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Daten

Termin: 26.11.2017, 11:00 Uhr
Kosten: 18/ 12 €, erm. 8 € für Schüler, Studenten und Jugendliche bis 18 Jahren

alle Daten zur Veranstaltung

Martina Rüping und das ENSEMBLE BAROCCORE Berlin im Freylinghausen-Saal

"Die güldene Sonne"
Lieder von Paul Gerhardt in Fassungen des Freylinghausen Gesangbuches
Werke von S. Scheidt, F. W. Zachow, G. F. Händel und dem Freylinghausen Gesangsbuch

Ensemble Baroccore Berlin
Martina Rüping (Sopran)
Michael Schaffrath (Tenor)

Führende Musiker der neuen Berliner Barock-Szene haben sich im Rahmen von »Händel im Herbst« der Musikvielfalt Halles zwischen Reformation, Pietismus und Romantik angenommen. Sie laden mit der weltweit engagierten Sopransolistin Martina Rüping und dem Meistertenor für Alte Musik Michael Schaffrath als Ensemble Baroccore zu einem einmaligen Konzert ein. Auf historischen Instrumenten werden Werke von Samuel Scheidt, Friedrich Wilhelm Zachow Georg Friedrich Händel sowie Daniel Gottlob Türk erklingen. Ein besonders seltenes Musikerlebnis werden die wenig bekannten Lieder Paul Gerhardts in Fassungen des Gesangbuches von Johann Anastasius Freylinghausen sein, die am authentischen Ort aufgeführt werden.

Halle präsentierte sich in der frühen Neuzeit und noch vor dem Dreißigjährigen Krieg als Stadt mit ausgeprägtem kulturellem Profil. Den Musikern boten der Hof der Administratoren des Erzstifts Magdeburg sowie die drei Stadtkirchen St. Marien, St. Ulrich und St. Moritz, zahlreiche Möglichkeiten. Die Kirchenmusik selbst hatte durch die Reformation neue Bedeutung und vor allem neue Impulse erhalten. Der erste einer bemerkenswerten Reihe prominenter hallescher Komponisten ist Samuel Scheidt (1587-1654), dessen Werk auf dem Gebiet der vokalen Kirchenmusik ebenso bedeutsam ist wie auf dem der Orgelmusik. Von ihm erklingen in der ersten Hälfte des Konzertes Werke aus den 1644 veröffentlichten „Siebzig Symphonien“ und den „Geistlichen Konzerten II (1634) und IV (1644)“.

1684 berief man den damals 21-jährigen Friedrich Wilhelm Zachow (1663-1712) auf die Organistenstelle an der Marienkirche. Das reprä-sentative Amt beinhaltete neben dem normalen Orgeldienst die Leitung des städtischen Chorus Musicus sowie die Gestaltung der in dreiwöchi-gem Zyklus stattfindenden großen Kirchenmusiken. Namentlich für letzteren Aufgabenbereich hat Zachow zahlreiche Messen und Kantaten komponiert, von denen zwar nur eine relativ geringe Anzahl erhalten ist, die ihn aber als unmittelbaren Vorgänger von J. S. Bach ausweisen. Durch seine Rolle als Lehrer von Georg Friedrich Händel erlangte er unfreiwillige Berühmtheit. Das Capriccio d-Moll für Orgel Solo und die Kantate „Ich bin sicher und erfreut“ werden im zweiten Teil des Konzertes Zachows musikalisches Wirken würdigen.

Ab 1704 verbreitete sich von Halle aus eine neue Musik. Das von August Hermann Francke vor den Toren der Stadt gegründete Hallesche Waisenhaus entwickelte sich zu einem Zentrum des Pietismus, der in vielerlei Hinsicht eine Rückbesinnung auf die Grundwerte der Reformation war. Der Theologe, Pädagoge und Pietist Johann Anastasius Freylinghausen (1670–1739) veröffentlichte im Verlag des Halleschen Waisenhauses ein Gesangbuch, das später als »Freylinghausensches Gesangbuch« bekannt wurde. Es handelt sich um die größte Sammlung von geistlichen Liedern des deutschen Pietismus und erfuhr zahlreiche Neuauflagen. Mit ihr wird die zentrale Bedeutung augenfällig, die die Reformation dem von der Gemeinde getragenen Kirchengesang beimisst. Nach Luther nämlich macht das »Singen« das »Sagen« lebendig, sofern »Text und Noten, Accent, Weise und Geberde aus rechter Muttersprache und Stimme kommen«. Texte Paul Gerhardts in den Fassungen des Freylinghausenschen Gesangbuches sind kaum bekannt. Sie werden im zweiten Teil des Konzertes am authentischen Ort erklingen und diese neue Musik vorstellen.

Das Musikleben in Halle verliert in der beginnenden Romantik nicht an Lebendigkeit. Daniel Gottlob Türk (1750-1813) erhielt 1774 als damals 24-jähriger Komponist, Pianist, Pädagoge und Kirchenmusiker das Kantorat an der Ulrichskirche in Halle. Neben seinen Kompositionen für Klavier ist er heute vornehmlich durch seine didaktischen Schriften bekannt. Türk hat sich nicht nur um die Musik Händels verdient gemacht sondern brachte auch Werke von Haydn, Mozart, ja sogar Beethoven zur Aufführung. Er wird mit der Sonata VI für Klavier zum Konzert vertreten sein.

Karten sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich! Bundesweit bei CTS Eventim, in Sachsen-Anhalt bei TiM Ticket in den Service-Centern der Mitteldeutschen Zeitung und der Galeria Kaufhof Passage in Halle (Saale).

 

rueping_2  Martina Rüping © Nancy Glor Martina Rüping

Die aus Deutschland stammende Sopranistin studierte in Dresden bei Prof Ilse Hahn und in Zürich bei Elisabeth Schwarzkopf. Sie gewann erste Preise bei mehreren internationalen Gesangswettbewerben, beispielsweise dem Internationalen Koloraturgesangswettbewerb in Stuttgart 1994. Ebenso ist sie Preisträgerin des Deutschen Musikrates. Nach Festengagements an den Opernhäusern in Halle und Köln konnte sich Martina Rüping schnell im internationalen Raum als Interpretin der großen Opern-Partien von Händel, Mozart oder Richard Strauss etablieren. So sang sie beispielsweise an den Staatsopern München, Berlin und Stuttgart, in Paris, Rom, Helsinki, Tokyo, Hongkong, der Los Angeles Opera, im Teatro alla Scala Milano unter anderem Partien wie Zerbinetta, Königin der Nacht, Gilda, Blonde, Susanna, Ännchen (Freischütz), und Sophie (Rosenkavalier). 9 Jahre infolge war sie Mitglied des Solistenensembles der Bayreuther Festspiele. Im Konzertbereich brilliert die deutsche Sopranistin in den bedeutendsten europäischen Konzerthäusern, z.Bsp. als Sopransolistin in Carmina Burana unter Riccardo Muti im Teatro alla Scala Milano oder in der Schöpfung von Joseph Haydn unter Philippe Herreweghe im Concertgebouw Amsterdam. Weitere künstlerische Stationen waren u.a. die Opern- und Konzerthäuser in Paris, Rom, Tokyo, Los Angeles, Barcelona, München, Stuttgart oder Berlin.

 

Michael Schaffrath Tenor_Schaffrath 

Michael Schaffrath wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf und war Mitglied des Dresdner Kreuzchores unter Martin Flämig. Parallel zum Studium der Wirtschaftsinformatik nahm er Gesangsunterricht und studierte anschließend Alte Musik – Hauptfach Gesang in Leipzig. Neben vielfältigen solistischen Aufgaben vorwiegend im oratorischen Bereich (Monteverdi, Bach, Händel, Mozart) wirkt Michael Schaffrath in verschiedenen Ensembles für Alte Musik (Lautten Compagney Berlin, Weser Renaissance Bremen, Johann Rosenmüller Ensemble, Capella Sagitariana Dresden u.a.) sowie in Chören (Rheinische Kantorei, Balthasar Neumann Chor, Vocalconsort Berlin, Chor des NDR) mit. Seine Arbeit führt ihn immer wieder zu großen Musikfestivals sowie ins Ausland und ist auf zahlreichen Einspielungen dokumentiert.


Das Ensemble Baroccore Berlin

Das Ensemble Baroccore Berlin wurde eigens 2017 für die Produktion „Die güldene Sonne“ gegründet. Es setzt sich aus handverlesen führenden Musikern der neuen Berliner Barock-Szene zusammen. Die Mitglieder von Baroccore Berlin sind spezialisiert auf das Musizieren auf authentischen Instrumenten. Als gefragte Solisten wie auch auch Ensemblemitglieder renommierter Barock-Orchester sind sie bei internationalen Musikfestivals gern gesehene Gäste. So gehören einige der Musiker als ständige Gäste u. a.  dem Göttinger Händel-Festspielorchester, der Lautten Compagney Berlin, AKAMUS oder Anima Eterna an.


Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen | zur Einrichtung
Termin:
Ort: Haus 1 - Historisches Waisenhaus (Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Konzert
Kosten: 18/ 12 €, erm. 8 € für Schüler, Studenten und Jugendliche bis 18 Jahren

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