AAA

Restaurierung früher religions-, sprach- und naturwissenschaftlicher Studien von Missionaren in Südindien

Förderung des Archivs der Franckeschen Stiftungen durch die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK)

Mit dem Projekt „Restaurierung früher religions-, sprach- und naturwissenschaftlicher Studien von Missionaren in Südindien“ bewarb sich das Studienzentrum August Hermann Francke um eine Förderung durch die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK). Das Projekt erhält jetzt als eins von bundesweit 36 Modellprojekten zur Bestandserhaltung in Archiven und Bibliotheken unter dem Motto „Erste Wahl“ eine einjährige Förderung durch die KEK. Hierfür stellen die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und die Kulturstiftung der Länder (KSL) insgesamt rund 450.000 Euro Mittel zur Verfügung. Erstmals erhalten auch mehrjährige Forschungsprojekte Unterstützung, um gezielt Spezialfragen zur Bestandserhaltung zu bearbeiten.

Das Archiv der Franckeschen Stiftungen erhält von der KEK eine einjährige Projektförderung für die Restaurierung früher religions-, sprach- und naturwissenschaftlicher Studien, die in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts von halleschen Missionaren im heutigen Bundesstaat Tamil Nadu angefertigt wurden. Sie sind teilweise unikal und der Forschung aufgrund ihres Erhaltungszustandes noch nicht zugänglich gewesen. Eine umfassende Restaurierung dieser Handschriften und ihre Online-Stellung nach der Digitalisierung tragen nachhaltig dazu bei, die Geschichte des interkulturellen Dialogs zwischen Europa und Indien einer sowohl wissenschaftlichen als auch breiten internationalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen sowie das gemeinsame kulturelle Erbe im 21. Jahrhundert wiederzubeleben und weiterzuentwickeln. Dazu trägt auch die Integration der Digitalisate in das Ausstellungskonzept des im Aufbau befindlichen Museums in Tharangambadi bei.

Die ausgewählten Schriften spiegeln in einzigartiger Weise die Vorreiterrolle der halleschen Missionare bei der Erforschung von Alltag, Traditionen, Sprache und Natur in Südindien zu Beginn des 18. Jahrhunderts wider.

Genealogie04 

Die 1713 entstandene „Genealogie der malabarischen Götter“ des ersten protestantischen Missionars Bartholomäus Ziegenbalg (1682-1719) ist ein Meilenstein in der Untersuchung der indischen Religionsgeschichte. Erstmals stellt sie umfassend und für ein europäisches Publikum die hinduistischen Haupt- und Nebengötter, Propheten, Feste sowie Opferzeremonien vor.

JadurWedam02 

Eine Fortsetzung dieser Arbeit bildet die Beschreibung „Jadhur Wedam“ von Christoph Theodosius Walther (1699-1741), eine auf Wunsch europäischer Gelehrter zusammengestellte Erklärung des Yajurveda, eines der vier heiligen Texte des Hinduismus, über den bis zu diesem Zeitpunkt in Europa nur vage Vorstellungen vorhanden waren.

J66_01 

Das mehrsprachige Wörterbuch Tamil-Telugu-Latein-Englisch von Benjamin Schultze (1689-1760), ursprünglich zur Übersetzung des Alten und Neuen Testaments und zur Vorbereitung von Predigten in den Jahren 1728 bis 1732 angelegt, bildet ein hervorragendes Beispiel für die Herausbildung der vergleichenden Sprachwissenschaft, als einer deren Pioniere Schultze heute gilt.

KalenderDetail 

Die Studien zum indischen Kalender, zur Astronomie und zur Meteorologie von Christoph Theodosius Walther und Johann Ernst Geister (gest. 1750) gehören zu den frühesten naturkundlichen Forschungen auf indischem Boden, zu denen es keine vergleichbaren Parallelüberlieferungen gibt.

Observationen02 

Wetter02 

  LogoKEK

Sie verwenden einen veralteten Browser.
Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser oder aktivieren Sie Google Chrome Frame.

Bitte aktivieren sie Javascript um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.