Selbstverständnis
Die Franckeschen Stiftungen zu Halle, gegründet 1695 als pietistisches Sozial- und Bildungswerk von
August Hermann Francke, sind auch heute als moderner Bildungskosmos eng mit ihrer
Geschichte verbunden. Sie fühlen sich einem doppelten Vermächtnis verpflichtet: der Verantwortung für die Rettung und dauerhaften Erhaltung des Gebäudeensembles und der historischen Sammlungen sowie dem Auftrag, die Ideen und Traditionen ihres Gründers in die Zukunft zu führen. Wir sehen uns heute in der Verpflichtung, sowohl dem materiellen als auch dem ideellen Erbe gerecht zu werden.
Seit der Wiederbelebung der Stiftungen 1992 wurden in den historischen Gebäuden Einrichtungen angesiedelt, die mit den Ideen und dem Werk Franckes in enger Beziehung stehen.
Mit ihren über 40 Partnereinrichtungen auf dem Gelände sind die Stiftungen heute ein einzigartiges Zentrum kultureller, wissenschaftlicher, pädagogischer, sozialer und christlicher Einrichtungen, ein Komplex mit Kindergärten, Kinderkreativzentrum, Schulen, einem Haus der Generationen, einer Jugendwerkstatt, einem Bibelzentrum, traditionsreichen Gewerbebetrieben, aber auch mit Archiv, Bibliotheken, musealen Einrichtungen, universitären wie außeruniversitären Forschungseinrichtungen und vielem mehr. Über 4000 Menschen lernen, lehren, arbeiten und leben heute wieder in den Franckeschen Stiftungen.
Die Stiftungen veranstalten jährlich eigene kulturelle und wissenschaftliche Jahresprogramme, die etwa 100 Veranstaltungen – Ausstellungen, Vortragsreihen, wissenschaftliche Konferenzen, Konzerte, Feste und Kinder- und Familienangebote umfassen. Die Themen dieser Jahre bewegen sich auf der Schnittstelle von aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussionen und Inhalten der Stiftungsarbeit gemäß ihrer Traditionen. Sie waren federführend bei den städtischen
Themenjahren "Halle an der Saale–Antworten aus der Provinz 2000-2010", an denen die gesamte Bandbreite der kulturellen, wissenschaftlichen, sozialen, pädagogischen, religiösen und anderer gesellschaftlicher Kräfte der Stadt Halle mitwirkte.
Im Bildungskosmos Franckesche Stiftungen sind die Bildungsstufen von der Kinderkrippe bis zur Universität vertreten. Die Stiftungen tragen selbst museale Einrichtungen und unterhalten ein reges Ausstellungswesen. Zudem tragen sie das
Studienzentrum August Hermann Francke sowie zusammen mit der Martin-Luther-Universität das
Interdisziplinäre Zentrum für Pietismusforschung, außerdem ein Kinderkreativzentrum, ein
Familienkompetenzzentrum, drei
Kindertagesstätten und einen
Grundschulhort, weitere vier
Schulen sind auf dem Gelände angesiedelt. Der Erwerb sozialer Kompetenzen sowie einer umfassenden kulturellen Bildung mit Schwerpunkt auf musischer Bildung, interkulturellen Erfahrungen und dem Erlernen alter und neuer Sprachen charakterisiert die schulische Programmatik in den Stiftungen. Schüler und Studierende, pädagogische, kulturelle und wissenschaftliche Praxis sind auf vielen Ebenen und auf vielfältigste Weise miteinander vernetzt. Ein
Haus der Generationen, in dem Schüler und ältere Menschen gemeinsam lernen und leben, wurde im Januar 2005 eröffnet.









