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Hallescher Pietismus und Reformation

AUGUST HERMANN FRANCKE IN DER NACHFOLGE MARTIN LUTHERS

"'Nun erfuhre ich, wahr zu seyn, was Lutherus saget in der Vorrede über die Epistel an die Römer: Glaube ist ein göttlich werck in uns, das uns wandelt und neugebieret aus Gott.' (Joh. 1,12.)" (Aus der Biografie August Hermann Franckes von Helmut Obst(PDF, 155 kB), S. 16)

Luther-Relief Wunderkammer 

Der Hallesche Pietismus August Hermann Franckes gilt als die wichtigste gesellschaftliche Reformbewegung zwischen Reformation und Aufklärung und wird oft als die zweite Reformation bezeichnet.

Ausgehend von den Impulsen Martin Luthers entwickelte der lutherische Theologe und Pädagoge Francke:

♦ die Vision einer weltumspannenden Gesellschaftsreform zum Wohle jedes Menschen,
pädagogische Reformen, die auf höchst aktuelle Themen wie gesellschaftliche Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit abzielten,
♦ die Idee, jedem einen Lutherbibel an die Hand zu geben, verwirklicht durch die Gründung der ersten Bibelanstalt weltweit, der Cansteinschen Bibelanstalt

Die Franckeschen Stiftungen sind Ausgangspunkt der:
Dänisch-Halleschen Mission, der ersten nachhaltigen protestantischen Mission, begonnen 1706 im südindischen Tranquebar,
◊ der Anstaltsdiakonie,
◊ vieler bekannter lutherischer Kirchenlieder, wie "Macht hoch die Tür..."

Mit vielfältigen Veranstaltungen bereiten sich die Franckeschen Stiftungen auf das Jubiläum im Jahr 2017 vor. Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen die wichtigsten Neuigkeiten und spannendsten Hintergründe vor.

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Die Lutherische Kirche in Südindien

Die Halleschen Pietisten sind bekannt für die Verbreitung des Luthertums in Übersee. So sehen heute noch tausende Christen der TELC (Tamil Evangelical Lutheran Church) ihre Wurzeln im Wirken der Francke-Schüler Bartholomäus Ziegenbalg und Heinrich Plütschau. Ab 1706 hatten die beiden Theologen im Auftrag des dänischen Königs Friedrich IV. im südindischen Tranquebar eine Missionsstation errichtet. Die Missionare gründeten Sozialeinrichtungen und Schulen nach hallischem Vorbild für Jungen und erstmals  auch für Mädchen. Von hier aus wurde auch die Druckerkunst über ganz Indien verbreitet.

Professor Daniel Jeyaraj von der Liverpool Hope University untersuchte in den Archiven der Franckeschen Stiftungen die Auswirkungen der protestantischen Mission in Indien auf die indische Kultur, Sprache und Religion. Im Rahmen der internationalen Konferenz „Reformation-Education-Transformation“ vom 18. bis 22. Mai 2016 stellte er seine Erkenntnisse den Teilnehmern aus der ganzen Welt vor(PDF, 105 kB).

Luther-Autograph auf einer Flugschrift aus dem Jahr 1522

M1134  Die Bibliothek der Franckeschen Stiftungen bewahrt eine Reihe wertvoller Dokumente aus der Reformationszeit auf. Auf dem Titelblatt dieser schmalen Flugschrift aus der frühen Reformationszeit ist sogar eine Eintragung Martin Luthers selbst zu sehen: „In Misna hic editus est dialogus eruditus ab incerto autore“ (Übersetzung: „In Meißen ist dieser gelehrte Dialog von einem unbekannten Autor herausgegeben worden.“). Unter dem Pseudonym „Kunz von Oberndorf“ richtete der Autor seinen „Dialogus“ gegen einen zuvor erschienenen Text des katholischen Theologen und Luther-Gegners Johannes Eck (1486–1543).

Der Druck ist bereits seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts im Besitz der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen, wie aus einem Bericht des ersten namentlich bekannten Bibliothekars am Waisenhaus Georg Christian Bohnstedt (1687–1745) aus dem Jahr 1717 hervorgeht:

An Ihro HochEhrwürd. Magnificentz, Tit. HErrn Prof. Francken,
Gehorsamster Bericht:
was zeither auf der Bibliotheque praestiret worden:

[…] Habe ein Schrank voll rohe materien, nebst andern so auf der Biblioth. vorhanden gewesen, zusammen sortiret, so theils bey dem Buchbinder sind, und über 100 Bände ausmachen […].Unter denselben materien habe a) sonderl[iche] alte Schrifften, so circa auch wohl ante tempus Reformationis gedruckt, und prototypa sind, untersuchet, und aus etl[ichen] 100 Stücken diejenigen herausgelesen, welche negotium Reformationis sonderl. illustriren, oder sonst remarquable gefallen derer habe etwa 80–90 piecen in 2 4t [Quart-] Bänden nach der Serie rerum oder Historiae zusammen binden laßen, und ein Register davon gemacht, wie denn auch vor alle andere Bände, da etliche aus 40–50 Tractaten bestehen, so ohne Register nicht wohl zu finden seyn wären, desgleichen geschehen. Eins ist unter den alten, worauf Lutherus m[anu] p[ro]pria sein judicium geschrieben, und ein anders, worauf Melanchthon desgl[eichen] gethan. […]

Während sich der Druck mit dem Luther-Autographen noch heute im Bestand der Bibliothek befindet, ist der genannte Druck mit einem Autographen Philipp Melanchthons (1497–1560) nicht mehr vorhanden.

Die Flugschrift mit dem Autographen Luthers wird in der gemeinsamen Sonderausstellung der Franckeschen Stiftungen und der Marienbibliothek Halle zum Auftakt des Reformationsjubiläums "Wissensspeicher der Reformation. Die Marienbibliothek und die Bibliothek des Waisenhauses in Halle" vom 31. Oktober 2016 bis 28. Februar 2017 im Historischen Waisenhaus zu sehen sein.

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Francke setzt Luther in Bewegung - Straßenbahn zum Reformationsjubiläum 2017

Straßenbahn Luther

Auf einer Straßenbahn der HAVAG zeigen die Franckeschen Stiftungen seit Montag, dem 2. Mai 2016, wie August Hermann Francke wichtige gesellschaftliche Impulse der Reformation Martin Luthers aufgenommen und in die Tat umgesetzt hat. Vier Themenfelder werden auf der Straßenbahn benannt, die den Halleschen Pietismus als „zweite Reformation“ zur wichtigsten gesellschaftlichen Reformbewegung zwischen Reformation und Aufklärung werden ließen.

Luther-Strassenbahn     luther_strassenbahn_2 

Bildung für alle
Martin Luther hatte im Rahmen einer breiten Bildungsoffensive die Gründung neuer Schulen für Kinder aller Stände angestoßen. August Hermann Francke nahm diesen Impuls auf und gründete eine ganze Schulstadt mit Bildungsanstalten für alle sozialen Schichten. Mit der Einführung des Realienunterrichts als Teil des umfassenden pädagogischen Programms revolutionierte Francke das Schulwesen. In ganz Europa fand das Hallesche Waisenhaus erfolgreiche Nachahmungen.

Jedem eine Bibel
Die Anfang des 18. Jahrhunderts erhältlichen Bibelausgaben waren sehr teuer, was das Anliegen der Reformation erschwerte, jedem Gläubigen einen direkten Zugang zur Heiligen Schrift zu ermöglichen. Mit Unterstützung des Freiherrn Carl Hildebrand von Canstein wurde 1710 in den Franckeschen Stiftungen die Cansteinsche Bibelanstalt gegründet, die heute als erste Bibelanstalt der Welt gilt. Bis 1938 wurden hier rund 8 Millionen Bibeln gedruckt und verbreitet.

Für Selbstbestimmung
Martin Luthers Reformation weckte das selbständige Denken. Die Menschen erkannten ihre eigene Persönlichkeit und damit ihre Mündigkeit gegenüber Kirche und Staat. Hier setzte der Pietismus an. Er schärfte durch die ihm eigene Hinwendung zum Individuum den Blick auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen und erzog zum selbstverantwortlichen Handeln.

Für soziale Teilhabe
Die Reformation hatte grundlegende Reformen des Sozialwesens angestoßen, aus denen August Hermann Francke die Grundlagen der heutigen Anstaltsdiakonie entwickelte. Gleichzeitig strebte er an, den Staat für die Armenfürsorge in die Pflicht zu nehmen. 1698 verfasste er eine Almosenordnung für Glaucha, die als Vorbild für spätere städtische Armenordnungen diente. Außerdem inspirierte er Landesherren dazu, ein Armenwesen in ihren Territorien auszubauen. Häufig wurden sie dabei von Beamten unterstützt, die zuvor selbst durch Franckes Schulen gegangen waren.

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Museum für die Geschichte des interkulturellen Dialogs zwischen Indien und Europa entsteht in Tranquebar

Inauguration TELC, 200416_Justin Vijayakumar-1  Auf Initiative der Franckeschen Stiftungen haben sich mehrere Partner, darunter die Tamil Evangelical Lutheran Church TELC in Indien sowie die Missionsgesellschaften in Leipzig und Hermannsburg  zusammengeschlossen, um in Tranquebar das original erhaltene Wohnhaus von Bartholomäus Ziegenbalg (1682-1719) zu renovieren. Dort soll ein Museum für die Geschichte des interkulturellen Dialogs zwischen Indien und Europa eingerichtet werden, der durch die Emissäre aus Halle vor dreihundert Jahren begonnen wurde.
Frau Jasmin Eppert wurde zur Francke-Feier 2016 nach Tranquebar entsendet und wird dort in den kommenden drei Jahren das Museumsprojekt im engen Zusammenschluss mit den indischen Partnern koordinieren.

Die Arbeiten am Ziegenbalg-Haus werden durch das Auswärtige Amt gefördert.

Inauguration TELC, 200416_JV-2     Inauguration TELC, 200416_JV-5     Inauguration TELC, 200416_JV-4 

 

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Hallescher Pietismus und Reformation. Die Broschüre zum Reformationsjubiläum

Lutherbroschüre S  "Kaum ein historisches Ereignis hat die christlich geprägten Teile der Welt so nachhaltig verändert wie die Reformation. Ihre Infragestellung der alten Welt- und Werteordnungen gab den Impuls für gänzlich neue Konzepte und Denkmuster, die über die Epoche der Aufklärung in die Gesellschaftssysteme unserer Gegenwart führen. Der Pietismus gilt als die wichtigste Geistesströmung in Europa zwischen Reformation und Aufklärung. August Hermann Francke (1663–1727) nahm als einer der führenden Köpfe im Pietismus zahlreiche Forderungen Martin Luthers auf und strebte deren praktische Vollendung an. So wie Luther sah auch Francke in der Bildung den zentralen Schlüssel zur grundlegenden Verbesserung der gesellschaftlichen Zustände. Dementsprechend baute er ein Schulwesen auf, das alle sozialen Schichten berücksichtigte und jedem Kind einerseits eine breitgefächerte Bildung ermöglichte, die andererseits auf die jeweiligen individuellen Begabungen zugeschnitten war. Die Schulstadt, die er hinterließ und die heute wieder als pulsierender Bildungskosmos weite Ausstrahlung besitzt, ist ein sichtbares Zeugnis der Bemühungen, die Ideen der Reformation weiterzutragen und zu verstetigen. Ebenfalls in reformatorischer Tradition begründete Francke 1710 die erste Bibelanstalt der Welt und begann durch Einsatz moderner Technik und preiswerter Materialien mit einer massenhaften Bibelproduktion, die bis in das 20. Jahrhundert hinein zu Millionenauflagen führte. Und erst das weltweite Netzwerk des Halleschen Pietismus sorgte rund 200 Jahre nach der Reformation für die Verbreitung des Luthertums über die Grenzen Europas hinweg. Diese und andere Beispiele zeigen die hohe Bedeutung des Pietismus für den Transport und die Weiterentwicklung der reformatorischen Ideen über die Epochen hinweg und das ernsthafte Bestreben, sie in ihrer jeweiligen Zeit fruchtbar zu machen."

Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke
Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle

Die Franckeschen Stiftungen stellen den Halleschen Pietismus in der Nachfolge der Reformation in einer ansprechenden und verständlichen WANDERAUSSTELLUNG vor, die von einer INFOBROSCHÜRE begleiteit wird. Sie zeigt im 500. Jubiläumsjahr des Thesenanschlags, dass viele Ideen und Impulse Martin Luthers durch August Hermann Francke weitergeführt, teils neu interpretiert, teils vollendet wurden und zeitlos aktuell sind.

Sie können die Broschüre und die Wanderausstellung bestellen bei:

Friederike LippoldKultur- und Öffentlichkeitsarbeit Friederike Lippold (Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit) Friederike LippoldKultur- und Öffentlichkeitsarbeit Tel.+49 345 2127 431Fax+49 345 2127 418

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PRAISE THE LORD. Konzert und CD mit Luthers Liedern auf dem Weg in die Welt

praise the Lord_CD Martin Luther hatte die Idee, das Volk mit eingängigen Liedern zu begeistern. Kirchenmusik und Liturgie sollten nicht nur zum Zuhören, sondern zum Mitsingen sein. Der hallische Theologe und Pietist August Hermann Francke sowie sein Nachfolger im Direktorenamt Johann Anastasius Freylinghausen nahmen das Erfolgsmodell der Reformation auf. So war das von Francke gegründete Waisenhaus in Halle auch ein Zentrum der Musik. Nicht Opern und Oratorien, sondern schwungvolle Lieder wurden hier gesungen und über ungekannte Mengen Gesangbücher verbreitet. Dabei spielte die internationale Vernetzung des Waisenhauses eine große Rolle auf dem Weg der Lieder nach Großbritannien und später auch nach Amerika. 1786 gab der hallische Gesandte Heinrich Melchior Mühlenberg in Nordamerika das erste Gesangbuch heraus.

Praise the Lord. Luthers Lieder auf dem Weg in die Welt 

Das Konzert kann über die Lautten-Compagney in Berlin gebucht werden.

praise the Lord_CD_Film    PraisetheLord 2013 Konzert_1    PraisetheLord 2013 Konzert_2    PraisetheLord 2013 Konzert_3    PraisetheLord 2013 Konzert_4 

 Die CD ist im Handel erhältlich: ISBN 400-9-35083-339-5;19,90 Euro

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TWIN CONSULATION in Halle! Internationale Ökumene im Dialog.

Twin conference Etwa 100 Gäste aus Ländern Afrikas, Lateinamerikas, Asiens, Nordamerikas und Europas werden vom 18.-22. Mai 2016 an den Twin-Consultation in Halle teilnehmen. Sie beschäftigen sich vier Tage lang damit, wie reformatorische Ideen in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten wirken und welche Rolle reformatorisch geprägte Bildungsangebote in gesellschaftlichen Transformationsprozessen spielen.

Dabei diskutieren die Teilnehmenden aus ihren jeweils spezifischen Blickwinkeln, was es für heutige reformatorische Kirchen bedeutet, "soziales Zeugnis" abzulegen, Antworten darauf zu suchen, wie menschliches Leiden beendet werden kann, was eine gelebte Theologie des Empowerments bewirkt.

Es wird diskutiert, was es aus den verschiedenen Perspektiven der Kirchen bedeutet, sich aktiv in gesellschaftliche Demokratisierungsprozesse einzubringen, eine Haltung zu politischer Partizipation und alternativen Entwicklungskonzepten zu finden.

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Wanderausstellung: Hallescher Pietismus und Reformation August Hermann Francke in der Nachfolge Martin Luthers

Eine zentrale Forderung Martin Luthers löste August Hermann Francke mit der Gründung des ersten Bibelwerks, der Cansteinschen Bibelanstalt, 1710 am Halleschen Waisenhaus ein. Millionen Vollbibeln und Neuer Testamente wurden hier in höchster Qualität gedruckt und preiswert verteilt. Möglich wurde diese Strategie durch die in Deutschland erstmalige Anwendung des stehenden Satzes.

Ob private Lesekultur, die Wiege der Anstaltsdiakonie, der erste Schulgarten Deutschlands und der Beginn des Realschulwesens oder die internationale Wahrnehmung der hallischen Reformen, die den europäische Adel beeinflussten - die Wanderausstellung zeigt die vielfältigen gesellschaftlichen und kulturgeschichtlichen Wirkungen, die vom Halleschen Pietismus in der Nachfolge der Reformation ausgingen. Bartholomäus Ziegenbalg (1682-1719) oder Heinrich Melchior Mühlenberg (1711-1787) stehen für die vielen hallischen Emissäre, die das Luthertum in den entferntesten Weltregionen bekannt machten. Die Tamil Evangelical Lutheran Church (TELC) im südindischen Tranquebar und die Evangelical Lutheran Church of America (ELCA) sehen sich heute in der Nachfolge des Wirkens August Hermann Franckes.

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Mit einer Wanderausstellung(PDF, 205 kB) in deutscher und englischer Sprache werden diese kultur- und gesellschaftspolitischen Einflüsse des Wirkens August Hermann Franckes und ihre Traditionslinien ausgehend von der Reformation bis in die Gegenwart hinein gezogen. Denn die Reformen Franckes mit dem Ziel der Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftlichen Teilhabe sind heute so aktuell wie vor 300 Jahren.

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In Gottes Eigenem Land. Die Geschichte Heinrich Melchior Mühlenbergs als Vater des amerikanischen Luthertums

9783898127660-cover-l  Als lutherischer Prediger erreichte Heinrich Melchior Mühlenberg 1742 im Auftrag des Halleschen Waisenhauses, den heutigen Franckeschen Stiftungen, Britisch-Nordamerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Heute wird er in den USA als Patriarch der Lutherischen Kirche in Nordamerika verehrt. Eberhard Görner hat aus diesem Stoff einen Bestseller gemacht. Bereits in der dritten Auflage ist der historische Roman über die Arbeit Mühlenbergs und seine wechselvolle Beziehung zum Delawaren-Häuptling "Fliegender Pfeil" im Mitteldeutschen Verlag erschienen.

IN GOTTES EIGENEM LAND
Heinrich Melchior Mühlenberg - der Vater des amerikanischen Luthertums
Historischer Roman, erste Auflage
ISBN 978-3-89812-766-0 I 19.90 Euro

erhältlich auch im Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen

 

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Wissensspeicher der Reformation. Ausstellung zum Auftakt des Reformationsjubiläums

Eröffnung am 31. Oktober 2016 in den Franckeschen Stiftungen

Lutherbibel 

Im Herzen der Stadt Halle befindet sich eine der ältesten evangelischen Kirchenbibliotheken Deutschlands, die im Jahr 1552 begründete Marienbibliothek an der Marktkirche. Sie entstand als Reaktion auf einen Aufruf Martin Luthers an die Städte und Gemeinden, evangelische Schulen und Bibliotheken zu gründen und damit Bildung in alle Bevölkerungsschichten zu tragen. Dieses reformatorische Anliegen spiegelt sich bis heute in den Objekten der Bibliothek wieder, die über umfangreiche Bestände sowohl reformatorischer Schriften als auch später entstandene Publikationen aller Wissenschaftsgebiete verfügt.

In der Nachfolge des reformatorischen Bildungsideals begründete August Hermann Franke 1698 die Waisenhausbibliothek, die ebenso reichhaltige Bestände aus dem 16. Jahrhundert besitzt und Zeugnisse der Verbreitung des Luthertums in alle Welt durch den Pietismus verwahrt.

Anhand der Bestände dieser beiden bedeutenden halleschen Bibliotheken soll die wichtige Funktion von Bibliotheken als Speicherort für Wissen und Erinnerung aufgezeigt werden, wobei aus Anlass des Reformationsjubiläums der Fokus auf dem protestantischen Erbe liegen soll. Den Besucher erwartet die Präsentation verschiedener Sammlungsteile, die von frühen reformatorischen Drucken und der einzigartigen Privatbibliothek der Adelsfamilie von Selmenitz über die pietistische Rezeption der reformatorischen Schriften, fremdsprachige Bibeln im Dienst der Missionsarbeit bis hin zur Bibliothek als Hort von Erinnerungsobjekten wie Luthers Trinkbecher oder Melanchthons Schuh führen wird. Auch die wechselvolle Geschichte einer bis ins 20. Jahrhundert in der Marienbibliothek ausgestellte Lutherfigur, die aus der hier verwahrten Totenmaske des Reformators gestaltet war, wird in der Ausstellung beleuchtet werden.

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