftungen

5. März 2015

Auf einer Rundreise zu den aktuellen Bewerbern aus Sachsen-Anhalt besuchte die Vorsitzende des UNESCO-Welterbekomitees Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, mit dem Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, und dem ständigen Vertreter der Bundesregierung bei der UNESCO, Dr. Michael Worbs, die Franckeschen Stiftungen. Sie besichtigte das nominierte Welterbe rund um den Lindenhof und trug sich in der Kulissenbibliothek in das Goldene Buch der Franckeschen Stiftungen ein.

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27. Februar 2015

Uns erreicht der Brief des UNESCO-Generalsekretärs über den erfolgreichen „completeness check“ des Antrags der Franckeschen Stiftungen um Aufnahme in das UNESCO-Welterbe. Damit ist das Evaluierungsverfahren eingeleitet.

15. Januar 2015

Der Antrag wurde in Paris beim Welterbezentrum durch die ständige Vertretung der Bundesrepublik bei der UNESCO eingereicht.

2014: VORBEREITUNG DER ANTRAGSABGABE

15. Dezember 2014

 Antrag der Franckeschen Stiftungen auf Aufnahme in das UNESCO-Welterbe wird offiziell der Landesregierung Sachsen-Anhalts übergeben. 

  Übergabe MD (5)    Übergabe MD (1) 

Von dort aus wird er über die Kultusministerkonferenz Anfang des Jahres 2015 an das Welterbezentrum in Paris zur  Begutachtung weitergeleitet.

24. Oktober 2014

 Ende Oktober 2014 erhielten die Franckeschen Stiftungen die gute Nachricht aus Paris: Der Antrag auf Aufnahme in das UNESCO-Welterbe hat die formelle Vor-Prüfung bestanden. Diese Prüfung ist weltweit die Voraussetzung dafür, dass eine Einrichtung ihren Antrag wirklich einreichen darf. Damit sind die Franckeschen Stiftungen in eine neue Phase des Antragsprozesses eingetreten.

31. Juli 2014

 Abgabe der englischen Fassung des Antrags zur Vorprüfung durch die UNESCO-Kommission in Paris.

1. April 2014

  Antrag-Franckesche-Stiftungen-UNESCO039 Am 20. März 2014 wurde anlässlich der Sitzung des Nomination-Teams der Antrag der Franckeschen Stiftungen auf Aufnahme in das UNESCO-Welterbe zur Vorprüfung dem Land Sachsen-Anhalt vorgestellt.
In der anschließenden Pressekonferenz(PDF, 276 kB) präsentierten der Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt, Stephan Dorgerloh, mit dem Direktor der Franckeschen Stiftungen, Dr. Thomas Müller-Bahlke, und dem UNESCO-Beauftragen der Franckeschen Stiftungen, Prof. Dr. Holger Zaunstöck, die Antragsschwerpunkte und die im Rahmen der zweijährigen Vorbereitungsarbeit gewonnenen neuen Erkenntnisse.
Die Bemühungen um Aufnahme der Franckeschen Stiftungen in das UNESCO-Welterbe gehen zurück auf Hans-Dietrich Genscher, der das historische Stiftungsensemble seit den 1990er Jahren in den Fokus der UNESCO gerückt hatte. Seit 1998 standen die Franckeschen Stiftungen auf der Tentativliste.

2013: ES GEHT LOS!

3. bis 4. September 2013

 UNESCO-Fachgutachter-Tagung im Historischen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen

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UNESCO-Workshop Amerika  Im September 2013 trafen sich die Fachgutachter mit der UNESCO-Arbeitsgruppe, die sich im Sommer 2012 konstituiert hatte, in den Franckeschen Stiftungen, um die neuen Forschungsergebnisse in den Fachgutachten zu diskutieren. Mit dieser Tagung wurde der inhaltliche Gestaltungsprozess des UNESCO-Antrags entscheidend befördert.

24. Januar 2013

 Das Nomination-Team stellte sich vor

Zur Unterstützung des Antrages auf Aufnahme in das UNESCo-Welterbe haben die Franckeschen Stiftungen ein „Nomination-Team“ berufen. Am 24. Januar 2013 kam das das hochkarätig besetzte Team unter dem Vorsitz des Kultusministers des Landes Sachsen-Anhalt, Stephan Dorgerloh, erstmals in den Franckeschen Stiftungen zusammen, um sich über die Schwerpunkte der Bewerbung zu informieren und im Rahmen einer Pressekonferenz den Stand des Bewerbungsverfahrens sowie wichtige Punkte desselben der Presse vorzustellen.

Die Mitglieder des Nomination-Teams repräsentieren und unterstützen den Bewerbungsprozess der Franckeschen Stiftungen in den Bereichen Politik, Kultur und Wissenschaft auf Stadt-, Land- und Bundesebene. Die Zusammensetzung des Teams widerspiegelt die gesellschaftlich breite Unterstützung des Bewerbungsvorhabens und unterstreicht damit zugleich die kulturpolitische Bedeutung des Vorhabens für die Stadt Halle, das Land Sachsen-Anhalt und die Bundesrepublik Deutschland.

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(v.l.n.r.)
Prof. Dr. Harald Meller, Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle
Dr. Bernd Wiegand, Oberbürgermeister der Stadt Halle
Detlef Gürth; Präsident des Landtages von Sachsen-Anhalt
Stephan Dorgerloh (Vorsitzender), Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt
Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt bis 2013
Dr. Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen
Prof. Dr. Helmut Obst, Vorsitzender des Kuratoriums der Franckeschen Stiftungen

Sommer 2012

Eine UNESCO-Arbeitsgruppe gründet sich in den Franckeschen Stiftungen. Sie entwickelte die Konzeption des Antrags und koordinierte die Forschungsarbeiten. Entscheidend befördert wurde der Prozesse von den Fachgutachten international renommierter Wissenschaftler aus sechs Disziplinen und vier Ländern.

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