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Auf dem Weg durch Halle

Straßenbahn zum Reformationsjubiläum

Francke setzt Luther in Bewegung - Straßenbahn zum Reformationsjubiläum 2017

Straßenbahn Luther

Auf einer Straßenbahn der HAVAG zeigen die Franckeschen Stiftungen seit Montag, dem 2. Mai 2016, wie August Hermann Francke wichtige gesellschaftliche Impulse der Reformation Martin Luthers aufgenommen und in die Tat umgesetzt hat. Vier Themenfelder werden auf der Straßenbahn benannt, die den Halleschen Pietismus als „zweite Reformation“ zur wichtigsten gesellschaftlichen Reformbewegung zwischen Reformation und Aufklärung werden ließen.

Luther-Strassenbahn     luther_strassenbahn_2 

Bildung für alle
Martin Luther hatte im Rahmen einer breiten Bildungsoffensive die Gründung neuer Schulen für Kinder aller Stände angestoßen. August Hermann Francke nahm diesen Impuls auf und gründete eine ganze Schulstadt mit Bildungsanstalten für alle sozialen Schichten. Mit der Einführung des Realienunterrichts als Teil des umfassenden pädagogischen Programms revolutionierte Francke das Schulwesen. In ganz Europa fand das Hallesche Waisenhaus erfolgreiche Nachahmungen.

Jedem eine Bibel
Die Anfang des 18. Jahrhunderts erhältlichen Bibelausgaben waren sehr teuer, was das Anliegen der Reformation erschwerte, jedem Gläubigen einen direkten Zugang zur Heiligen Schrift zu ermöglichen. Mit Unterstützung des Freiherrn Carl Hildebrand von Canstein wurde 1710 in den Franckeschen Stiftungen die Cansteinsche Bibelanstalt gegründet, die heute als erste Bibelanstalt der Welt gilt. Bis 1938 wurden hier rund 8 Millionen Bibeln gedruckt und verbreitet.

Für Selbstbestimmung
Martin Luthers Reformation weckte das selbständige Denken. Die Menschen erkannten ihre eigene Persönlichkeit und damit ihre Mündigkeit gegenüber Kirche und Staat. Hier setzte der Pietismus an. Er schärfte durch die ihm eigene Hinwendung zum Individuum den Blick auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen und erzog zum selbstverantwortlichen Handeln.

Für soziale Teilhabe
Die Reformation hatte grundlegende Reformen des Sozialwesens angestoßen, aus denen August Hermann Francke die Grundlagen der heutigen Anstaltsdiakonie entwickelte. Gleichzeitig strebte er an, den Staat für die Armenfürsorge in die Pflicht zu nehmen. 1698 verfasste er eine Almosenordnung für Glaucha, die als Vorbild für spätere städtische Armenordnungen diente. Außerdem inspirierte er Landesherren dazu, ein Armenwesen in ihren Territorien auszubauen. Häufig wurden sie dabei von Beamten unterstützt, die zuvor selbst durch Franckes Schulen gegangen waren.

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