Projekte
Atlantische Korrespondenzen: Genese und Transformation deutsch-amerikanischer Netzwerke 1740-1870
Ziel des Projekts ist es, in Anknüpfung an Konzepte atlantischer Geschichtsschreibung und unter Anwendung von Methoden der Netzwerkanalyse deutsch-amerikanische Korrespondenzen in ihrer zeitlichen Entwicklung und Mehrdimensionalität zu untersuchen. Dem Projekt liegt die Annahme zugrunde, dass sich transatlantische politische, ökonomische, religiöse und wissenschaftliche Beziehungen seit der Frühen Neuzeit in Gestalt von Netzwerken interagierender Personen und Personengruppen ausbildeten. Von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ermöglichten und verstetigten personale Netzwerke von Kaufleuten, Geistlichen und Gelehrten Kommunikation über weite Distanzen und waren damit konstitutiv für ökonomische, kulturelle und wissenschaftliche Transferprozesse im atlantischen Raum. In empirischen Fallstudien gilt es, die Multiplexität, zeitliche Entwicklung und Institutionalisierung solcher Netzwerke zu erforschen.
Quellenlage und Forschungsstand legen einen Zugang zu deutsch-amerikanischen Netzwerken über mehrere zeitlich aufeinander folgende personale bzw. "Ego"-Netzwerke nahe. Aufgrund der Dichte der brieflichen Überlieferung sowie der Bedeutung der jeweiligen Protagonisten für religiöse und gelehrte Kommunikation zwischen dem deutschsprachigen Mitteleuropa und Nordamerika wurden der Pfarrer und Organisator der lutherischern Kirche in Nordamerika Heinrich Melchior Mühlenberg (1711-1787), dessen Sohn, der lutherische Geistliche und angesehene Naturforscher Gotthilf Heinrich Ernst Mühlenberg (1753-1815), der deutsch-amerikanische Gelehrte und Wissenschaftsorganisator Francis (Franz) Lieber (1798-1872) uns seine Frau Mathilde sowie drei US-amerikanische Akademiker mit engen Beziehungen nach Deutschland - George Bancroft (1800-1891), Edward Everett (1794-1865) und George Ticknor (1791-1871) - für das Projekt ausgewählt.
Die systematische Erfassung, Erschließung und Analyse der Korrespondenzen verspricht wesentliche neue Erkenntnisse über Genese, Struktur und Transformation atlantischer Netzwerke von der Spätphase der amerikanischen Kolonien und des Heiligen Römischen Reichs bis in die Epoche des amerikanischen Bürgerkriegs und der deutschen Reichsgründung.
Projektleitung: Prof. Dr. Mark Häberlein, Bamberg, Prof. Dr. Claudia Schurmann, Hamburg, Prof. Dr. Hermann Wellenreuther, Göttingen
Projektzeitraum: 1.10.2007 bis 30.9.2010
Die Reisetagebücher des Institutum Judaicum et Muhammedicum
Edition und Workshops
Im Archiv der Franckeschen Stiftungen befindet sich der Nachlass des Institutum Judaicum et Muhammedicum. Es wurde 1728 durch den Theologen, Orientalisten und Publizisten Johann Heinrich Callenberg, einem engen Vertrauten August Hermann Franckes, gegründet und hatte bis 1792 an den Franckeschen Stiftungen Bestand. Jeweils zwei Emissäre, pietistisch gesonnene Studiosi, bereisten im Auftrag Callenbergs ganz Europa zum Zweck der Mission unter der jüdischen Bevölkerung. Ihre Reisetagebücher geben einen aufschlussreichen Einblick in die europäische Kultur- und Religionsgeschichte der frühen Neuzeit.
Ziel des Projekts ist die Edition der Tagebücher der ersten Polenreise in den Jahren 1730/31 mit einem angeschlossenen ausführlichen Kommentarband. Diese Aufzeichnungen bilden eine Quelle für vielfältige Untersuchungen sowohl zum Geistesleben der polnischen Juden dieser Zeit als auch zu ihren diskursiven Auseinandersetzungen mit den christlichen Missionaren als Spiegel ihrer Integration bzw. Abgrenzung gegenüber einer besonders christlich geprägten Lebenswelt im östlichen Europa. Vergleichbare Quellen für diese Zeit sind nicht bekannt.
Zum Projekt gehören zwei Workshops in Halle (2005) und
Warschau (2006), die das historische Umfeld der Reisetagebücher und ihre aktuelle Dimension für das gegenseitige Verständnis der Kulturen und Religionen herausarbeiten.
Das Projekt wird von den Franckeschen Stiftungen zusammen mit dem
Jüdisch-Historischen Institut Emanuel Ringelblum in Warschau koordiniert. Ein mehrjähriger Kooperationsvertrag zwischen beiden wissenschaftlichen Einrichtungen wurde im März 2005 unterzeichnet.
Kontakt:
Dr. Britta Klosterberg
Dr. Jan Doktór
Programm:
Workshop September 2005 [PDF, 126 KB]
Workshop Mai 2006 [PDF, 137 KB]
Erschließung der pietistischen Korrespondenz im Hauptarchiv der Franckeschen Stiftungen zu Halle und in der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha, Forschungsbibliothek Gotha
Der Hallesche Pietismus erzeugte im 18. Jahrhundert ein nahezu weltweites Echo. Das wurde aufgrund gut organisierter und weit gespannter Kommunikationsnetzwerke möglich. Deren Mittelpunkt bildete der Briefwechsel August Hermann Franckes, seiner Mitarbeiter, Wegbegleiter und Nachfolger. Das dreijährige, von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Erschließungsprojekt "Pietistische Kommunikationsnetzwerke. Erschließung der pietistischen Korrespondenz im Hauptarchiv der Franckeschen Stiftungen zu Halle und in der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha, Forschungsbibliothek Gotha" geht davon aus, dass durch diese Korrespondenzen die Intentionen der von Francke beabsichtigten Generalreformation der Welt widergespiegelt werden. Die Korrespondenz des Halleschen Pietismus umfasst sowohl die Verständigung mit den universitären, kirchlichen und staatlichen Institutionen in Halle, in Berlin und in ganz Preußen, als auch die Zusammenarbeit mit Partnern im europäischen und außereuropäischen Ausland und wirkt zeitlich über die erste Generation der Halleschen Pietisten hinaus bis zum Jahr 1769, dem Todesjahr Gotthilf August Franckes, der seinem Vater im Direktorenamt folgte. Dem sich etablierenden Pietismus vorausgehend und diesen in der Frühzeit teilweise begleitend sind Korrespondenzen mit spiritualistischen und separatistisch gesinnten Personen, die teils auf persönliche Kontakte Franckes und seiner Mitarbeiter, teils auf Nachlässe spiritualistischer Autoren, die in Halle gesammelt wurden, zurückgehen und heute im Hauptarchiv der Franckeschen Stiftungen aufbewahrt werden. Insofern bildet das Korrespondenznetz Entstehung, Etablierung und Wirkung des Halleschen Pietismus ab und gewährt Einblick in ein universal ausgerichtetes Themenspektrum. Da an der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha, Forschungsbibliothek Gotha ein einmaliger Bestand von Briefen, die sowohl die Frühzeit des sich herausbildenden Pietismus als auch die Phase der Etablierung des Halleschen Pietismus dokumentieren, vorhanden ist und damit den halleschen Archivbestand entscheidend ergänzt, sollen in dem Erschließungsprojekt die Briefe im Hauptarchiv der Franckeschen Stiftungen und in der Forschungsbibliothek Gotha von etwa 1660 bis 1769 formal und inhaltlich in einer gemeinsamen Datenbank erschlossen werden.
Die Erschließung der Korrespondenz kommt allen historisch arbeitenden Wissenschaften zum 17. und 18. Jahrhundert zugute und kann sowohl innerhalb der einzelnen Fachwissenschaften als auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit zu weitergehenden Fragestellungen genutzt werden.
Die Deutschen Forschungsgemeinschaft hat die Fortsetzung des Projekts um ein weiteres Jahr bis Ende 2012 bewilligt.
Projektleitung:
Dr. Britta KlosterbergProjektbetreuung:
Dr. Jürgen GröschlWiss. Mitarbeiter:
Dr. Karsten Hommel (bis 31.10.2011),
Dr. Erika PabstStud. Hilfskraft: Eric Nagel
Projektdauer: 1.11.2008 bis 31.10.2011
Rekonstruktion, Katalogisierung und Provenienzverzeichnung von Pietistenbibliotheken
Ziel des Projekts, das von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt wird, ist die Rekonstruktion, Katalogisierung und Provenienzverzeichnung von Privatbibliotheken namhafter Pietisten, die ihre Büchersammlungen zwischen 1698 und 1739 der Bibliothek des Halleschen Waisenhauses, den späteren Franckeschen Stiftungen, vermachten. Die in Nachlassinventaren verzeichneten Büchersammlungen der Pietisten sind rekonstruiert und die in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen vorhandenen Titel in den Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) per Autopsie unter Angabe der Provenienz katalogisiert worden. Titel, die nicht mehr im Bestand der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen nachweisbar sind, sind in einer separaten
Datenbank recherchierbar. Da die Pietisten nicht nur eine kirchliche, sondern alle Bereiche des öffentlichen Lebens umfassende Reform intendierten, zeigen ihre Büchersammlungen thematisch und zeitlich weit gespannte Interessen, zumal Sammler wie Friedrich Breckling (1629-1711) oder Heinrich Milde (1697-1739) äußerst seltene holländische bzw. slawische Drucke besaßen. Der Sammler Carl Hildebrand Freiherr von Canstein (1667-1719) besaß eine der größten universal ausgerichteten Privatbibliotheken der frühen Neuzeit mit bedeutenden juristischen, historischen und theologischen Werken und trug mit seinem Vermächtnis zugunsten des Halleschen Waisenhauses besonders dazu bei, dass sich die Bibliothek des Waisenhauses zu einer universalen, öffentlich zugänglichen Gebrauchsbibliothek modernen Zuschnitts entwickelte. Deshalb wird durch die Katalogisierung der Pietistenbibliotheken allen historisch arbeitenden Wissenschaftsdisziplinen wertvolles Material bereitgestellt.
Projektleitung:
Dr. Britta Klosterberg
Projektbetreuung:
Anke Mies
Projektbearbeitung: Anke Fiebiger, Mirjam Frank (wissenschaftliche Hilfskraft)
Projektlaufzeit: 1. Januar 2007 – 30. Juni 2009
Aufsatzdokumentation zur Geschichte des Pietismus
In der Aufsatzdokumentation werden unselbständige Werke und Buchrezensionen zur Geschichte des Pietismus verzeichnet. Bei den Sonderdrucken handelt es sich um gebundene oder geheftete Abdrucke einzelner Beiträge aus Zeitschriften, Sammelwerken oder Monographien, die als Freiexemplare bzw. Schenkung der Bibliothek zur Verfügung gestellt wurden. Die Sonderdrucksammlung obliegt keiner strengen inhaltlichen Eingrenzung, sie ist im wesentlichen mit der thematischen Bandbreite der Handbibliothek im Lesesaal zu vergleichen.
Beide Sammlungen werden laufend aktualisiert, ältere Titel werden ergänzt und vervollständigt. In der allegro-C-Datenbank kann sowohl lokal in der Bibliothek als auch im
Internet recherchiert werden.
Projektzeitraum: seit 1997
Bibliographie der Verlagsproduktion des Waisenhauses (1698-1785)
Die Bibliothek der Franckeschen Stiftungen besitzt eine Sondersammlung mit Literatur, die im Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses produziert worden ist. Mit der Buchhandlung, die wie die Stiftungen 1698 gegründet worden ist, war von Anfang an der Verlag verbunden, in dem bedeutende theologische, pädagogische, wissenschaftliche und regionalkundliche Literatur verlegt wurde, die weder in der Bibliothek vollständig vorhanden noch an anderer Stelle verzeichnet ist.
Ziel des Projekts ist, erstmalig die Buchproduktion des Verlags von seiner Gründung 1698 bis zum Jahre 1785 bibliographisch zu erfassen. Alle Titel sollen so lückenlos wie möglich anhand von Katalogen, Verbunddatenbanken und Schrifttumsverzeichnissen ermittelt und nach bibliothekarischen Regeln erschlossen werden.
Mit dieser erstmaligen Verzeichnung der Verlagsproduktion dieses traditionsreichen, mit der Geschichte Halles und der Franckeschen Stiftungen eng verbundenen Verlags wird ein maßgeblicher Beitrag zur Verlags-, Kultur-, Regional- und Wissenschaftsgeschichte des mitteldeutschen Raums und damit eine Grundlage für künftige Forschungen geliefert.
Das Projekt wird durch Mittel der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, des Regierungspräsidiums in Halle und der Ernst-Hellmut-Vits-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft finanziert.
Projektleitung:
Dr. Britta Klosterberg,
Anke Mies
Wissenschaftliche Hilfskraft: Mirjam Juliane Frank
Studentische Hilfskraft: Yvonne Kalle
Projektzeitraum: seit 1999
Erschließung der Hungarica-Sammlung/Alte Drucke
Die Franckeschen Stiftungen erschließen in Kooperation mit der
Széchényi Nationalbibliothek Budapest die
Hungarica in den Beständen der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen. Die beiden Einrichtungen leisten damit gemeinsam einen Beitrag zur Erforschung der hallesch-ungarischen Beziehungen, die vor dreihundert Jahren durch August Hermann Francke befördert wurden. Eine Publikation über die Ungarn betreffenden alten Drucke aus dem Hauptbestand der Bibliothek wird seit dem Sommer 2002 erarbeitet. Im Jahr 2003 erschien der erste Band mit
Porträts in der Hungarica-Sammlung der Franckeschen Stiftungen. 2009 wurde ein
Katalog der historischen Landkarten und Ansichten mit Bezug zu Ungarn veröffentlicht.
Projektleitung: Dr. István Monok,
Dr. Britta Klosterberg
Projektbearbeitung: Attila Verók, László Pászti
Projektzeitraum: seit 2001
Das Freylinghausensche Gesangbuch - Edition und Kommentar
Deutsch
Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer mit ausführlichem Kommentar versehenen kritischen Ausgabe des Freylinghausenschen Gesangbuches als in dieser Art ersten wissenschaftlichen Gesangbuch-Edition.
Johann Anastasius Freylinghausen (1670-1739), als Theologe, Pädagoge und Lieddichter ein wichtiger Vertreter des halleschen Pietismus, hat zwei Liedsammlungen herausgegeben: das Geistreiche Gesangbuch (19 Ausgaben; Halle 1704-1759) und das Neue Geistreiche Gesangbuch (4 Ausgaben; Halle 1714-1733). Vom Herausgeber selbst als zwei Teile eines Ganzen betrachtet und 1741 von Gotthilf August Francke in einem Band zusammengefasst (unter dem Titel Geistreiches Gesangbuch; 1771 2. Auflage dieser Gesamtausgabe), enthält das Freylinghausensche Gesangbuch mehr als 1.500 Liedtexte und ca. 600 Liedkompositionen. Damit stellt Freylinghausens Anthologie die wichtigste Liedsammlung des Pietismus dar.
Mit der geplanten kritischen Edition des Freylinghausenschen Gesangbuches soll eines der Schlüsselwerke frühneuzeitlicher evangelischer Gesangbuchliteratur sowohl der philologisch-musikwissenschaftlichen wie der hymnologisch-kirchengeschichtlichen Forschung und Lehre als auch der kirchenmusikalischen Praxis verfügbar gemacht werden.
Der eine wesentliche Ergänzung zur Edition (Bände I und II) bildende Kommentar (Band III) ist konzipiert als ein Art Kompendium zum geistlichen Lied im Deutschland des frühen 18. Jahrhunderts, wie es gerade vom pietistischen Halle aus wichtige (bis in die Gegenwart wirkende) neue Impulse empfangen hat. Indem darin bereits vorliegende und im Laufe des Projekts zu erwartende Ergebnisse interdisziplinärer Forschung zum "Freylinghausen" und seiner literar- und musikhistorischen wie theologisch-frömmigkeitsgeschichtlichen Dimension gebündelt zur Darstellung kommen, soll hier exemplarisch der Aspektreichtum pietistischer Liedkultur aufgezeigt werden.
English
The goal of this project is the production of critical editions of Freylinghausen's hymnals, along with a commentary volume.
Johann Anastasius Freylinghausen (1670-1739), an important representative of Halle Pietism, as well as a theologian, educator, and poet, edited two collections of hymns: the Geistreiche Gesangbuch (19 editions; Halle, 1704-1759) and the Neue Geistreiche Gesangbuch (4 editions, Halle, 1714-1733). Freylinghausen considered the two hymnals as a unity, and indeed, after his death, his colleague, Gotthilf August Francke, brought the two hymnals together in one volume with the title Geistreiches Gesangbuch (2 editions; Halle, 1741-1771). The hymnal of 1741 contains more than 1,500 hymn texts, of which approximately 600 have printed melodies with basslines. Freylinghausen`s anthology is the most important Pietistic hymn collection.
This critical edition is meant to serve as a model within the field of early modern German Lutheran hymnody, on account of the philological, musicological, hymnological, and historical research. It is meant, simultaneously, to serve the practical purposes of church musicians.
Volume III, the commentary volume, is a survey of early 18th-century German hymnody, especially regarding the ways in which Halle Pietism lent it new direction. The results of this interdisciplinary research will reveal the wealth of Pietistic hymnody and the society in which it thrived.
We would appreciate it if librarians and the owners of private libraries would check their collections for copies of Freylinghausen's hymnals and inform us about them. We are interested to learn about any edition, including the "Auszug" which contains no printed music and which first appeared in 1718. In the third volume we will provide a list of the locations of Freylinghausen hymnals that will supplement the information provided in the RISM volumes called Das deutsche Kirchenlied. We would like for this list to be as complete as possible. Thank you for your assistance.
Herausgeber / Editors: Prof. Dr. Dianne Marie McMullen, Union College, Schenectady, USA,
Dr. Wolfgang Miersemann Franckesche Stiftungen zu Halle
Projektzeitraum: seit 2000
Porträts in Büchern
Nachdem die 13.000 Blätter umfassende Porträtsammlung der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen in einer
Datenbank verzeichnet und die Porträts digitalisiert worden sind, werden nun die Porträts in den alten Drucken der Bibliothek bis 1800 in eine Datenbank katalogisiert und nach einem Schema bearbeitet, das alle wesentlichen Elemente einer Porträtbeschreibung enthält: Signatur, Name, Lebensdaten sowie Beruf und Aufenthaltsorte des Dargestellten, Stecher und Zeichner bzw. Maler der Vorlage, Impressum, Größe, Kurztitel des Buches, aus dem das Porträt stammt.
Dr. Britta KlosterbergProjektbearbeitung: Dipl.-Bibl. Rhea Matschke
Projektzeitraum: seit 2004
Johann Crügers Praxis Pietatis Melica: Edition und Dokumentation der Werkgeschichte
Als neues Wissenschaftsprojekt der Franckeschen Stiftungen wurde im Mai die Edition und werkgeschichtliche Dokumentation der Praxis Pietatis Melica von Johann Crüger (1598-1662) begonnen. Damit wird jetzt eines der wichtigsten Gesangbücher des 17. Jahrhunderts erschlossen, das auch für den aufstrebenden Pietismus von Bedeutung war. Viele seiner Lieder gehören heute zu den vertrautesten schlechthin. Johann Crüger war Kantor an der Berliner Nikolaikirche und kann fast als der Entdecker Paul Gerhardts (1607-1676) bezeichnet werden, der eine der dortigen Pfarrstellen innehatte. Mehrheitlich erschienen Paul Gerhardts Lieder in der Praxis Pietatis Melica zum erstenmal.
Grundlage der Edition ist die zehnte Ausgabe des Werkes, die letzte zu Crügers Lebzeiten und von ihm selber überwachte. An dem Projekt arbeiten Dr. Wolfgang Miersemann als Germanist und Dr. Hans-Otto Korth als Musikwissenschaftler. Dr. Miersemann war seitens der Franckeschen Stiftungen bereits mit der Edition des Freylinghausen-Gesangbuches betraut; Dr. Korth kam nach Abschluss der Kasseler Kirchenliedmelodien-Edition von dort hinzu. Ferner wirkt als Hilfskraft Herr Maik Richter, M.A. mit.
Das Vorhaben wird für die Dauer von drei Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
Projektleitung:
Dr. Thomas Müller-Bahlke,
Dr. Britta KlosterbergProjektbearbeiter:
Dr. Wolfgang Miersemann,
Dr. Hans-Otto Korth,
Maik Richter, M.A.Projektdauer: 1.5.2011 bis 30.4.2014









