DIE WELT VERÄNDERN.
August Hermann Francke – Ein Lebenswerk um 1700
Jubiläumsausstellung der Franckeschen Stiftungen zum 350. Geburtstag August Hermann Franckes
24. März–21. Juli 2013 | Historisches Waisenhaus
Mir persönlich sind in den vergangenen Jahren – wie vielen anderen – August Hermann Francke und seine Nachfolger zu einer Wiederentdeckung geworden.
Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Rede zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung
Die Jahresausstellung anlässlich des 350. Geburtstages August Hermann Franckes im Jahr 2013 rückt die Stifterpersönlichkeit in den Mittelpunkt und inszeniert ein beeindruckendes Panorama seiner Zeit. Die Jahrzehnte vor und nach 1700 waren für die Geschichte der Neuzeit prägend: Nach der Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges, angestoßen durch die Ideen der frühen Aufklärung und die pietistische Glaubenspraxis im europäischen Protestantismus wurden Weichen gestellt, die bis in unsere Gegenwart führen. In dieses Klima wuchs Francke hinein, aus diesem Zeitgeist heraus entwickelte sich sein Lebenswerk, dessen Ziel nichts weniger war als die Veränderung der Welt. Mit diesem Anspruch setzte er zahlreiche Forderungen Martin Luthers und der Reformation in die Tat um.
Die Ausstellung zeigt, was den Schulstadtgründer und Netzwerker im Innersten bewegte und antrieb: Glauben, Wissen, Politik, Kommunikation, Erziehung. Wegbegleiter Franckes, wie die preußischen Könige Friedrich I. und Friedrich Wilhelm I., die englische Königin Anne, der russische Zar Peter der Große oder der dänische König Friedrich IV. , Gelehrte wie Gottfried Wilhelm Leibniz und Heinrich Wilhelm Ludolf, Unterstützer und inspirierte Wegbegleiter kommen erstmals in der Ausstellung zusammen. Das gemeinsame Handeln in diesem fruchtbaren Netzwerk erzeugte eine internationale Erfolgsgeschichte, die von Halle aus ihre Wirkungen bis nach Russland und England, Indien und Nordamerika entfaltete, weit über Franckes Lebenszeit hinaus.
Führungen durch die Jahresausstellung jeweils sonntags, 11 Uhr
Die Rede des Bundespräsidenten Joachim Gauck zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung finden Sie
hier (externer Link).
Die Jahresausstellung in Halle wird von drei Korrespondenzausstellungen begleitet:
7. April - 30. September 2013
Brandenburg-Preußen Museum Wustrau
Pflichtaufgabe-Staat! Friedrich Wilhelm I. und der Hallesche Pietismus
Sonderausstellung zum 300-jährigen Thronjubiläum des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I.
Prinz Louis Ferdinand von Preußen charakterisierte seinen Vorfahren Friedrich Wilhelm I. als den fundamentalsten aller preußischen Könige. Der König wiederum setzte auf das hallesche Waisenhaus August Hermann Franckes als fundamentale Schaltstelle für den gesellschaftlichen Um- und Aufbau und das erstaunliche Wachstum Brandenburg-Preußens innerhalb nur einer Generation. Aus 20 Millionen Talern Staatsschulden wurde ein schuldenfreier Staat mit einem Guthaben von 10 Millionen Talern, real greifbar in Säcken im Keller des Berliner Stadtschlosses. Diese Entwicklung wird in der Ausstellung nachgezeichnet.
28. April - 4. August 2013
Schloss Friedenstein Gotha
gotha macht schule – Bildung von Luther bis Francke
Eröffnung: 27. April, 14.00 Uhr
Umfangreiche Reformen des Schulwesens wurden im 17. Jahrhundert insbesondere unter Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg durchgeführt und durch den Rektor des Gothaer Gymnasiums Andreas Reyher umgesetzt. Eine allgemeine Schulpflicht für Jungen und Mädchen und der Naturalienunterricht wurden ebenso eingeführt wie die höheren Klassen am Gymnasium. Geprägt von seiner Schulzeit in Gotha übernahm Francke wesentliche Elemente beim Aufbau des Waisenhauses in Halle. In der Ausstellung werden Stundenpläne, Schultabellen und Seelenregister gezeigt, ebenso Schulbücher und -hefte, zeitgenössisches Mobiliar, Naturalien, Karten, Grafiken, Kupferstiche und Gemälde. Eine besondere Rarität bilden einige Reden und Theateraufführungen von Schülern, die ein anschauliches Bild vom damaligen Bildungsstand vermitteln.
5. Mai -1. Juni 2013
Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Altes Rathaus
Das erweckte Leipzig? Auf den Spuren August Hermann Franckes
Eröffnung: 4. Mai, 18.00 Uhr
August Hermann Franckes Studium und Lehre in Leipzig sind mehr als eine Episode im Lebensweg des pietistischen Theologen. Sie geben Anlass, sein Wirken in der Pleißestadt in einer Kabinettausstellung zu würdigen. Das von ihm in Leipzig ins Leben gerufene Collegium philobiblicum blieb keine Gemeinschaft bibelforschender Studenten, sondern erwächst zur pietistischen Bewegung, die weite Teile der Leipziger Bevölkerung ergreift. Argwohn und Unmut der Leipziger Theologieprofessoren gegen die neuen Formen christlicher Erbauung beenden im Jahr 1690 seine Leipziger Zeit.










