Franckeblätter Ausgabe 02/2009

Der Abiturjahrgang 1968 der EOS August Hermann Francke


Dr. Eva Zaage, Dr. Rolf Osterwald

Ich weiß nicht, ob es ernstzunehmende Untersuchungen darüber gibt, was Eltern letztendlich zu bestimmten Vornamen für Ihre Kinder bewegt. In diesem Fall, um es vorweg zu nehmen, war es eine richtige Entscheidung gewesen, den Namen Eva auszuwählen. Bei ihr würde es keine Probleme geben. Ihr würde es nicht so gehen, wie dem kleinen Mädchen, das mit dem Vornamen einer feurigen Carmen ausgestattet worden war, das mein Vater gern als warnendes Beispiel erwähnte. Das etwas pummlige und träge Kind saß im Wartezimmer und befasste sich hingebungsvoll mit seiner Nase – Sie wissen, was ich meine. Da tönte in bestem Hallisch die Stimme Ihrer Mutter durch den Raum: "Garmen, boble (pople) nich!" Ja, ja, ich komme ja schon zum Thema zurück. Also Eva konnte von ihrem Aussehen und ihrem Auftreten keine Namensprobleme haben. Unvergesslich, wie sie jeden Gesprächspartner mit ihren offenen Augen unentwegt in die Augen sah, nach meiner Erinnerung immer (mindestens) lächelnd und, so erschien es mir jedes Mal, ein wenig spöttisch. Sie lachte zu gern. (Als sie mich gestern ihren Beitrag ankündigend anrief, war wieder das bestimmte Lachen in der Stimme.....) Man hatte zudem sofort den Eindruck, einen unbedingt ehrlichen und offenen Menschen vor sich zu haben, dem man vertrauen konnte. Ich zog den logischen (und nie bereuten) Entschluss, sie nach ihrem Einzug in das Internat mit der Funktion zu betrauen, die den hölzernen Namen Hausaktivleiter trug. Insider können den nächsten Abschnitt überspringen, er ist nur für die anderen zugestoßenen Brüdern und Schwestern gedacht.



Töpfergasse Nr. 5

Es gab in jenen Zeiten (sicher in jeder solchen Einrichtung der DDR) ein sogenanntes Internatsaktiv. Im Fall der AHF waren die Mädchen und Jungen in verschiedenen Häusern des Langen Hauses (Schülerhauses) untergebracht, und deshalb setzte es sich bei uns aus dem Leiter, seinem Stellvertreter und den (vier) Hausaktivleitern zusammen. So ein Hausaktiv hatte wieder seine (gewählten) Mitglieder, die jeweils für die Bereiche Lernen, Kultur und Sport, Politik, Ordnung verantwortlich waren. Natürlich war das ganze Gremium in der FDJ installiert, aber da die Internatsprobleme zumeist solche ganz eigener Art waren, war von einem störenden Einfluss fremder Funktionäre fast nie etwas zu spüren. Es soll hier nicht auf das Hausaktiv näher eingegangen werden, obwohl sich das auch mal lohnen würde. Es war diejenige Einrichtung, die unter dem Stichwort Schülermit (nicht selbst) verwaltung rangierte. Und ein geschickt (von den Schülern und dem diese natürlich beeinflussendem Erzieher) ausgewählter Aktivleiter konnte wesentlich an einer erfolgreichen Persönlichkeitsentwicklung der Hausbewohner beitragen. Ich sah in ihm so eine Art Mittler und auch Filter. Ich hatte es mir angewöhnt, jedes Vorhaben erst mit meinem Aktivleiter zu besprechen, seine Meinung einzuholen und seine Vorschläge anzuhören, ehe ich es umsetzte. Das hat mich fast ausnahmslos vor falschen Einschätzungen oder Schritten bewahrt! Und es zeigte sich (natürlich) dass es für einen Erfolg oft entscheidend war, ob der Aktivleiter "mitmachte" oder nicht. Und andererseits war es ja so, dass Mädchen dieses Alters (14-18 Jahre) mit manchen ihrer Probleme und Sorgen Scheu hatten, sich auch in jedem Fall direkt an ihren Erzieher zu wenden, auch wenn sie zu ihm prinzipiell Vertrauen hatten. Hier brauchte ich einen klugen Kopf, der entschied, was von den Dingen, die an ihn herangetragen wurden, an mich weitergegeben werden musste und was man besser "unter sich" ausmachte.


Vater und Tochter

Ich hatte Eva richtig eingeschätzt, sie erwies sich als ein solcher kluger Kopf, und ich konnte ihr blind vertrauen. Dieses Verhältnis zwischen uns ist nie getrübt worden und, was mit entscheidend ist, Eva hat diese gewisse Sonderstellung nie ausgenutzt. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, habe ich immer die Elternhäuser meiner Schüler aufgesucht, nicht nur die der Hallenser, auch die der im Saalkreis wohnenden Schüler. So war es zwar ein Sonderfall, aber auch nichts Außergewöhnliches, als ich zu einem Besuch in das Haus Hilgers eingeladen wurde. Es war ein Besuch, an den ich mich noch heute erinnere. Hilgers wohnten in Stolberg im Harz, und meine Kenntnisse über Ort und die herrliche Umgebung stammen aus dieser Zeit. Es war ein schönes Haus in der Töpfergasse Nr. 5. Als mich in den neunziger Jahren eine meiner Töchter im Auto nach Stolberg fuhr, da mag sie recht erstaunt gewesen sein, dass ich weniger Blick auf Rathaus, Schloss und andere Sehenswürdigkeiten verwandte, als auf die Töpfer-gasse.... Und auf Friwi, die berühmte Keksfabrik, begründet von Friedrich Wilhelm Witte, von dem der Name kam.
Evas Vater arbeitete im Friwi-Werk. Und meine Erinnerungen gingen zu-rück an meine Mutter, die immer bescheiden gelebt hatte und jede Mark umdrehen musste. Friwi war ihr einziger Luxus- Einmal im Vierteljahr klingelte es,. und vor der Tür stand ein Friwi-Auto. Aus dem Angebot durfte meine Mutter ein große Dose mit Keksen auswählen. Die Dosen waren (noch) schön und (noch) billig. Aber ich sollte endlich verstummen, damit Eva zu Wort kommt.


Stolberg im Harz

Lieber Dr. Osterwald, zu unserem letzten Klassentreffen im Juni 2008 anlässlich unseres vierzigjährigen Abiturjubiläums hatte ich schon meine Gedanken geordnet und einen tabellarischen Lebenslauf von 1968 bis 2008 erstellt. Dies erschien mir vor einem halben Jahr recht schwierig, auch musste ich feststellen, dass die Zeit und viele Ereignisse und Veränderungen noch nicht richtig verarbeitet, geschweige denn aufgearbeitet sind. Ständig kommen neue Ereignisse hinzu, und ich bin gerade zum dritten Mal Großmutter geworden.

Beginnen möchte ich mit der Zeit im Internat und in der Erweiterten Oberschule August Hermann Francke. Nachdem ich meinen festen Willen durchgesetzt hatte, neben der Vorbereitung zum Abitur eine Ausbildung zur Krankenschwester und nicht zum Elektriker zu absolvieren, wurde ich in Halle in den Franckeschen Stiftungen angemeldet und angenommen. Halle erschien mir - aus dem schönen Städtchen Stolberg/Harz kommend - sehr laut, sehr schmutzig, sehr groß und hektisch und sehr weit von der Heimat entfernt. Aber es gab nur dort die obengenannte Ausbildung.

Ich war sehr gespannt, aber noch mehr aufgeregt, als ich vor dem eigentlichen Schulbeginn mit meinen zukünftigen Mitschülern und Dr. Osterwald zwecks einer Kurzkontrolle zusammentraf. Meine Aufregung wuchs noch, als ich feststellte, dass die meisten meiner zukünftigen Mitschüler sich angeregt unterhielten, lachten und auf mich einen ausgeglichenen ruhigen Eindruck machten. Diese Unruhe und Unsicherheit legten sich dann aber sehr schnell, als Dr. Osterwald mich sehr freundlich und sehr persönlich ansprach, und ich hatte das beruhigende Gefühl, dass er meine innere Unruhe erkannt hatte und ihr entgegenzuwirken versuchte. Das machte mir Mut, und ich konnte den Tag ungezwungen und beinahe fröhlich beenden. Wie oft ich aber diesen Zuspruch benötigte und auch erfuhr, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Der erste Schultag und damit die Aufnahme in das Internat folgten schnell.

Ich hatte mich nur schwer von meinen Eltern getrennt, obwohl ich mich schon vorher häufig mit diesem neuen Problem beschäftigt hatte. Aber mit 14 Jahren weg von einem behüteten Zuhause, ohne andere Erfahrungen gemacht zu haben, das konnte ich nicht so schnell verarbeiten und bekam trotz liebevoller Bemühungen meiner Zimmer-kameradinnen schon in der zweiten Woche starkes Heimweh. Hier griff Dr. Osterwald erneut ein, und hauptsächlich seinen Bemühungen verdanke ich, dass nach etwa 3-4 Monaten mein Normalzustand wieder hergestellt werden konnte. Dr. Osterwald kam immer im richtigen Moment in unser Zimmer, berichtete über interessante Ereignisse, brachte neue Bücher mit und beantwortete ruhig und ausgiebig unsere Fragen. So verging die Zeit sehr schnell.


Schulportal EOS AHF

30 Kilometer

Wenn ich mein Elternhaus am Sonntag in Stolberg verlassen musste, war ich zwar immer noch traurig, aber schon im Zug nach Halle freute ich mich auf die neu gewonnenen Freunde, auf das Internatsleben, auf die Schule und auf die immer langfristig geplanten Klassenfahrten, die uns alle miteinander näher brachten und das Bündnis mit Dr. Osterwald stabilisierten.
In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an einen fast dreißig Kilometer langen Fußmarsch während einer Klassenfahrt nach Pockau im Erzgebirge. Einige hatten Blasen an den Füßen, andere wollten nicht weiterlaufen - sie wurden von den Durchhaltenden untergehakt, ein Lied wurde angestimmt und alle kamen zwar ziemlich kaputt aber gut gestimmt in unserer Herberge an.


Im Ferienheim in Pockau
2. v. l. Eva, daneben Beatrix

Wanderung im Erzgebirge
v. l.: Matthias Pester, Dr. Osterwald,
Ulrich Bade

Wir besuchten uns auch gegenseitig. Am Wochenende fuhr ich mit zu Brigitte Bergmann nach Wittenberg. In der Woche waren wir Internatsschüler bei den Hallenser Mitschülern zu Hause. Überall wurden wir freundlich und herzlich aufgenommen. Sehr gern ging ich nachmittags zu Beatrix Weimeister oder es gab ein fröhliches Kaffeetrinken bei Dagmar Götze im Garten. In den Lerngemeinschaften, die zwei bis drei Schüler stark waren, halfen wir uns gegenseitig und wuchsen so zu einer großen Gemeinschaft zusammen. Diese vier Internats-Schuljahre haben mich stark verändert. Aus einem von Heimweh bedrückten, noch sehr unselbständigen und unsicherem Mädchen wurde eine selbstbewusste Frau mit einem Ziel vor Augen. Ich hatte gelernt, eigene Entscheidungen zu treffen und konnte diese auch durchsetzen. Es war auch kein Problem, bei Unsicherheiten meine Zimmerkameradinnen oder Dr. Osterwald um Hilfe zu bitten. Ich war immer sicher, einen guten Rat von ihnen zu erhalten. Eines möchte ich noch erwähnen, und es macht mich sehr glücklich, wenn ich daran denke. In der zwölften Klasse besuchte mich regelmäßig ein Freund, den ich eigentlich schon von meinem Heimatort her kannte, im Internat. Wir gingen gemeinsam ins Kino, bummelten durch die Stadt, besuchten zusammen Freunde und diskutierten miteinander. Nach dem Abitur fuhren wir mit seinem Moped "Star" an die Ostsee und verlebten einen wunderschönen Urlaub. Drei Jahre später heirateten wir. Heute wohnen wir wieder in Halle, und ich muss gestehen, dass unsere Arbeit, unsere drei Kinder und jetzt auch unsere Enkel uns nur wenig Zeit für einen Rückblick - vierzig Jahre nach dem Abitur - gelassen haben.

Rückblick vierzig Jahre nach dem Abitur 1968-2008

Nach dem bestandenen Abitur erhielt ich die Zulassung zum Medizinstudium und konnte im Oktober 1968 in Halle damit beginnen. Gleich zu Anfang gab es finanzielle Probleme, da ich die teuren Fachbücher von meinem Stipendium nicht bezahlen konnte. Hier kam mir das Krankenschwesterzertifikat zu Hilfe. Die Nachtwachen in der Neurologie der Universitätsklinik Halle wurden gut bezahlt, und so konnte ich meine Bücher finanzieren.

Im vierten Studienjahr heirate ich meinen Mann Joachim Zaage, der in Erfurt Medizin studierte. Wir wollten eine gemeinsame Wohnung und einen gemeinsamen Ort für unsere Facharztausbildung, erhielten aber keines von beiden. Erst nach Abschluss des Studiums 1974 konnten wir in Leinefelde eine gemeinsame Wohnung beziehen und erhielten eine Facharztausbildungsstelle, ich zur Kinderärztin, mein Mann zum Chirurgen.
Am 3. 9. 1974 erwarb ich als erste Ärztin in Leinefelde den Grad eines Diplom-Mediziners. Im Februar 1976 wurde unsere Tochter Maria und ein Jahr darauf unsere Tochter Claudia geboren. Wir waren sehr glücklich über unsere Töchter, und das hat uns über die nun kommende harte Zeit hinweggeholfen.
Mein Mann war kaum zu Hause, hatte zweimal in der Woche Dienste und wurde auch am Wochenende oft zum Operieren gerufen. Als Claudia ein Jahr alt war, ging ich wieder arbeiten und musste auch am Dienstrhythmus teilnehmen. Da haben wir uns oft die Türklinke in die Hand gegeben. Unter diesem strengen Regime habe ich 1980 die Facharztprüfung zur Kinderärztin bestanden.


Unsere Kinder Claudia, Friedhelm
und Maria (v. l.) 1983 in Leinefelde

Mit Sohn Friedhelm

Im gleichen Jahr starb mein Vater, der für mich immer eine starke Bezugsperson gewesen war, an den Folgen eines Herzinfarktes. Eine kleine Welt brach für mich zusammen. Ich konnte auch meine Mutter nicht trösten, die seitdem kränkelte und zwei Jahre später mit einem Krebsleiden gepflegt werden musste. Die Geburt unseres Sohnes 1982 brachte mich wieder etwas ins Gleichgewicht.
1982 wurden wir von unserem Kreisarzt gefragt, ob wir zu einem Auslandseinsatz bereit wären. Wir stimmten unter der Bedingung zu, unsere drei Kinder mitnehmen zu können. Es vergingen noch zwei weitere Jahre bis zu dem endgültigen Auslandseinsatz in Libyen von 1984 bis 1986 im Krankenhaus in Zawia.
Eine neue Welt öffnete sich vor uns. Schon der Flug von Berlin-Schönefeld nach Rom über die Alpen war einfach gigantisch. Ich erinnere mich noch heute sehr genau, dass wir bei herrlichem Sonnenschein die Kühe auf ihren Weiden sehen konnten und ich ganz einfach nach unten sah, obwohl ich unter Höhenangst litt. Der Flughafen in Rom faszinierte nicht nur unsere Kinder. Mein Mann und ich wurden sehr nachdenklich, als wir bemerkten, was uns bis jetzt alles vorenthalten war. Dann ging es weiter nach Tripolis und mit einem Bus bis in die etwa 50 Kilometer von Tripolis entfernt liegende Stadt Zawia.


v. l.: Libyscher Händler, Maria, Eva,
Friedhelm, Claudia, Oberschwester Renate

Eva und Libyer in typischer Kleidung in der Sahara

Das Krankenhaus in Zawia war voll klimatisiert und nach westlichem Standard ausgerüstet. Die Arbeit machte viel Spaß, und wir konnten große Erfolge verbuchen. Unsere Kinder fühlten sich ebenfalls wohl und kamen mit den libyschen und polnischen Kindern, deren Eltern ebenfalls im Krankenhaus arbeiteten, gut zurecht.

o. l.: Mein Mann, Dr. Joachim Zaage, im Krankenhaus von Zawia

o.: Septimius severus
Statue in Leptis Magna;
einziger Römischer Kaiser, der aus Libyen stammt.
(Eva mit Sohn Friedhelm)

l.: Abschied vom Krankenhaus in Zawia; Eva, Claudia, Friedhelm

Aber im Inneren Libyens gab es für uns manches Undurchsichtige. Wir sahen oft eingezäunte und scharf bewachte Bergkuppen oder Täler mit großen Radaranlagen - Militäranlagen. Während unserer Zeit in Zawia unternahmen wir viele Ausflüge zu historischen Stätten (Leptis magna, Sabratha) und besuchten einheimische Berber in der Wüste.
Dann kam mit dem Bombenangriff der Amerikaner auf die Ölraffinerien an der Küste Libyens und den Sitz von Gaddafi in Tripolis 1986 die große Angst. Unweit von unserem Krankenhaus schlug eine Bombe ein, und ein Flugzeug stürzte ab. Drei Tage herrschte Chaos, dann ging es im bekannten Trott weiter, doch die Angst ließ sich nicht mehr völlig verdrängen. Weihnachten 1986 konnten wir dann ausreisen. Mitte Januar 1987 arbeitete ich wieder in der Poliklinik Leinefelde als Abteilungsleiter der pädiatrischen Abteilung.


Eva in eigener Praxis 2007 in Halle/Reideburg

Das großelterliche Haus in Halle-Reideburg war uns inzwischen vererbt worden, und wir ent-schlossen uns, nach Halle umzuziehen und begannen, das Haus zu sanieren. Im Juli 1989 fand dann der endgültige Umzug nach Halle statt.
Als ich im Oktober 1989 in der Poliklinik Reil meine Arbeit aufnahm, gab es bereits die ersten Kundgebungen gegen das DDR-Regime und für eine friedliche Einheit der beiden deutschen Staaten. Ich nahm an einigen Kundgebungen teil, hatte aber immer "Bauchschmerzen", wenn ich an den militärischen Einsatz in Libyen dachte, und hoffte, dass diese Bewegung nicht zur Eskalation führte.
Als unsere Familie am 23. 12. 1989 in München auf dem Weihnachtsmarkt stand, Weintrauben aß und einen Gänsebraten aussuchte, erinnerten wir uns an den Flughafen in Rom und an die Gedanken, in den Westen zu gehen, die wir aber sofort wieder verworfen hatten.

Die letzten Arbeiten an meiner Promotion A waren 1990 mit der Verteidigung erfolgreich beendet. Da ich in der Poliklinik Reil keinen sicheren Arbeitsplatz mehr sah, bereitete ich mich auf eine Niederlassung vor, kaufte ein altes Haus in Reideburg und baute dies zur Praxis um. Im September 1991 startete ich meine Niederlassung, in der ich bis zum jetzigen Zeitpunkt tätig bin. Mein Mann übernahm 1996 die Leitung der Chirurgischen Klinik am Bergmannstrost.
Unsere Kinder konnten alle das Abitur ablegen und haben ihre eigenen Wege gefunden. Maria ist zur Zeit Assistenzärztin an der MLU Halle in der Ausbildung zur Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin. Sie hat einen 4-jährigen Sohn. Claudia lebt mir ihrem Mann in Bad Camberg. Sie arbeitet dort als Physiotherapeutin, hat eine 2 ½ -jährige Tochter und einen 3 Wochen alten Sohn. Friedhelm ist Kommissar bei der Autobahnpolizei in Hannover. Sie kommen immer noch gern nach Hause. Wir treffen uns regelmäßig und unterstützen uns gegenseitig, auch wenn längere Wege zu bewältigen sind. Grundsteine für dieses Verhalten der gegenseitigen Achtung und Toleranz wurden auch in der Zeit des Zusammenlebens im Internat und der Erweiterten Oberschule August Hermann Francke gelegt, und dafür bin ich heute noch sehr dankbar.


Unser Haus in Halle/Reideburg
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