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Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Silke Viehmann (Informationszentrum im Francke-Wohnhaus) Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Tel.+49 345 2127450

Daten

Termin: 13.09.2015-21.02.2016
Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Kosten: Erwachsene 6 €; erm. 4 €; bis 18 Jahre Eintritt frei

alle Daten zur Veranstaltung

Beschreibung

Die Welterbebewerbung der Franckeschen Stiftungen

Bei einem Gesprächstermin im Zuge des mehrstufigen Evaluierungsverfahrens durch ICOMOS International, der am Montag, dem 30.11.2015 in Paris stattfand, wurde der deutschen Delegation, die aus einer Vertreterin des Auswärtigen Amtes, einem Vertreter der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der UNESCO sowie zwei Vertretern der Franckeschen Stiftungen bestand, mündlich mitgeteilt, dass der Antrag auf Einschreibung der Franckeschen Stiftungen in die Welterbeliste nicht befürwortet wird. Dem Ensemble werde kein außergewöhnlicher universeller Wert zuerkannt: Sozial- und Bildungsarchitektur sowie Waisenhausbauten stellen für ICOMOS keine zu füllende Lücke auf der Welterbeliste dar. Die Ideen in Fürsorge und Bildung, die die Stiftungen verkörpern, seien im weltweiten Maßstab nicht einflussreich genug gewesen. In den Bauten des Stiftungsensembles sei die Verbindung von immateriellem und materiellem Erbe nicht ausreichend erkennbar. Die Architektur sei nicht innovativ genug. Das Konzept der Schulstadt sei nicht mehr voll erkennbar.

Das Kuratorium der Franckeschen Stiftungen hat daraufhin in seiner Sitzung am 7. Januar 2016 beschlossen, den Antrag der Franckeschen Stiftungen um Aufnahme in das UNESCO-Welterbe zum jetzigen Zeitpunkt zurückzuziehen. Damit genießt die Schulstadt August Hermann Franckes wieder den Tentativstatus und der Antrag kann zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal eingereicht werden.

Noch bis zum 21. Februar 2016 können Sie sich in unserer Jahresausstellung im Historischen Waisenhaus ein eigenes Bild machen und die Schwerpunkte des Antrags der Franckeschen Stiftungen um Aufnahme in das UNESCO-Welterbe selbst erkunden.

Danke auf dem Weg 

Das Waisenhaus in Halle mit der gesamten Anlage der Franckeschen Stiftungen ist eine im nationalen und internationalen Vergleich im Barock singuläre Architektur. Hier wurde von August Hermann Francke und seinen Mitstreitern eine neue Formensprache öffentlich-repräsentativen Bauens entwickelt, die fundamentale gesellschaftliche Aufgaben – Sozialfürsorge, Erziehung, Bildung, Frömmigkeit – in einen räumlichen Gesamtzusammenhang stellt.

Die Ausstellung stützt sich als erlebnisreiche Informationsschau auf die intensiven wissenschaftlichen Forschungen, die zwischen 2012 und 2014 im Vorfeld der Antragsabgabe durchgeführt werden konnten. Da das Erbe der Welt für alle Menschen gedacht ist, gleich welchen Alters, welcher Nationalität und welcher Herkunft, vermittelt die Ausstellung in deutscher  und englischer Sprache auf leichte, sinnfällige und verständliche Weise die Themen und Thesen des kompakten Bewerbungsantrags.

Nach einer Einführung, was Welterbe bedeutet und warum es die Welterbeliste gibt, wird der vorgeschlagene außergewöhnliche universelle Wert der Franckeschen Stiftungen, der der Bewerbung um Einschreibung in die Welterbeliste zugrundeliegt, erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Ausstellungsparcours lässt die Besonderheiten dieser Architektur verstehen. Innovative Ideen werden vorgestellt und die sozialen und Bildungsbauten in die internationale Architekturgeschichte eingeordnet. Baugeschichte ist hier zum Anfassen zu erleben: Baumaterialien, Dachkonstruktionen und Fachwerkformen laden zum Blick hinter die Fassaden ein. Erstmals zeigen fiktive Alltagsbeschreibungen von Menschen, die tatsächlich in den Franckeschen Stiftungen gelernt und gearbeitet haben, wie der Alltag in der Schulstadt August HermannFranckes ausgesehen haben könnte. Großartige Architekturfotografien schlagen den Bogen zu dem eigentlichen Ausstellungsstück, dem historischen Gebäuden rund um den Lindenhof der Franckeschen Stiftungen.

DER KATALOG ZUR JAHRESAUSSTELLUNG
Auf 260 Seiten bietet der zweisprachige (deutsch/englisch) Katalog zur Ausstellung neue, spannende Einblicke in die Architekturgeschichte der Franckeschen Stiftungen. Holger Zaunstöck stellt in einer ausführlichen Einleitung die wichtigsten Thesen der erstmals in diesem Katalog vollständig veröffentlichten, für den UNESCO-Antrag grundlegend wichtigen neun Fachgutachten in den Rahmen einer Kultur- und Architekturgeschichte der Stiftungen im Kontext ihrer Zeit. Kurze, anschaulich unterlegte Kapitel geben Einblicke in spezielle Aspekte der Baukunst der Franckeschen Stiftungen: das Fachwerk, die Mansarddächer, die Fassade des Waisenhauses, die Gesamtarchitektur. Der Katalog ist in der Information im Francke-Wohnhaus oder über den Harrassowitz-Verlag erhältlich.

tief verwurzelt – hoch hinaus. Die Baukunst der Franckeschen Stiftungen als Sozial- und Bildungsarchitektur des protestantischen Barock | strong roots – inspiring vision. The Francke Foundations as Social and Educational Architecture in the Protestant Baroque.
Katalog zur Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen. 264 S. (dt./engl.), 106 Abb., 28,- €; ISBN 978-3-447-10458-6

Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen, Welterbeabenden und Angeboten für Kinder und Familien lädt bis zum Frühjahr 2016 dazu ein, die Jahresausstellung immer wieder neu zu erkunden.

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Museum/ Ausstellungen | zur Einrichtung
  Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen | zur Einrichtung
Termin: 13.09.2015-21.02.2016
Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Ort: Haus 1 - Historisches Waisenhaus (Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Ausstellung
Kosten: Erwachsene 6 €; erm. 4 €; bis 18 Jahre Eintritt frei

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