Die Cansteinsche Bibelsammlung

Im Jahre 1710 stiftete Freiherr Carl Hildebrand von Canstein (1667-1719) die erste deutsche Bibelanstalt, in der vor allem für die mittellose Bevölkerung preiswerte Bibeln und Neue Testamente gedruckt wurden, zunächst vom stehenden Satz, später in Stereotypie. So konnten zwischen 1713 und 1931 etwa 8 Millionen Bibeln und Neue Testamente verkauft werden. Bereits 1712 war die erste Auflage des Neuen Testaments gedruckt worden, mit so großem Erfolg, daß 1713 drei weitere Auflagen folgten (deren letztere vom stehenden Satz) und die erste Handbibel im Großoktavformat herauskam. Fortan erschienen Jahr für Jahr verschiedene Ausgaben und Formate. Alle Ausgaben sind, unabhängig vom Format, im Druckspiegel seitengleich. Als Grundlage für die Herstellung des ersten Bibeltextes dienten die 1703 von Johannes Dieckmann herausgegebene "Stadische Bibel" und deren Vorbild, die "Lüneburger Bibel" von 1650. Von 1733 bis 1779 wurde in der Bibelanstalt auch das sogenannte genannte "Garnison=Gesangbuch" in ca. 105.000 Exemplaren gedruckt. Die Belegexemplare der verschiedenen Bibelausgaben bilden den Grundstock der Sammlung. Hinzu kommt eine Reihe von Bibelübersetzungen, die der Bibelanstalt von verschiedenen Bibelgesellschaften geschenkt wurden, in erster Linie von der Englischen Bibelgesellschaft. Insgesamt sind heute 2.183 Bibeln in deutscher Sprache bzw. in 99 fremden Sprachen (so z.B. in Äthiopisch, Japanisch, Kalmückisch, Koptisch, Mandarin, Swahili, Sanskrit, Walisisch und Zulu) in der Cansteinschen Bibelsammlung enthalten.