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Petra Klausnitzer, Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Petra Klausnitzer, Silke Viehmann (Informationszentrum im Francke-Wohnhaus) Petra Klausnitzer, Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Tel.+49 345 2127450

Daten

Termin: 16.04.2015, 18:00 Uhr

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Beschreibung

Baukunst in Büchern des Barock: Eröffnung Kabinettausstellung, Führung durch die Ausstellung, Gespräch und Empfang

Dem Antrag um das Welterbe liegen neue umfangreiche interdisziplinäre Forschungen über das Historische Waisenhaus und den sich anschließenden Lindenhof zugrunde. Diese Erkenntnisse einem breiten Publikum zu unterbreiten, nachvollziehbar zu machen und diejenigen Kriterien vorzustellen, mit denen sich die Stiftungen um den UNESCO-Titel bewerben, ist das Anliegen der Welterbeabende. So wird deutlich, was die Stiftungen als außergewöhnlichen universellen Wert, der sowohl für gegenwärtige als auch für künftige Generationen der gesamten Menschheit von Bedeutung ist, ausweist. Die Abende finden mehrmals im Jahr statt und bieten Gelegenheit, in geselliger Atmosphäre mit den Experten ins Gespräch zu kommen.

Der Welterbeabend IV lädt zur Eröffnung der Kabinettausstellung in der Historischen Bibliothek mit einem Einführungsvortrag von Prof. Dr. Heinrich Dilly, Halle, ein:

Ausgehend von Italien verbreitete sich der Barockstil Ende des 16. Jahrhunderts zunächst in den katholischen Ländern Europas, bevor er sich auch in protestantischen Gegenden durchsetzte. Weltliche Herrscher errichteten Schlossbauten mit bisher nie dagewesener Pracht, deren Bedeutung durch aufwändig gestaltete Gartenanlagen noch unterstrichen wurde. Private Wohnhäuser von Adel und Bürgertum dienten der öffentlichen Darstellung. Auch die Innenausstattung weltlicher und kirchlicher Bauten zeichnete sich durch eine neue Vielfalt von Formen und Farben aus.

Wer waren nun die Architekten dieser Bauten? Bis Ende des 18. Jahrhunderts gab es für Architekten keine vorgeschriebene Ausbildung. Manche von ihnen absolvierten eine handwerkliche Ausbildung als Steinmetz, Maler oder Zimmermann. Viele erwarben ihre Qualifikationen jedoch im Selbststudium und durch Fachbücher. Die Bücher waren als Handbücher für Laien konzipiert und boten einen Überblick über die vielfältigen Bauaufgaben, mit denen Bauherren sowie Architekten des 16. bis 18. Jahrhunderts konfrontiert waren.

Um Grundkenntnisse der Architekturtheorie zu erwerben, griffen die Baumeister des Barock zunächst auf antike Autoren und auf Vertreter der Renaissance-Architektur wie Andrea Palladio (1508-1550) und Pietro Cataneo (1510-1569) zurück. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts brachten erstmals deutsche Baumeister eigene Handbücher zur Baukunst heraus. Mit Nikolaus Goldmanns (1611-1665) Werk „Vollständige Anweisung zu der Civil-Bau-Kunst“ (1699) und den zahlreichen Traktaten des Architekturtheoretikers Leonhard Christoph Sturm (1669-1719) erreichten die Handbücher zur Baukunst im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt.

Diese mit zahlreichen Kupferstichen ausgestatteten Werke gehören zu den Bücherschätzen in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen. Sie zeigen, nach welchen Idealen und Vorstellungen Städte sowie kirchliche, herrschaftliche und bürgerliche Bauten in der Frühen Neuzeit konzipiert und gestaltet wurden.

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen | zur Einrichtung
Termin:
Ort: Haus 1 - Historisches Waisenhaus (Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Ausstellung
  Führung
  Vortrag / Gespräch

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