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Fragen stellen. Impulse setzen. Reformation verantworten

Mit vielfältigen Veranstaltungen begehen die Franckeschen Stiftungen das Reformationsjubiläum im Jahr 2017. Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen die wichtigsten Neuigkeiten und spannendsten Hintergründe vor.

Freuen Sie sich mit uns auf:

Du bist frei. Angebot 

AUGUST HERMANN FRANCKE IN DER NACHFOLGE MARTIN LUTHERS

Luther-Relief Wunderkammer 

Der Hallesche Pietismus August Hermann Franckes gilt als die wichtigste gesellschaftliche Reformbewegung zwischen Reformation und Aufklärung und wird oft als die zweite Reformation bezeichnet.

Ausgehend von den Impulsen Martin Luthers entwickelte der lutherische Theologe und Pädagoge Francke:

♦ die Vision einer weltumspannenden Gesellschaftsreform zum Wohle jedes Menschen,
pädagogische Reformen, die auf höchst aktuelle Themen wie gesellschaftliche Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit abzielten,
♦ die Idee, jedem einen Lutherbibel an die Hand zu geben, verwirklicht durch die Gründung der ersten Bibelanstalt weltweit, der Cansteinschen Bibelanstalt

Die Franckeschen Stiftungen sind Ausgangspunkt der:
Dänisch-Halleschen Mission, der ersten nachhaltigen protestantischen Mission, begonnen 1706 im südindischen Tranquebar,
◊ der Anstaltsdiakonie,
◊ vieler bekannter lutherischer Kirchenlieder, wie "Macht hoch die Tür..."

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»Lass uns leuchten des Lebens Wort«. Die Lieder Martin Luthers

Luther_Lieder_Cover  37 Kirchenlieder sind aus der Feder Martin Luthers bekannt. Ihre besondere Bedeutung liegt in der Sprache, der ausdrücklichen Bestimmung für die Gemeinde und in der Verankerung in der täglichen Liturgie, die für das 16. Jahrhundert neu war. Dr. Hans-Otto Korth, Hymnologe und Musikwissenschaftler, hat dieses wertvolle Liedgut der Reformationszeit mit höchster wissenschaftlicher Sorgfalt bearbeitet und in der Neuerscheinung „Lass uns leuchten des Lebens Wort. Die Lieder Martin Luthers“ zu einem Lesevergnügen für eine breite interessierte Leserschaft gemacht.

»Lass uns leuchten des Lebens Wort«. Die Lieder Martin Luthers. Im Auftrag der Franckeschen Stiftungen anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 vorgelegt und erläutert von Hans-Otto Korth. Mit einem Nachwort von Patrice Veit. Halle 2017. VI, 354 S., 107 Abb., 45 Notensätze, € 52,00; ISBN 978-3-939922-50-6

Mit Heinrich Milde (1676–1739) durch das Reformationsjahr

Notizen aus dem Jubiläumsjahr 1717 von einem Mitarbeiter August Hermann Franckes

Heinrich Milde (1676–1739) war ein enger Mitarbeiter August Hermann Franckes, der seine Bibliothek dem Waisenhaus vermachte. Zu seinen Bücherschätzen gehört ein großformatiges Buch aus dem Jahr 1594, das Calendarium Historicum des Abraham Saur. Dieser nach Tagen geordnete Chroniktypus kam Mitte des 16. Jahrhunderts auf und diente vor allem der protestantischen Erinnerungskultur. Das Buch war so angelegt, dass nach jedem Tag des Jahres Platz für Eintragungen des Besitzers blieb. Heinrich Milde nutzte diesen Platz: Einerseits hielt er aktuelle Ereignisse fest und schrieb so die gedruckte Chronik fort, andererseits notierte er in seiner ausladenden Schrift wie in einem Tagebuch Vorkommnisse und Beobachtungen aus seinem persönlichen Umfeld in Halle und dem Waisenhaus. Sie führen den heutigen Leser in die Welt des 18. Jahrhunderts. Er erfährt, was Milde in Zeitungen und Briefen oder durch mündliche Mitteilungen gelesen und gehört hat – vom Tod Ludwig XIV. bis zum ungeklärten Mord an einen halleschen Studenten –, kommt aber auch dem tief religiösen Menschen Milde nahe, dessen Eintragungen vielfach mit einem „Halleluja Amen“ enden. Fast durchgehend datieren die Eintragungen Mildes aus dem Jahr 1717, das für ihn im Zeichen des Reformationsjubiläums stand, denn unter dem Datum des ersten Januars notierte er:

268182  „Halleluja! Diß ist nun Gott Lob der erste Tag des 17.ten Jahrs im 18.den Jahrhundert, in welchen zum andern mal das Jubilaeum wird gehalten werden, in dem nunmehro 200. Jahr verlauffen, nachdem das Licht des Evangelii durch den Dienst Lutheri unter den Scheffel hervorgezogen, und das Römische Pabstthum aus diesen Landen mit Gottes Hulfe verbannet ist.“

Das Calendarium Historicum aus dem Jahr 1594 mit den handschriftlichen Notizen Mildes liegt digital in den „Digitalen Sammlungen“ des Studienzentrums August Hermann Francke vor.

Auszug aus den Einträgen im April 1717:

Anlässlich des 200. Reformationsjubiläums notierte Milde am 21. April 1717 in den Kalender:

Der Herr Doct.Cotton Matherus schrieb in diesem Jubilaeo aus Boston in America an den Herrn Probst Ziegenbalg nach Tranqvebar in Ost-Indien; Sie erwecken sich einander das Werck des HErrn getrost zu treiben. Wie denn jetzo aus allen Theilen der Welt deswegen Correspondentz gepflogen wird. Davon Brieffe und gedruckte Documenta zeugen. Gantze Nationen sind vereiniget als im Königreich DänneMarck, da die Societät de Promovendo Cursu Evangelium; im Königreich England, da Societas
de Propaganda Cognitione Christi; In Teutschland p. p. Der König in Preußen p. d Hertzog von Würtenberg, pp. Alle Lande Müßen Deiner Ehre voll werden, Du lebendiger Gott. p Halleluja.

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Museum für die Geschichte des interkulturellen Dialogs zwischen Indien und Europa entsteht in Tranquebar

Ziegenbalg Wohnhaus im Bauzustand  Auf Initiative der Franckeschen Stiftungen haben sich mehrere Partner, darunter die Tamil Evangelical Lutheran Church TELC in Indien sowie die Missionsgesellschaften in Leipzig und Hermannsburg  zusammengeschlossen, um in Tranquebar das original erhaltene Wohnhaus von Bartholomäus Ziegenbalg (1682-1719) zu renovieren. Dort soll ein Museum für die Geschichte des interkulturellen Dialogs zwischen Indien und Europa eingerichtet werden, der durch die Emissäre aus Halle vor dreihundert Jahren begonnen wurde. Jasmin Eppert wurde zur Francke-Feier 2016 nach Tranquebar entsendet und wird dort in den kommenden drei Jahren das Museumsprojekt im engen Zusammenschluss mit den indischen Partnern koordinieren. Erfahren Sie mehr über den Verlauf des Projektes und den Fortgang der Bauarbeiten in Tranquebar.

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Die Lutherische Kirche in Südindien

Die Halleschen Pietisten sind bekannt für die Verbreitung des Luthertums in Übersee. So sehen heute noch tausende Christen der TELC (Tamil Evangelical Lutheran Church) ihre Wurzeln im Wirken der Francke-Schüler Bartholomäus Ziegenbalg und Heinrich Plütschau. Ab 1706 hatten die beiden Theologen im Auftrag des dänischen Königs Friedrich IV. im südindischen Tranquebar eine Missionsstation errichtet. Die Missionare gründeten Sozialeinrichtungen und Schulen nach hallischem Vorbild für Jungen und erstmals  auch für Mädchen. Von hier aus wurde auch die Druckerkunst über ganz Indien verbreitet.

Professor Daniel Jeyaraj von der Liverpool Hope University untersuchte in den Archiven der Franckeschen Stiftungen die Auswirkungen der protestantischen Mission in Indien auf die indische Kultur, Sprache und Religion. Im Rahmen der internationalen Konferenz „Reformation-Education-Transformation“ vom 18. bis 22. Mai 2016 stellte er seine Erkenntnisse den Teilnehmern aus der ganzen Welt vor(PDF, 105 kB).

PRAISE THE LORD. Die Verbreitung der Reformation über die Musik

praise the Lord_CD Martin Luther hatte die Idee, das Volk mit eingängigen Liedern zu begeistern. Kirchenmusik und Liturgie sollten nicht nur zum Zuhören, sondern zum Mitsingen sein. Der hallische Theologe und Pietist August Hermann Francke sowie sein Nachfolger im Direktorenamt Johann Anastasius Freylinghausen nahmen das Erfolgsmodell der Reformation auf. So war das von Francke gegründete Waisenhaus in Halle auch ein Zentrum der Musik. Nicht Opern und Oratorien, sondern schwungvolle Lieder wurden hier gesungen und über ungekannte Mengen Gesangbücher verbreitet. Dabei spielte die internationale Vernetzung des Waisenhauses eine große Rolle auf dem Weg der Lieder nach Großbritannien und später auch nach Amerika. 1786 gab der hallische Gesandte Heinrich Melchior Mühlenberg in Nordamerika das erste Gesangbuch heraus.

Praise the Lord. Luthers Lieder auf dem Weg in die Welt 

Das Konzert kann über die Lautten-Compagney in Berlin gebucht werden.

praise the Lord_CD_Film    PraisetheLord 2013 Konzert_1    PraisetheLord 2013 Konzert_2    PraisetheLord 2013 Konzert_3    PraisetheLord 2013 Konzert_4 

 Die CD zum Konzert ist im Handel erhältlich: ISBN 400-9-35083-339-5;19,90 Euro

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In Gottes Eigenem Land. Die Geschichte Heinrich Melchior Mühlenbergs als Vater des amerikanischen Luthertums

9783898127660-cover-l  Als lutherischer Prediger erreichte Heinrich Melchior Mühlenberg 1742 im Auftrag des Halleschen Waisenhauses, den heutigen Franckeschen Stiftungen, Britisch-Nordamerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Heute wird er in den USA als Patriarch der Lutherischen Kirche in Nordamerika verehrt. Eberhard Görner hat aus diesem Stoff einen Bestseller gemacht. Bereits in der dritten Auflage ist der historische Roman über die Arbeit Mühlenbergs und seine wechselvolle Beziehung zum Delawaren-Häuptling "Fliegender Pfeil" im Mitteldeutschen Verlag erschienen.

IN GOTTES EIGENEM LAND
Heinrich Melchior Mühlenberg - der Vater des amerikanischen Luthertums
Historischer Roman, erste Auflage
ISBN 978-3-89812-766-0 I 19.90 Euro

erhältlich auch im Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen

 

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Briefe Luthers und Melanchthons aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen jetzt online!

Anfang Juli 2016 ist eine neue Kollektion „Handschriften/Autographen“ in den digitalen Sammlungen des Studienzentrums freigeschaltet worden. Im Zeichen des anstehenden Reformationsjubiläums sind ein Brief von Martin Luther (1483-1546) und sieben Briefe von Philipp Melanchthon (1497–1560) digitalisiert, formal und inhaltlich erschlossen sowie transkribiert worden und stehen nun zur Volltextrecherche zur Verfügung. Der Brief Luthers und der Brief Melanchthons an Georg Spalatin werden in der Ausstellung „Wissensspeicher der Reformation“ ab 30.Oktober 2016 im Historischen Waisenhaus zu sehen sein.

Auch in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen sind Reformationsdrucke aus dem 16. Jahrhundert zahlriech vertreten. 1717 notierte der Bibliothekar Georg Christian Bohnstedt (1678-1745) in einem Arbeitsbericht, dass es eine seiner dringlichsten Aufgaben gewesen sei, Drucke aus der Zeit der Reformation zu sammeln, zu sichten und zu katalogisieren. Unter anderem stellte er bei der Erwähnung von Traktaten fest: „Eins ist unter den alten, worauf Lutherus m[anu] p[ro]pria sein judicium geschrieben und ein anders, worauf Melanchthon desgl[eichen] gethan." Während sich der Druck mit dem Luther-Autographen noch heute im Bestand der Bibliothek befindet, ist ein Druck mit einem Autographen Philipp Melanchthons nicht mehr vorhanden.

Im Rahmen eines vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland geförderten Projektes sind die 8.300 Drucke der Reformationszeit in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen 2014 katalogisiert worden. Neben den gängigen bibliografischen Angaben konnte auch die Provenienz der Bücher anhand der Eigentumsvermerke oder Widmungen ermittelt werden. 357 Exemplare wurden so der ehemaligen Bibliothek des Klosters Berge bei Magdeburg zugeordnet. Bei dessen Auflösung Anfang des 19. Jahrhunderts ging ein Teil der Bestände an die Bibliothek des Halleschen Waisenhauses.

Hallescher Pietismus und Reformation. Die Broschüre zum Reformationsjubiläum

Lutherbroschüre S  "Kaum ein historisches Ereignis hat die christlich geprägten Teile der Welt so nachhaltig verändert wie die Reformation. Ihre Infragestellung der alten Welt- und Werteordnungen gab den Impuls für gänzlich neue Konzepte und Denkmuster, die über die Epoche der Aufklärung in die Gesellschaftssysteme unserer Gegenwart führen. Der Pietismus gilt als die wichtigste Geistesströmung in Europa zwischen Reformation und Aufklärung. August Hermann Francke (1663–1727) nahm als einer der führenden Köpfe im Pietismus zahlreiche Forderungen Martin Luthers auf und strebte deren praktische Vollendung an. So wie Luther sah auch Francke in der Bildung den zentralen Schlüssel zur grundlegenden Verbesserung der gesellschaftlichen Zustände. Dementsprechend baute er ein Schulwesen auf, das alle sozialen Schichten berücksichtigte und jedem Kind einerseits eine breitgefächerte Bildung ermöglichte, die andererseits auf die jeweiligen individuellen Begabungen zugeschnitten war. Die Schulstadt, die er hinterließ und die heute wieder als pulsierender Bildungskosmos weite Ausstrahlung besitzt, ist ein sichtbares Zeugnis der Bemühungen, die Ideen der Reformation weiterzutragen und zu verstetigen. Ebenfalls in reformatorischer Tradition begründete Francke 1710 die erste Bibelanstalt der Welt und begann durch Einsatz moderner Technik und preiswerter Materialien mit einer massenhaften Bibelproduktion, die bis in das 20. Jahrhundert hinein zu Millionenauflagen führte. Und erst das weltweite Netzwerk des Halleschen Pietismus sorgte rund 200 Jahre nach der Reformation für die Verbreitung des Luthertums über die Grenzen Europas hinweg. Diese und andere Beispiele zeigen die hohe Bedeutung des Pietismus für den Transport und die Weiterentwicklung der reformatorischen Ideen über die Epochen hinweg und das ernsthafte Bestreben, sie in ihrer jeweiligen Zeit fruchtbar zu machen."

Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke
Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle

Die Franckeschen Stiftungen stellen den Halleschen Pietismus in der Nachfolge der Reformation in einer ansprechenden und verständlichen WANDERAUSSTELLUNG vor, die von einer INFOBROSCHÜRE begleiteit wird. Sie zeigt im 500. Jubiläumsjahr des Thesenanschlags, dass viele Ideen und Impulse Martin Luthers durch August Hermann Francke weitergeführt, teils neu interpretiert, teils vollendet wurden und zeitlos aktuell sind.

Sie können die Broschüre und die Wanderausstellung bestellen bei:

Friederike LippoldKultur- und Öffentlichkeitsarbeit; Koordination von Kooperationsprojekten mit Mittel-/Osteuropa und Russland Friederike Lippold (Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit; Koordination von Kooperationsprojekten mit Mittel-/Osteuropa und Russland) Friederike LippoldKultur- und Öffentlichkeitsarbeit; Koordination von Kooperationsprojekten mit Mittel-/Osteuropa und Russland Tel.+49 345 2127 431Fax+49 345 2127 418

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Francke setzt Luther in Bewegung - Straßenbahn zum Reformationsjubiläum 2017

Straßenbahn Luther

Auf einer Straßenbahn der HAVAG zeigen die Franckeschen Stiftungen seit Montag, dem 2. Mai 2016, wie August Hermann Francke wichtige gesellschaftliche Impulse der Reformation Martin Luthers aufgenommen und in die Tat umgesetzt hat. Vier Themenfelder werden auf der Straßenbahn benannt, die den Halleschen Pietismus als „zweite Reformation“ zur wichtigsten gesellschaftlichen Reformbewegung zwischen Reformation und Aufklärung werden ließen.

Luther-Strassenbahn     luther_strassenbahn_2 

Bildung für alle
Martin Luther hatte im Rahmen einer breiten Bildungsoffensive die Gründung neuer Schulen für Kinder aller Stände angestoßen. August Hermann Francke nahm diesen Impuls auf und gründete eine ganze Schulstadt mit Bildungsanstalten für alle sozialen Schichten. Mit der Einführung des Realienunterrichts als Teil des umfassenden pädagogischen Programms revolutionierte Francke das Schulwesen. In ganz Europa fand das Hallesche Waisenhaus erfolgreiche Nachahmungen.

Jedem eine Bibel
Die Anfang des 18. Jahrhunderts erhältlichen Bibelausgaben waren sehr teuer, was das Anliegen der Reformation erschwerte, jedem Gläubigen einen direkten Zugang zur Heiligen Schrift zu ermöglichen. Mit Unterstützung des Freiherrn Carl Hildebrand von Canstein wurde 1710 in den Franckeschen Stiftungen die Cansteinsche Bibelanstalt gegründet, die heute als erste Bibelanstalt der Welt gilt. Bis 1938 wurden hier rund 8 Millionen Bibeln gedruckt und verbreitet.

Für Selbstbestimmung
Martin Luthers Reformation weckte das selbständige Denken. Die Menschen erkannten ihre eigene Persönlichkeit und damit ihre Mündigkeit gegenüber Kirche und Staat. Hier setzte der Pietismus an. Er schärfte durch die ihm eigene Hinwendung zum Individuum den Blick auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen und erzog zum selbstverantwortlichen Handeln.

Für soziale Teilhabe
Die Reformation hatte grundlegende Reformen des Sozialwesens angestoßen, aus denen August Hermann Francke die Grundlagen der heutigen Anstaltsdiakonie entwickelte. Gleichzeitig strebte er an, den Staat für die Armenfürsorge in die Pflicht zu nehmen. 1698 verfasste er eine Almosenordnung für Glaucha, die als Vorbild für spätere städtische Armenordnungen diente. Außerdem inspirierte er Landesherren dazu, ein Armenwesen in ihren Territorien auszubauen. Häufig wurden sie dabei von Beamten unterstützt, die zuvor selbst durch Franckes Schulen gegangen waren.

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