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Beschreibung

Stipendiaten des Liselotte-Kirchner Stipendienprogramms stellen ihre Forschungen zur Geschichte der Franckeschen Stiftungen vor

Dank einer großzügigen Stiftung von Dr. Liselotte Kirchner (Offenbach) sind die Franckeschen Stiftungen in der Lage, Forschungsstipendien zu vergeben. Ziel des Stipendienprogramms ist die Weiterentwicklung der Forschung zur Geschichte der Franckeschen Stiftungen auf der Grundlage ihrer reichhaltigen Quellensammlungen. Das Stipendienprogramm dient der Förderung der wissenschaftlichen Nutzung der in der Bibliothek und im Archiv des Studienzentrums zur Verfügung stehenden Quellenbestände.

Interessierte eingeladen, Einblicke in die die Forschungen der Stipendiaten kennenzulernen.
Die Vorträge finden in geselliger Atmosphäre im Indien-Zimmer des Historischen Waisenhauses statt.

Mittwoch, 16. November 2016, 14.30 Uhr

Pietistische Schulen in St. Petersburg in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (1703-1762)
Anna Aschauer (Mainz/Bayreuth)

Während des „pädagogischen“ 18. Jahrhunderts bildete St. Petersburg ein wichtiges Zentrum für die Entwicklung des Schulwesens in Russland. In St. Petersburg waren es besonders die deutschsprachigen „Fremden“ als größte lebende Minderheit, die ein neues Bildungswesen herauszubilden begannen. In ihren Kirchengemeinden schufen sie, wie für die Frühe Neuzeit üblich, eigene Schul- und Bildungsinstitutionen. Während der Arbeit im Archiv der Franckeschen Stiftungen wurde der Frage nach dem Transfer zwischen den Glauchaschen Anstalten und den pietistischen Gemeinden und Schulen in St. Petersburg nachgegangen. Konkrete Beispiele betreffen die Verbreitung von deutscher und ins Russische übersetzter Erbauungsliteratur und Schulbüchern aus Halle.

Donnerstag, 3. November 2016, 14.40 Uhr

War August Hermann Francke verzichtbar? Die Verwaltung der Glauchaschen Anstalten während der „Reise ins Reich“ (1717/18)
Holger Trauzettel (Siegen/Halle)

Die zur Erholung gedachte „Reise ins Reich“ entwickelte sich in ihrem Verlauf nicht nur zu einer immer umfangreicheren Werbetour, sondern zugleich zu einer Herausforderung für die Verwaltung der Glauchaschen Anstalten. Welche Auswirkungen die Abwesenheit Franckes und Georg Heinrich Neubauers, der als Inspektor der Oeconomie die rechte Hand Franckes war, auf die Anstaltsleitung hatte, soll anhand der Konferenzprotokolle und des umfangreichen Briefverkehrs zwischen Halle und den Reisenden beleuchtet werden. Diese Quellen gewähren auf der einen Seite einen facetten- und detailreichen Einblick in den strengen Anstalts- und Schulalltag, auf der anderen Seite Erkenntnisse über die kommunikative Praxis zwischen den Akteuren auf der obersten Anstaltsebene. Der Vortrag geht vor allem der Frage nach, wie verzichtbar oder unverzichtbar der scheinbar alles überstrahlende, quasi absolutistische Direktor August Hermann Francke im täglichen Anstaltsbetrieb sowie bei Krisen und Konflikten war.

Donnerstag, 15. September 2016, 14.30 Uhr

Hallischer Pietismus und die Ursprünge tamilisch-christlicher Ethik in Tranquebar
Prof. Dr. Daniel Jeyaraj (Liverpool)

Bartholomäus Ziegenbalgs Text Tanmavali (The Way of Dharma’; 1709) findet sich innerhalb der Palmblatthandschriftensammlung der Franckeschen Stiftungen. Er enthält 397 tamilisch-christlich Sprichwörter. Die Bibliothek der Stiftungen ist der einzige Ort, an dem dieser essentielle Text zur Ethik der hallischen Mission in Südindien im Original aufbewahrt wird. Der Vortrag stellt den Text vor und zeigt seine Bedeutung für die Schularbeit der hallischen Missionare sowie für die tamilisch-christliche Ethik im 18. Jahrhundert.

Mittwoch, 7. September 2016, 13.30 Uhr

Das Denkmal für August Hermann Francke in Halle – eine Bildgeschichte
Dr. Susanne Lang (Darmstadt)

Im Mittelpunkt der Betrachtungen zum Francke-Denkmal von 1829 stand bislang dessen Entstehungsgeschichte. Der Vortrag geht darüber hinaus und analysiert auf einer breiten Materialgrundlage die Bildgeschichte des Francke-Denkmals im 19. und 20. Jahrhundert. Es wird danach gefragt, wie das Denkmal für die mediale Präsenz der Franckeschen Stiftungen (und auch der Stadt Halle) eingesetzt worden ist. Wurde mit den gewandelten Möglichkeiten des 19. und 20. Jahrhunderts die von Francke begonnene Bildpublizistik fortgesetzt?

Donnerstag, 1. September 2016, 14.30 Uhr

Musterschule des 18. Jahrhunderts? Eine Untersuchung der Schulpraxis des Königlichen Pädagogiums
Michael Rocher (Berlin/Halle)

Der Vortrag basiert auf Analysen bislang wenig beachteter Quellen im Archiv der Stiftungen. Er betrachtet die Lehrkonzeption des Königlichen Pädagogiums in ihrem historischen Kontext und untersucht dessen Umsetzung in der Schulpraxis. Dabei werden unter Anderem Anspruch und Wirklichkeit der Disziplinierung der Schüler, des Realien- und Anschauungsunterrichts und des Fremdsprachenunterrichts untersucht. Des Weiteren werden ebenso die soziale Dimension der Schülerschaft des Pädagogiums im Vergleich mit weiteren Schulen der Zeit sowie eine Ausstrahlung der Praxis an andere Schulen skizziert.

Weitere Informationen zum Liselotte-Kirchner Stipendienprogramm der Franckeschen Stiftungen zu Halle

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Studienzentrum August Hermann Francke - Archiv und Bibliothek - | zur Einrichtung
  Stabsstelle Forschung | zur Einrichtung
Termin:
Ort: Haus 1 - Historisches Waisenhaus (Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Vortrag / Gespräch
Kosten: kostenfrei

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