AAA

Hallescher Pietismus und Reformation

AUGUST HERMANN FRANCKE IN DER NACHFOLGE MARTIN LUTHERS

Mit vielfältigen Veranstaltungen bereiten sich die Franckeschen Stiftungen auf das Jubiläum im Jahr 2017 vor. Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen die wichtigsten Neuigkeiten und spannendsten Hintergründe vor.

"'Nun erfuhre ich, wahr zu seyn, was Lutherus saget in der Vorrede über die Epistel an die Römer: Glaube ist ein göttlich werck in uns, das uns wandelt und neugebieret aus Gott.' (Joh. 1,12.)" (Aus der Biografie August Hermann Franckes von Helmut Obst(PDF, 155 kB), S. 16)

Luther-Relief Wunderkammer 

Der Hallesche Pietismus August Hermann Franckes gilt als die wichtigste gesellschaftliche Reformbewegung zwischen Reformation und Aufklärung und wird oft als die zweite Reformation bezeichnet.

Ausgehend von den Impulsen Martin Luthers entwickelte der lutherische Theologe und Pädagoge Francke:

♦ die Vision einer weltumspannenden Gesellschaftsreform zum Wohle jedes Menschen,
pädagogische Reformen, die auf höchst aktuelle Themen wie gesellschaftliche Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit abzielten,
♦ die Idee, jedem einen Lutherbibel an die Hand zu geben, verwirklicht durch die Gründung der ersten Bibelanstalt weltweit, der Cansteinschen Bibelanstalt

Die Franckeschen Stiftungen sind Ausgangspunkt der:
Dänisch-Halleschen Mission, der ersten nachhaltigen protestantischen Mission, begonnen 1706 im südindischen Tranquebar,
◊ der Anstaltsdiakonie,
◊ vieler bekannter lutherischer Kirchenlieder, wie "Macht hoch die Tür..."

MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

Wissensspeicher der Reformation – Eröffnung der Ausstellungen im Rahmen des Reformationsjubiläums

Zum Start des Reformationsjubiläums widmen sich gleich zwei korrespondierende Sonderausstellungen in den Franckeschen Stiftungen der herausragenden Bedeutung von Bibliotheken als Wissensspeicher der Reformation. Die feierliche Eröffnung findet am 30. Oktober, 11.30 Uhr im Freylinghausen-Saal statt.

Wissensspeicher der Reformation neu quer 

Wissensspeicher der Reformation. Die Marienbibliothek und die Bibliothek des Waisenhauses in Halle. Gemeinschaftsausstellung mit der Marienbibliothek

Im Herzen der Stadt Halle befindet sich die älteste evangelische Kirchenbibliothek Deutschlands – die 1552 begründete Marienbibliothek an der Marktkirche. Um 1700 begründete August Hermann Francke seine Schulstadt mit der Waisenhausbibliothek, die ebenfalls reichhaltige Bestände aus dem 16. Jahrhundert besitzt, zudem aber auch bedeutende Zeugnisse der Verbreitung des Luthertums in alle Welt bewahrt. Beide Bibliotheken besitzen wertvolle Bücherschätze, die die Reformationszeit und die Lutherrezeption 200 Jahre danach eindrucksvoll belegen, erzählen und illustrieren. Die Ausstellung gibt dabei nicht nur einen Einblick in die Reformationsgeschichte der Stadt, sondern stellt auch ganz allgemein Bibliotheken als wichtigen Speicherort für Wissen und Erinnerung in unserer Gesellschaft vor. Begleitend zur Ausstellung laden die Franckeschen Stiftungen zu entspannten und geselligen Abenden im Historischen Waisenhaus ein, diese Bücherschätze, ihre Geschichten und heutige Bezüge in unser Leben zu entdecken.

Gedruckt in Wittenberg. Korrespondenzausstellung in der Historischen Bibliothek

Lutherbibel  Die Kabinettausstellung versammelt korrespondierend zur Ausstellung im Historischen Waisenhaus eine exemplarische wie auch prächtige Auswahl an Reformationsdrucken aus der Historischen Bibliothek der Stiftungen. Der Buchdruck und Buchhandel in Wittenberg erfuhr einen außerordentlich regen Aufschwung durch die Reformation Martin Luthers. Dieser die Welt verändernde Vorgang ist ohne Druckerzeugnisse aus Wittenberg nicht denkbar. Die zeitweise im 16. Jahrhundert am stärksten frequentierte deutsche Universität sowie die an ihr wirkenden Reformatoren und andere Wissenschaftler sorgten für eine Blüte des Buchgewerbes. Wittenberg blieb auch im 17. und 18. Jahrhundert ein wichtiger Standort für den Buchdruck und Buchhandel, an dem viele Lutherbibeln und wichtige dogmatische Schriften erschienen sind.

MerkenMerkenMerken

PRAISE THE LORD. Konzert am 27. November 2016 um 11.00 Uhr im Freylinghausen-Saal des Historischen Waisenhauses

praise the Lord_CD Die Verbreitung der Reformation über die Musik

Im Rahmen von "Händel im Herbst" laden die Siftung Händel-Haus und die Franckeschen Stiftungen zu einem hochkarätigen Konzert  mit der Lautten-Compagney Berlin ein. "Praise the Lord"  ist eine musikalische Reise mit Luthers Liedern um die Welt, die 2013 im Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen uraufgeführt wurde. Als hochkarätiges Konzert werden die Lieder und Choräle jetzt erstmals wieder an dem historischen Ursprungsort, im Bet- und Singesaal des Halleschen Waisenhaus, erklingen.

Martin Luther hatte die Idee, das Volk mit eingängigen Liedern zu begeistern. Kirchenmusik und Liturgie sollten nicht nur zum Zuhören, sondern zum Mitsingen sein. Der hallische Theologe und Pietist August Hermann Francke sowie sein Nachfolger im Direktorenamt Johann Anastasius Freylinghausen nahmen das Erfolgsmodell der Reformation auf. So war das von Francke gegründete Waisenhaus in Halle auch ein Zentrum der Musik. Nicht Opern und Oratorien, sondern schwungvolle Lieder wurden hier gesungen und über ungekannte Mengen Gesangbücher verbreitet. Dabei spielte die internationale Vernetzung des Waisenhauses eine große Rolle auf dem Weg der Lieder nach Großbritannien und später auch nach Amerika. 1786 gab der hallische Gesandte Heinrich Melchior Mühlenberg in Nordamerika das erste Gesangbuch heraus.

Praise the Lord. Luthers Lieder auf dem Weg in die Welt 

Das Konzert kann über die Lautten-Compagney in Berlin gebucht werden.

praise the Lord_CD_Film    PraisetheLord 2013 Konzert_1    PraisetheLord 2013 Konzert_2    PraisetheLord 2013 Konzert_3    PraisetheLord 2013 Konzert_4 

 Die CD zum Konzert ist im Handel erhältlich: ISBN 400-9-35083-339-5;19,90 Euro

MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

Briefe Luthers und Melanchthons aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen jetzt online!

Anfang Juli 2016 ist eine neue Kollektion „Handschriften/Autographen“ in den digitalen Sammlungen des Studienzentrums freigeschaltet worden. Im Zeichen des anstehenden Reformationsjubiläums sind ein Brief von Martin Luther (1483-1546) und sieben Briefe von Philipp Melanchthon (1497–1560) digitalisiert, formal und inhaltlich erschlossen sowie transkribiert worden und stehen nun zur Volltextrecherche zur Verfügung. Der Brief Luthers und der Brief Melanchthons an Georg Spalatin werden in der Ausstellung „Wissensspeicher der Reformation“ ab 30.Oktober 2016 im Historischen Waisenhaus zu sehen sein.

Auch in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen sind Reformationsdrucke aus dem 16. Jahrhundert zahlriech vertreten. 1717 notierte der Bibliothekar Georg Christian Bohnstedt (1678-1745) in einem Arbeitsbericht, dass es eine seiner dringlichsten Aufgaben gewesen sei, Drucke aus der Zeit der Reformation zu sammeln, zu sichten und zu katalogisieren. Unter anderem stellte er bei der Erwähnung von Traktaten fest: „Eins ist unter den alten, worauf Lutherus m[anu] p[ro]pria sein judicium geschrieben und ein anders, worauf Melanchthon desgl[eichen] gethan." Während sich der Druck mit dem Luther-Autographen noch heute im Bestand der Bibliothek befindet, ist ein Druck mit einem Autographen Philipp Melanchthons nicht mehr vorhanden.

Im Rahmen eines vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland geförderten Projektes sind die 8.300 Drucke der Reformationszeit in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen 2014 katalogisiert worden. Neben den gängigen bibliografischen Angaben konnte auch die Provenienz der Bücher anhand der Eigentumsvermerke oder Widmungen ermittelt werden. 357 Exemplare wurden so der ehemaligen Bibliothek des Klosters Berge bei Magdeburg zugeordnet. Bei dessen Auflösung Anfang des 19. Jahrhunderts ging ein Teil der Bestände an die Bibliothek des Halleschen Waisenhauses.

Museum für die Geschichte des interkulturellen Dialogs zwischen Indien und Europa entsteht in Tranquebar

Inauguration TELC, 200416_Justin Vijayakumar-1  Auf Initiative der Franckeschen Stiftungen haben sich mehrere Partner, darunter die Tamil Evangelical Lutheran Church TELC in Indien sowie die Missionsgesellschaften in Leipzig und Hermannsburg  zusammengeschlossen, um in Tranquebar das original erhaltene Wohnhaus von Bartholomäus Ziegenbalg (1682-1719) zu renovieren. Dort soll ein Museum für die Geschichte des interkulturellen Dialogs zwischen Indien und Europa eingerichtet werden, der durch die Emissäre aus Halle vor dreihundert Jahren begonnen wurde.
Frau Jasmin Eppert wurde zur Francke-Feier 2016 nach Tranquebar entsendet und wird dort in den kommenden drei Jahren das Museumsprojekt im engen Zusammenschluss mit den indischen Partnern koordinieren.

Die Arbeiten am Ziegenbalg-Haus werden durch das Auswärtige Amt gefördert.

Inauguration TELC, 200416_JV-2     Inauguration TELC, 200416_JV-5     Inauguration TELC, 200416_JV-4 

 

MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

Die Lutherische Kirche in Südindien

Die Halleschen Pietisten sind bekannt für die Verbreitung des Luthertums in Übersee. So sehen heute noch tausende Christen der TELC (Tamil Evangelical Lutheran Church) ihre Wurzeln im Wirken der Francke-Schüler Bartholomäus Ziegenbalg und Heinrich Plütschau. Ab 1706 hatten die beiden Theologen im Auftrag des dänischen Königs Friedrich IV. im südindischen Tranquebar eine Missionsstation errichtet. Die Missionare gründeten Sozialeinrichtungen und Schulen nach hallischem Vorbild für Jungen und erstmals  auch für Mädchen. Von hier aus wurde auch die Druckerkunst über ganz Indien verbreitet.

Professor Daniel Jeyaraj von der Liverpool Hope University untersuchte in den Archiven der Franckeschen Stiftungen die Auswirkungen der protestantischen Mission in Indien auf die indische Kultur, Sprache und Religion. Im Rahmen der internationalen Konferenz „Reformation-Education-Transformation“ vom 18. bis 22. Mai 2016 stellte er seine Erkenntnisse den Teilnehmern aus der ganzen Welt vor(PDF, 105 kB).

Hallescher Pietismus und Reformation. Die Broschüre zum Reformationsjubiläum

Lutherbroschüre S  "Kaum ein historisches Ereignis hat die christlich geprägten Teile der Welt so nachhaltig verändert wie die Reformation. Ihre Infragestellung der alten Welt- und Werteordnungen gab den Impuls für gänzlich neue Konzepte und Denkmuster, die über die Epoche der Aufklärung in die Gesellschaftssysteme unserer Gegenwart führen. Der Pietismus gilt als die wichtigste Geistesströmung in Europa zwischen Reformation und Aufklärung. August Hermann Francke (1663–1727) nahm als einer der führenden Köpfe im Pietismus zahlreiche Forderungen Martin Luthers auf und strebte deren praktische Vollendung an. So wie Luther sah auch Francke in der Bildung den zentralen Schlüssel zur grundlegenden Verbesserung der gesellschaftlichen Zustände. Dementsprechend baute er ein Schulwesen auf, das alle sozialen Schichten berücksichtigte und jedem Kind einerseits eine breitgefächerte Bildung ermöglichte, die andererseits auf die jeweiligen individuellen Begabungen zugeschnitten war. Die Schulstadt, die er hinterließ und die heute wieder als pulsierender Bildungskosmos weite Ausstrahlung besitzt, ist ein sichtbares Zeugnis der Bemühungen, die Ideen der Reformation weiterzutragen und zu verstetigen. Ebenfalls in reformatorischer Tradition begründete Francke 1710 die erste Bibelanstalt der Welt und begann durch Einsatz moderner Technik und preiswerter Materialien mit einer massenhaften Bibelproduktion, die bis in das 20. Jahrhundert hinein zu Millionenauflagen führte. Und erst das weltweite Netzwerk des Halleschen Pietismus sorgte rund 200 Jahre nach der Reformation für die Verbreitung des Luthertums über die Grenzen Europas hinweg. Diese und andere Beispiele zeigen die hohe Bedeutung des Pietismus für den Transport und die Weiterentwicklung der reformatorischen Ideen über die Epochen hinweg und das ernsthafte Bestreben, sie in ihrer jeweiligen Zeit fruchtbar zu machen."

Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke
Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle

Die Franckeschen Stiftungen stellen den Halleschen Pietismus in der Nachfolge der Reformation in einer ansprechenden und verständlichen WANDERAUSSTELLUNG vor, die von einer INFOBROSCHÜRE begleiteit wird. Sie zeigt im 500. Jubiläumsjahr des Thesenanschlags, dass viele Ideen und Impulse Martin Luthers durch August Hermann Francke weitergeführt, teils neu interpretiert, teils vollendet wurden und zeitlos aktuell sind.

Sie können die Broschüre und die Wanderausstellung bestellen bei:

Friederike LippoldKultur- und Öffentlichkeitsarbeit; Koordination von Kooperationsprojekten mit Mittel-/Osteuropa und Russland Friederike Lippold (Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit; Koordination von Kooperationsprojekten mit Mittel-/Osteuropa und Russland) Friederike LippoldKultur- und Öffentlichkeitsarbeit; Koordination von Kooperationsprojekten mit Mittel-/Osteuropa und Russland Tel.+49 345 2127 431Fax+49 345 2127 418

MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

Wanderausstellung: Hallescher Pietismus und Reformation August Hermann Francke in der Nachfolge Martin Luthers

Eine zentrale Forderung Martin Luthers löste August Hermann Francke mit der Gründung des ersten Bibelwerks, der Cansteinschen Bibelanstalt, 1710 am Halleschen Waisenhaus ein. Millionen Vollbibeln und Neuer Testamente wurden hier in höchster Qualität gedruckt und preiswert verteilt. Möglich wurde diese Strategie durch die in Deutschland erstmalige Anwendung des stehenden Satzes.

Ob private Lesekultur, die Wiege der Anstaltsdiakonie, der erste Schulgarten Deutschlands und der Beginn des Realschulwesens oder die internationale Wahrnehmung der hallischen Reformen, die den europäische Adel beeinflussten - die Wanderausstellung zeigt die vielfältigen gesellschaftlichen und kulturgeschichtlichen Wirkungen, die vom Halleschen Pietismus in der Nachfolge der Reformation ausgingen. Bartholomäus Ziegenbalg (1682-1719) oder Heinrich Melchior Mühlenberg (1711-1787) stehen für die vielen hallischen Emissäre, die das Luthertum in den entferntesten Weltregionen bekannt machten. Die Tamil Evangelical Lutheran Church (TELC) im südindischen Tranquebar und die Evangelical Lutheran Church of America (ELCA) sehen sich heute in der Nachfolge des Wirkens August Hermann Franckes.

WA Luther_Francke Berlin    PHOTO10    PHOTOS 1    MulenbergAllentown    P1010847 

Mit einer Wanderausstellung(PDF, 205 kB) in deutscher und englischer Sprache werden diese kultur- und gesellschaftspolitischen Einflüsse des Wirkens August Hermann Franckes und ihre Traditionslinien ausgehend von der Reformation bis in die Gegenwart hinein gezogen. Denn die Reformen Franckes mit dem Ziel der Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftlichen Teilhabe sind heute so aktuell wie vor 300 Jahren.

MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

Francke setzt Luther in Bewegung - Straßenbahn zum Reformationsjubiläum 2017

Straßenbahn Luther

Auf einer Straßenbahn der HAVAG zeigen die Franckeschen Stiftungen seit Montag, dem 2. Mai 2016, wie August Hermann Francke wichtige gesellschaftliche Impulse der Reformation Martin Luthers aufgenommen und in die Tat umgesetzt hat. Vier Themenfelder werden auf der Straßenbahn benannt, die den Halleschen Pietismus als „zweite Reformation“ zur wichtigsten gesellschaftlichen Reformbewegung zwischen Reformation und Aufklärung werden ließen.

Luther-Strassenbahn     luther_strassenbahn_2 

Bildung für alle
Martin Luther hatte im Rahmen einer breiten Bildungsoffensive die Gründung neuer Schulen für Kinder aller Stände angestoßen. August Hermann Francke nahm diesen Impuls auf und gründete eine ganze Schulstadt mit Bildungsanstalten für alle sozialen Schichten. Mit der Einführung des Realienunterrichts als Teil des umfassenden pädagogischen Programms revolutionierte Francke das Schulwesen. In ganz Europa fand das Hallesche Waisenhaus erfolgreiche Nachahmungen.

Jedem eine Bibel
Die Anfang des 18. Jahrhunderts erhältlichen Bibelausgaben waren sehr teuer, was das Anliegen der Reformation erschwerte, jedem Gläubigen einen direkten Zugang zur Heiligen Schrift zu ermöglichen. Mit Unterstützung des Freiherrn Carl Hildebrand von Canstein wurde 1710 in den Franckeschen Stiftungen die Cansteinsche Bibelanstalt gegründet, die heute als erste Bibelanstalt der Welt gilt. Bis 1938 wurden hier rund 8 Millionen Bibeln gedruckt und verbreitet.

Für Selbstbestimmung
Martin Luthers Reformation weckte das selbständige Denken. Die Menschen erkannten ihre eigene Persönlichkeit und damit ihre Mündigkeit gegenüber Kirche und Staat. Hier setzte der Pietismus an. Er schärfte durch die ihm eigene Hinwendung zum Individuum den Blick auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen und erzog zum selbstverantwortlichen Handeln.

Für soziale Teilhabe
Die Reformation hatte grundlegende Reformen des Sozialwesens angestoßen, aus denen August Hermann Francke die Grundlagen der heutigen Anstaltsdiakonie entwickelte. Gleichzeitig strebte er an, den Staat für die Armenfürsorge in die Pflicht zu nehmen. 1698 verfasste er eine Almosenordnung für Glaucha, die als Vorbild für spätere städtische Armenordnungen diente. Außerdem inspirierte er Landesherren dazu, ein Armenwesen in ihren Territorien auszubauen. Häufig wurden sie dabei von Beamten unterstützt, die zuvor selbst durch Franckes Schulen gegangen waren.

MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

In Gottes Eigenem Land. Die Geschichte Heinrich Melchior Mühlenbergs als Vater des amerikanischen Luthertums

9783898127660-cover-l  Als lutherischer Prediger erreichte Heinrich Melchior Mühlenberg 1742 im Auftrag des Halleschen Waisenhauses, den heutigen Franckeschen Stiftungen, Britisch-Nordamerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Heute wird er in den USA als Patriarch der Lutherischen Kirche in Nordamerika verehrt. Eberhard Görner hat aus diesem Stoff einen Bestseller gemacht. Bereits in der dritten Auflage ist der historische Roman über die Arbeit Mühlenbergs und seine wechselvolle Beziehung zum Delawaren-Häuptling "Fliegender Pfeil" im Mitteldeutschen Verlag erschienen.

IN GOTTES EIGENEM LAND
Heinrich Melchior Mühlenberg - der Vater des amerikanischen Luthertums
Historischer Roman, erste Auflage
ISBN 978-3-89812-766-0 I 19.90 Euro

erhältlich auch im Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen

MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

Sie verwenden einen veralteten Browser.
Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser oder aktivieren Sie Google Chrome Frame.

Bitte aktivieren sie Javascript um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.